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Heizungen in Deutschland "bedenklich alt"

Deutsche Heizungen "bedenklich alt"

12.12.2014, 13:00 Uhr | rw, zuhause.de

Heizungen in Deutschland "bedenklich alt". Die deutschen Heizungen sind laut einer Studie durchschnittlich 17,6 Jahre alt. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Die deutschen Heizungen sind laut einer Studie durchschnittlich 17,6 Jahre alt. (Quelle: blickwinkel/imago images)

"Die Heizungsanlagen in Deutschland sind im Durchschnitt 17,6 Jahre alt." Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Wann sich ein Umrüsten der alten Heizung für den Endverbraucher lohnt, welche staatlichen Fördermittel es für die Heizungsmodernisierung gibt und wann ein Austausch sogar vorgeschrieben ist. Einen Überblick über die wichtigsten Studienergebnisse liefert unsere Foto-Show.

"Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Alter von Heizungsanlagen in Deutschland bedenklich ist", bewertet Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die Ergebnisse der Studie "Wie heizt Deutschland?", für die über 5000 Haushalte im gesamten Bundesgebiet befragt wurden.

Verband sieht "immenses Potenzial zum Energiesparen"

Ein Großteil der Heizungsanlagen im Gebäudebestand entspreche nicht dem aktuellen Stand der Technik. 36 Prozent aller Heizungsanlagen wurden sogar vor dem Jahr 1995 eingebaut und sind damit älter als zwanzig Jahre. Müller sieht deshalb die deutschen Klimaschutzziele in Gefahr und fordert: "Das immense Potenzial, das zur Senkung von CO2-Emissionen und zum Energiesparen beispielsweise bei der energetischen Gebäudesanierung vorhanden ist, muss entschieden von Bund und Ländern angegangen werden."

Austauschpflicht für alte Heizungen

Allerdings dürfte sich ein Teil des Problems in den nächsten Jahren von alleine lösen. Denn seit der letzten Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) gilt eine Austauschpflicht für Heizungen, die älter als 30 Jahre sind. Es gibt aber einige Ausnahmen: Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel mit einem besonders hohem Wirkungsgrad sind von der Austauschpflicht nicht betroffen. Auch Hauseigentümer, die seit mindestens Februar 2002 Häuser mit über 30 Jahre alten Heizungen bewohnen, dürfen ihre Anlage weiter betreiben.

Staatliche Fördermittel für die Heizungsmodernisierung

Ein Umrüsten oder sogar ein Austausch kann sich auch unabhängig von einer etwaigen Modernisierungspflicht für den Verbraucher durchaus rechnen. Mit durchschnittlich rund 70 Prozent entfällt der Löwenanteil der gesamten Energiekosten eines Privathaushalts auf Heizung und Warmwasserbereitung. Das Einsparpotenzial bei Modernisierungen ist also enorm. Zumal der Staat schon heute attraktive Fördertöpfe bereit hält, welche die Verbraucher bei Investitionen in eine effizientere Heizungsanlage unterstützen.

So bezuschusst beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Heizungs-Erneuerung und -Optimierung als Einzelmaßnahme mit zehn Prozent der Kosten (max. 5000 Euro). Wer auf erneuerbare Energien umrüstet und beispielsweise auf eine Pelletheizung, eine thermische Solaranlage oder eine Wärmepumpe umsteigt, kann dafür einen zinsvergünstigten KfW-Kredit (ab 1,41 Prozent effektivem Jahreszins) von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch nehmen.

Alternativ gewährt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Die Solarthermie wird mit Beträgen zwischen 1500 und 3600 Euro gefördert, für Pellet- und Scheitholzheizungen gibt es 1400 bis 3600 Euro und Wärmepumpen werden mit 1300 bis 2100 Euro bezuschusst. Allerdings muss man sich entscheiden, ob man den KfW-Kredit oder den BAFA-Zuschuss in Anspruch nehmen will. Eine Kombination beider Förderungen ist nur im Rahmen einer umfassenden Sanierung zum KfW-Effizienzhaus-Standard zulässig.

So heizen die deutschen Haushalte

Neben dem Alter der existierenden Heizungsanlagen hat die BDEW-Studie auch untersucht, mit welchen Systemen die deutschen Haushalte heizen und welche Energieträger dafür genutzt werden: In 70,4 Prozent der Wohnungen ist demnach eine Zentralheizung installiert. Mehr als die Hälfte wird mit Erdgas betrieben. 13,5 Prozent aller Wohnungen nutzen Fernwärme, Erdgas-Etagenheizungen sind in 9,8 Prozent der Wohnungen installiert. Insgesamt schätzen die Deutschen vor allem die unkomplizierte Handhabung und Sicherheit ihrer Heizungsanlage (71 Prozent).

In fast jeder zweiten Wohnung (19,3 Mio.) in Deutschland wird mit Gas geheizt. Gas hat mit 49,3 Prozent den mit Abstand größten Anteil unter den verschiedenen Energieträgern. 26,8 Prozent aller Haushalte heizen mit Heizöl, während Fernwärme in 13,5 Prozent aller Wohnungen genutzt wird. 4,1 Prozent aller Wohnungen werden mit Strom beheizt – entweder über eine Nachtspeicherheizung oder einer Wärmepumpe. Bei letzterer liefert der Strom jedoch nicht die eigentliche Heizenergie, sondern betreibt lediglich die Pumpe, welche die Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser nutzbar macht.

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