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Dachbegrünung: Infos zu Kosten, Pflanzen und Aufbau

Für die Dachbegrünung gibt es Geld vom Staat

19.05.2014, 14:33 Uhr | dpa-tmn , zuhause.de

Dachbegrünung: Infos zu Kosten, Pflanzen und Aufbau. Eine Dachbegrünung mit pflegeleichten Pflanzen macht nur wenig Arbeit. (Quelle: dpa)

Eine Dachbegrünung mit pflegeleichten Pflanzen macht nur wenig Arbeit. (Quelle: dpa)

Eine Dachbegrünung hat nicht nur besondere optische Reize. Es gibt auch ganz praktische Vorteile: So hält die Dachbegrünung das Haus im Sommer kühl und im Winter warm. Wegen dieser dämmenden Eigenschaften gibt es sogar ab Juni Fördermöglichkeiten von der staatlichen KfW-Bank. Bis zu über 13.000 Euro lassen sich so sparen. Und in manchen Gemeinden winken sogar weitere Subventionen.

"Gründächer sind nicht nur schön und klimafreundlich", erklärt Wolfgang Ansel, Geschäftsführer des Deutschen Dachgärtner Verbands (DDV). "Sie verlängern auch die Lebensdauer von herkömmlichen Dachabdichtungen." Da die Pflanzen sie schützen, können ihnen Hitze, Frost und UV-Strahlen nicht viel anhaben. Daher ist die Dachbegrünung nicht nur in kommerziell genutzten und öffentlichen Gebäuden ein Thema, auch bei privaten Bauherren steigt das Interesse.

Dachbegrünung hat viele Vorteile

Gründächer punkten mit einem weiteren handfesten ökonomischen Vorteil: "Dachbegrünungen sind Klimaanlagen fürs Haus – und das zum Nulltarif", erläutert Michael Henze, Umweltreferent des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). "Im Winter halten sie die Kälte ab. Und im Sommer verhindern sie, dass der Dachraum sich überhitzt."

Dachbegrünung spart Energie

Pflanzen auf dem Dach tragen also zum Energiesparen bei. Deshalb gehören sie künftig zu den Maßnahmen der energetischen Sanierung, die von der staatlichen KfW-Förderbank bezuschusst werden. Ab 1. Juni können Bauherren, die im Zuge einer Gebäudesanierung auch ein neues Gründach anlegen wollen, einen Förderantrag bei ihrer Bank stellen, erläutert die KfW-Sprecherin Sybille Bauernfeind.

Sparpotenzial bis zu 13.125 Euro

In Rahmen des Programms "Energieeffizient Sanieren" vergibt die Staatsbank bis zu 75.000 Euro Kredit für jede Wohneinheit in einem KfW-Effizienzhaus oder bis 50.000 Euro bei Einzelmaßnahmen für einen Zinssatz von nur einem Prozent im Jahr. Überdies gewährt sie Hauseigentümern einen Tilgungszuschuss als zusätzlichen finanziellen Anreiz. Dieser reduziert das Darlehen und verkürzt gleichzeitig die Laufzeit. So könnten bis zu 13.125 Euro gespart werden.

Dach muss gedämmt sein

"Voraussetzung für die Förderung ist, dass vor der neuen Begrünung das Dach entsprechend den vorgegebenen technischen Mindestanforderungen für Effizienzhaus oder Einzelmaßnahme gedämmt wird", erklärt Bauernfeind. Wenn dann der Kreditrahmen noch nicht ausgeschöpft ist, können die Kosten für die Dachbegrünung mitfinanziert werden. "Eine Förderung der Begrünung von Fassaden ist nicht möglich und für die nächste Zeit auch nicht geplant", stellt sie klar. Wie bisher werden aber auch weiterhin Renovierungsmaßnahmen an bereits vorhandenen Gründächern unterstützt.

Weitere Subventionen möglich

Die KfW-Förderung lässt sich mit anderen Fördermöglichkeiten kombinieren, die regional angeboten werden. "Einige Städte und Kommunen unterstützen die Dachbegrünung bereits durch verschiedene Subventionsmodelle", erläutert Henze. "So müssen zum Beispiel die Besitzer von begrünten Dächern in vielen Regionen deutlich weniger Niederschlagswassergebühren bezahlen."

Etwa zwei Drittel der deutschen Städte haben laut Ansel die Abwassergebühr in Niederschlagswasser- und Schmutzwassergebühren aufgesplittet. Begrünte Dachflächen werden in der Regel als Entsiegelungsmaßnahmen anerkannt und mit einer Gebührenreduktion belohnt. Dies kann, je nach Niederschlagswassergebühr, bis zu einem Euro pro Quadratmeter und Jahr ausmachen. Informationen zu den örtlichen Begebenheiten hat etwa der Deutsche Dachgärtner Verband. Andere Städte, zum Beispiel München und Bremen, gewähren hingegen direkte finanzielle Zuschüsse für die Dachbegrünung. Die Fördergelder liegen häufig bei 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter.

Dachbegrünung auch bei Altbauten möglich

Gründächer können nicht nur auf Neubauten, sondern auch auf Häuser aus dem Bestand aufgebracht werden. "Allerdings muss das Dach die zusätzliche Gewichtsbelastung durch die Grünschicht aushalten und die Dachabdichtung intakt sein", erklärt Gründach-Experte Wolfgang Ansel. "Die Dachbegrünung schützt zwar das Dach, aber sie kann kein krankes Dach heilen." Bauherren müssen daher vorher genau prüfen lassen, ob die Statik stimmt und ob das Dach dicht ist.

Pflanzen für die Dachbegrünung

Was auf das Dach gepflanzt werden darf, ist nicht geregelt. Erlaubt ist, was gefällt, was sich dort das ganze Jahr über wohlfühlt und wenig Pflege beansprucht. "Viele Bauherren möchten gern Grasdächer wie sie in Skandinavien verbreitet sind", berichtet Michael Henze. Allerdings sollten sie bedenken, dass Rasen in unseren Breitengraden zwar im Frühjahr üppig sprießt, im Sommer aber ohne ausreichende Bewässerung schnell braun und trocken wird.

Die Dachgärtner unterscheiden zwischen Extensivbegrünung, einfacher Intensivbegrünung und Intensivbegrünung. Bei der Extensivbegrünung, der einfachsten Art, ist der Pflegeaufwand gering, das Gewicht beträgt laut DDV 60 bis 150 Kilo pro Quadratmeter. Hier wachsen Moose, Sedumarten, Kräuter und Gräser, die nur in der Anwachsphase gegossen werden müssen. Die Kosten werden vom Verband mit 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter angegeben. Teurer wird es bei der Intensivbegrünung. Hier hängen die Kosten von den individuellen Wünschen der Auftraggeber ab.

Bei der einfachen Intensivbegrünung ist der Pflegeaufwand etwas höher. Bewässert muss zumindest periodisch, das Gewicht der Aufbaus liegt zwischen 150 und 200 Kilo pro Quadratmeter. Dafür hat man auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten, denn die höhere Substratschicht ermöglicht eine größere Auswahl an Pflanzenarten. "Neben einer kräuterreichen Wiesenvegetation können niedrige Stauden in das Gestaltungskonzept einbezogen werden", erklärt der Verband.

Die Intensivbegrünung ist die aufwändigste, sowohl was die Kosten als auch was den Pflegeaufwand betrifft. Für die Statik muss ein Gewicht von 150 bis 500 Kilo pro Quadratmeter veranschlagt werden. Dafür hat man aber einen richtigen Garten auf dem Dach mit Rasen, Stauden, Sträuchern und sogar Bäumen.

Aufbau der Dachbegrünung

Die Grundlage besteht aus speziellen Schutzmatten, die Beschädigungen am Dach verhindern. Wenn die Dachabdichtung nicht selbst wurzelfest ist, muss ebenfalls eine zusätzliche Wurzelschutzlage verlegt werden. Eine Dränageeschicht reguliert die Bewässerung und sorgt dafür, dass die Wurzeln der Begrünung später genügend Luft bekommen. Die darüber liegende Filterschicht trennt die Substrat- von der Dränageschicht. Der Filter verhindert, dass wertvolle Nährstoffe aus der Substratschicht ausgeschwemmt werden. Für das Substrat empfiehlt der Dachgärtner-Verband leichte mineralische Lösungen. "Bei Intensivbegrünungen werden mineralische und organische Komponenten gemischt", so der DDV.

Am besten eignet sich ein Flachdach mit geringer Neigung für das Gründach. Dank moderner Technik lassen sich aber auch viele Schrägdächer begrünen.

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