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Stromverbrauch und Kosten senken mit intelligentem Stromzähler

Stromkosten senken mit intelligenten Stromzählern

23.05.2011, 10:20 Uhr | zuhause.de , dpa-tmn , t-online.de

Stromverbrauch und Kosten senken mit intelligentem Stromzähler. Intelligente Stromzähler zeigen den Stromverbrauch in Echtzeit. (Foto: Initiative Pro Smart Metering/dpa/tmn)

Intelligente Stromzähler zeigen den Stromverbrauch in Echtzeit. (Foto: Initiative Pro Smart Metering/dpa/tmn)

Die Waschmaschine soll laufen, wenn der Strom am günstigen ist. Früher musste man dafür Stromtabellen wälzen. Heute gibt es intelligente Stromzähler, die automatisch registrieren, wann der Strom besonders günstig zu haben ist. Die digitalen Geräte sind im Neubau schon Pflicht. Aber wie hoch ist das Sparpotenzial wirklich? Lohnt sich das Umrüsten bei Bestandsbauten?

Wurde früher das Licht im Haus angeknipst, rotierte der Stromzähler: Die Scheibe und Zifferanzeige ratterten rasend schnell die Zahlen runter. Einmal im Jahr klingelte der Strommann mit Klemmbrett in der Hand und las ab.

So funktionieren intelligente Stromzähler

Diese Zeiten sind vorbei. Heute wird der Stromverbrauch einfacher dokumentiert: Sogenannte intelligente Geräte zeichnen die Verbrauchsmengen und die tatsächliche Nutzungszeit digital auf und schicken die Daten in regelmäßigen Abständen zum örtlichen Netzbetreiber.

Seit Anfang 2010 sind nach dem Energiewirtschaftsgesetz solche intelligenten Stromzähler, auch "Smart Meter" genannt, in Neubauten und in Altbauten nach größeren Renovierungen Pflicht. Für alle anderen Altbauten ist der Einbau freiwillig. Doch das lohnt sich, sagt Klaus Jung, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Installationsgeräte und -systeme in Frankfurt. "Intelligente Stromzähler, die nach und nach die mechanischen Stromzähler ersetzen, leisten in Bezug auf mögliche Energieeinsparungen mehr."

Bessere Kontrolle des eigenen Stromverbrauchs

Der Stromkunde hat seinen Verbrauch ständig im Auge und kann sein Verhalten dementsprechend anpassen. Das böse Erwachen, wenn am Ende der jährlichen Abrechnungsphase die hohe Nachzahlung eintrifft, bleibe so erspart, erläutert Jung. Denn der Kunde erhält durch die regelmäßige Weiterleitung der Informationen mit der monatlichen Rechnung Auskunft über den tatsächlich verbrauchten Strom - im Gegensatz zu den bislang üblichen pauschalen Abschlagzahlungen.

Einige hochwertigere Geräte können erlauben es dem Verbraucher sogar, den momentanen Verbrauch jederzeit im Internet über ein Nutzerkonto beim Stromanbieter oder am Display des Gerätes checken. So ist der intelligente Zähler ein wirksames Werkzeug, um bei laufendem Betrieb Stromfresser im Haushalt zu identifizieren.

Einsparpotenziale ausschöpfen

Nachdem die Verhaltensänderung anfänglich höhere Einsparungen zur Folge haben kann, pendele sich danach die Ersparnis bei etwa drei bis fünf Prozent ein, sagt Jan Witt, Geschäftsführer der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) in Berlin. "Intelligente Stromzähler können unterschiedliche zeitvariable Tarife erfassen." Somit kann etwa ein Teil des Stromverbrauchs in Zeiten verlagert werden, in denen günstigere Tarife gelten.

Viele moderne Haushaltsgeräte können bereits so programmiert werden, dass sie zur günstigen Zeit anspringen, an älteren Geräten lassen sich Module vorschalten. Bei herkömmlichen Zählern sei diese Funktion lediglich über mehrere Zähleinrichtungen in Kombination möglich. Allerdings seien diese tarifgeschalteten Tätigkeiten nicht immer alltagskompatibel, warnt die Stiftung Warentest in Berlin. Die Ersparnis etwa durch günstige Mondscheintarife sei "nicht gerade viel wert, wenn dafür die Nerven des Nachbarn durch den Nachtgang der Waschmaschine blank liegen".

Die Standard-Geräte sind nur mäßig intelligent

Überhaupt sehen viele Verbraucherschützer die intelligenten Zähler auch kritisch. "Die meisten intelligenten Stromzähler sind nicht so intelligent, dass der Verbraucher daraus einen Nutzen ziehen könnte", sagte der Energieexperte Christian Michaelis von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die meisten Zähler erfüllten gerade einmal die vom Energiewirtschaftsgesetz vorgeschriebenen Mindestanforderungen, Verbrauchswerte in ihrem zeitlichen Verlauf zu speichern. Der Verbrauch einzelner Stromfresser im Haushalt lasse sich daraus jedoch nicht ablesen.

"Die Daten, die Geräte mit Mindeststandard liefern, reichen nicht aus, um die erwarteten Stromeinsparungen von bis zu zehn Prozent zu erreichen", sagt Thorsten Storck vom Energie-Verbraucherportal Verivox. Zwar sind bereits intelligente Stromzähler auf dem Markt, die mehr können, als die Mindestanforderungen zu erfüllen. Allerdings sind die Kosten für die "Luxusversion" auf das Jahr gerechnet für das Gerät und die Installation deutlich höher.

Besonders in Kombination mit Photovoltaik attraktiv

Besonders attraktiv sind intelligente Zähler für Verbraucher mit eigener Photovoltaik-Anlage. Die Geräte können steuern, dass zuerst der selbst produzierte Strom im Haushalt eingesetzt wird. Überkapazitäten können zum Erwärmen des Warmwasserspeichers dienen. Wenn danach noch überschüssiger selbst produzierter Strom vorhanden ist, wird dieser in das öffentliche Netz eingespeist. Der "smart meter", möglichst in Verbindung mit intelligenter Haustechnik, dokumentiert all diese Vorgänge.

Datenschützer warnen vor "gläsernem" Verbraucher

Die intelligenten Geräte sind aus Sicht von Datenschützern aber auch eine Gefahr: "Viele unserer Aktivitäten in Beruf, Familie und Freizeit sind technikgestützt und spiegeln sich gerätebezogen in einem nach Energieeinsatz und Nutzungszeit spezifizierten Verbrauchsprofil wider", heißt es etwa auf der Webseite des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar. Durch die sekundengenaue Verbraucherfassung könnten in Echtzeit Lebensgewohnheiten ausspioniert werden, etwa wann morgens die Kaffeemaschine läuft oder wann die Bewohner im Urlaub sind.

Kosten für den neuen Zähler

Der Einbau intelligenter Stromzähler im Neubau oder der turnusmäßige Austausch durch den Messstellenbetreiber ist in der Regel kostenlos. Mehrkosten entstehen nur bei außerplanmäßigen Zählerwechseln, Zusatzdienstleistungen oder Zusatzprodukten auf Wunsch des Kunden.

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