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Mit dem Durchlauferhitzer Energie sparen

dpa-tmn, t-online, rw

Aktualisiert am 12.04.2017Lesedauer: 4 Min.
Mit einem Durchlauferhitzer kann man bei der Warmwasserbereitung Geld und Energie sparen.
Mit einem Durchlauferhitzer kann man bei der Warmwasserbereitung Geld und Energie sparen. (Quelle: dpa-bilder)
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Fließendes Warmwasser aus der Leitung ist hierzulande selbstverstĂ€ndliche Grundausstattung eines jeden Haushalts. Sehr unterschiedlich ist allerdings, wie viel Energie fĂŒr die ErwĂ€rmung benötigt wird und welche Kosten dadurch verursacht werden.

GĂŒnstiger als gedacht?

Eine wissenschaftliche Studie kommt zu einem ĂŒberraschenden Ergebnis: Die dezentrale Aufbereitung mit einem oder mehreren Durchlauferhitzern ist die gĂŒnstigste Art der Warmwasserbereitung. Sie gelten zu unrecht als Energieschleudern. Erst diese hĂ€ufigen Fehler bei Installation, Wartung und Nutzung machen den Durchlauferhitzer zum teuren Energiefresser.

"Über 80 Prozent der Endenergie im Haushalt wird fĂŒr Heizung und TrinkwassererwĂ€rmung aufgewendet", informiert die Initiative "WĂ€rme Plus", in der fĂŒhrende Hersteller der Heizungsbranche, wie Vaillant oder AEG Haustechnik, organisiert sind. Und dort, wo viel verbraucht wird, gebe es eben auch große Sparpotenziale. Die renommierte Forschungsgesellschaft fĂŒr Energiewirtschaft (FfE) hat untersucht, welche Art der Warmwasserbereitung fĂŒr Verbraucher am gĂŒnstigsten ist.


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Durchlauferhitzer sparen Energie und Wasser

Eine dezentrale Warmwasserversorgung mit dem einst als Energieverschwender verschrienen Durchlauferhitzer ist fĂŒr Hausbesitzer demnach meistens gĂŒnstiger als eine zentrale Versorgung. Und zwar spare die dezentrale Lösung, bei der das Wasser erst kurz vor dem Hahn erwĂ€rmt wird, sowohl Wasser als auch Energie ein.

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FĂŒr ihre Analyse verglich die FfE bei verschiedenen Haustypen die zentrale mit der dezentralen ErwĂ€rmung. Bei EinfamilienhĂ€usern mit zentraler Versorgung flossen durchschnittlich fĂŒnf Liter Wasser pro Tag ungenutzt in den Abfluss, weil sie noch nicht warm waren. Mit Durchlauferhitzer waren es im Schnitt nur eineinhalb Liter tĂ€glich.

Zugleich verlor das Wasser bei Zentralheizungen auf dem relativ langen Weg von der WĂ€rmequelle bis zur Zapfstelle mehr als 40 Prozent WĂ€rme. Zwar kann man den WĂ€rmeverlust durch das DĂ€mmen der Heizungsrohre reduzieren. Allerdings liegt er bei der dezentralen Warmwasseraufbereitung im Schnitt nur bei rund drei Prozent, was auch bei bester Isolierung der Leitungen einer Zentralheizung nicht zu erreichen ist.

Auch bei Kauf und Installation sind Durchlauferhitzer meist gĂŒnstiger

Sogar bei den Anschaffungskosten schneidet die dezentrale Lösung mit einem oder mehreren Durchlauferhitzern oft besser ab. Besonders in einem Einfamilienhaus sei die Installation dezentraler Anlagen gĂŒnstiger. Die Tester verglichen die Kosten fĂŒr den Einbau der beiden Varianten. Dabei unterschieden sie zwischen einem Einfamilienhaus, einem Dreifamilienhaus und einem Haus mit zwölf Wohnungen.

Im Test bezahlten Besitzer eines Einfamilienhauses fĂŒr Material und Einbau von Durchlauferhitzern im Schnitt knapp 5000 Euro, wogegen eine zentrale Anlage mit fast 8500 Euro zu Buche schlug. Beim Mehrfamilienhaus unterschieden sich die Installationskosten fĂŒr beide Varianten dagegen kaum, weil hier mehr Durchlauferhitzer installiert werden mussten, wodurch sich die Materialkosten erhöhten.

Nicht alle Durchlauferhitzer sparen Energie

Wie hoch das Sparpotenzial einer dezentralen Warmwasserversorgung im Vergleich zur zentralen im Einzelfall ist, hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab. So sollten Durchlauferhitzer beispielsweise eine eigene Temperaturregelung mitbringen. Bei Ă€lteren GerĂ€ten ist dies nicht immer der Fall. Das durchfließende Wasser wird dann immer mit maximaler Leistung erwĂ€rmt – auch dann, wenn eigentlich nur lauwarmes Wasser benötigt wird. Solche GerĂ€te verbrauchen hĂ€ufig sogar mehr Energie, um warmes Wasser bereit zu stellen, als es eine zentrale Warmwasserbereitung tĂ€te.

Verkalkte Leitungen machen den Durchlauferhitzer zur Energieschleuder

Dasselbe gilt, wenn sich in den Wasserleitungen Kalkablagerungen abgesetzt haben. Diese wirken wie eine zusĂ€tzliche Isolierung, die verhindert, dass sich das Wasser in der Leitung optimal erhitzen lĂ€sst. Hersteller und Anbieter von Entkalkungsanlagen rechnen vor, dass schon Ablagerungen einer StĂ€rke von einem Millimeter den Energieverbrauch um sieben Prozent erhöhen. Bei einem FĂŒnf-Personen-Haushalt mache das etwa 100 Euro im Jahr aus.

Wo genau sollte man den oder die Durchlauferhitzer installieren?

Eine wichtige Rolle fĂŒr den Energieverbrauch spielt auch der Abstand von der WĂ€rmequelle zur Zapfstelle des Warmwassers. "Die Leitungen mĂŒssen deshalb so kurz wie möglich sein", stellt die Initiative "WĂ€rme Plus" fest. Je kĂŒrzer der Weg ist, den das warme Wasser bis zum Hahn zurĂŒcklegen muss, desto weniger Energie geht wĂ€hrend dessen verloren. Bei Neuinstallationen sollte man den Durchlauferhitzer deshalb möglichst nah an seiner meist genutzten Entnahmestelle platzieren.

Meistens ist es dann sogar sinnvoll, statt eines zentralen mehrere kleine Durchlauferhitzer in Betrieb zu nehmen, die dann jeweils sehr nah an ihren Zapfstellen platziert werden können. Wegen der Vielzahl an GerĂ€ten treibt dies zwar die Anschaffungs-, Installations- und Wartungskosten in die Höhe, dafĂŒr verkĂŒrzen sich aber die AbstĂ€nde zwischen GerĂ€t und Wasserhahn, was Energieverluste reduziert. Außerdem lassen sich die Durchlauferhitzer dann so einstellen, dass sie exakt auf den Bedarf der jeweiligen Zapfstelle hin zugeschnitten sind.

Bei ungĂŒnstigem Verbrauchsverhalten verschwenden Durchlauferhitzer Energie

Dass moderne Durchlauferhitzer im Energieverbrauch Vorteile gegenĂŒber einer zentralen Warmwasserversorgung ausspielen können, liegt vor allem daran, dass sie nur dann Energie verbrauchen, wenn auch warmes Wasser durch den Hahn fließt. Sparpotenziale tun sich also nur dann auf, wenn man auch das eigene Verbrauchsverhalten im Auge behĂ€lt.

Fast alle Waschbecken sind heute mit Einarm-Mischbatterien ausgestattet. Wenn diese nicht vollstÀndig auf "kalt" eingestellt werden, springt bei jedem HÀndewaschen, jedem Glas Wasser und jedem ZÀhneputzen automatisch der Durchlauferhitzer an und verbraucht Energie. Damit Durchlauferhitzer tatsÀchlich Energie einsparen können, ist ein bewusstes Verbrauchsverhalten also die unabdingbare Voraussetzung.

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  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

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