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Energielabel für Heizungen und Warmwassergeräte

Das EU-Energielabel für Heizungen und Warmwassergeräte

16.09.2015, 17:09 Uhr | Katja Fischer; rw, dpa-tmn, zuhause.de

Energielabel für Heizungen und Warmwassergeräte. Das EU-Energielabel für Heizungen soll Transparenz schaffen. Doch einige Experten üben deutlich Kritik. (Quelle: dpa/Kai Remmers)

Das EU-Energielabel für Heizungen soll Transparenz schaffen. Doch einige Experten üben deutlich Kritik. (Quelle: Kai Remmers/dpa)

Seit dem 26. September 2015 müssen neue Heizungen und Warmwasserbereiter das EU-Energielabel tragen. Verbraucher sollen die Energieeffizienz der Geräte dadurch besser beurteilen und vergleichen können. Ein hehres Ziel, an das nicht alle Experten so recht glauben mögen. Ein wichtiger Kritikpunkt: Das Label sagt wenig bis gar nichts über die tatsächlich zu erwartenden Energiekosten aus.

Die Label-Pflicht gilt für Gas-, Öl- und Stromheizungen, Heizungen auf Basis von Wärmepumpen sowie Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Kombinationsheizungen mit integrierter Warmwasserbereitung. Auch reine Warmwassergeräte und -speicher sind betroffen. "Die neuen Standards sollen Hausbesitzer dazu anregen, bei der Modernisierung von Heizungsanlagen auf möglichst energieeffiziente Geräte zu setzen", erklärt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Nur Geräte, die ab de Stichtag in den handel kommen, müssen das Label tragen. Es kann also anfangs noch ungekennzeichnete Restbestände geben.

Über 20 unterschiedliche Etiketten

Das Energielabel für Heizungen in seiner einfachsten Variante. (Quelle: dpa/EU-Kommission/Initiative EnergieEffizienz der dena/www.stromeffizienz.de)Das Energielabel für Heizungen in seiner einfachsten Variante. (Quelle: dpa/EU-Kommission/Initiative EnergieEffizienz der dena/www.stromeffizienz.de) Wie bei den schon bekannten Energielabeln für Hausgeräte gibt es auch hier Effizienzklassen: In den ersten vier Jahren gibt es die Einteilung A++ bis G. Schlechteres darf nicht mehr auf den Markt kommen. Ab August 2019 gelten dann nur noch die Klassen A+++ bis D. Darüber hinaus sind die Geräte mit einer Farbskala von Grün bis Rot gekennzeichnet. Das soll das Effizienzniveau optisch darstellen. Zusätzlich gibt das Label noch Heizleistung und Schallpegel an.

Klingt alles verhältnismäßig simpel, doch ganz so einfach ist es nicht: Denn tatsächlich gibt es nicht nur ein einziges Label. Das wäre bei der Vielzahl unterschiedlicher Heizungssysteme auch gar nicht möglich. Statt dessen gibt es im wesentlichen drei Label – eines für reine Heizgeräte, eines für Warmwasserbereiter und eines für Kombi-Anlagen. Je nach Technologie gibt es auch innerhalb dieser drei Gruppen noch unterschiedliche Label. So zeigt das Label für KWK-Anlagen beispielsweise an, dass das System auch Strom erzeugt.

Insgesamt werden mit der neuen Pflicht über 20 unterschiedliche Energielabel eingeführt. Nicht ganz einfach, da den Überblick zu behalten. Eine weitere Besonderheit ist das sogenannte Package-Label. Viele Hersteller bieten ihre Systeme in Paketen an, deren Bestandteile exakt aufeinander abgestimmt sind.

"Das Package-Label gibt Auskunft über die Energieeffizienz des gesamten Systems", sagt Stolte. "Dabei kann es durchaus passieren, dass nicht alle Einzellabel A+ sind, aber die gesamte Anlage durch die intelligente Kombination der Komponenten am Ende trotzdem eine hohe Effizienzklasse verdient."

Was man sich vom Energielabel für Heizungen erhofft

Energieberater Michael Woithe von der Verbraucherzentrale Sachsen begrüßt die neue Kennzeichnungspflicht: "Die Energielabel versetzen den Verbraucher in die Lage, eine energieeffiziente Anlagentechnik von einer weniger effizienten Anlage zu unterscheiden."

Woithe setzt außerdem auf die marktbereinigende Wirkung der Label-Pflicht. "Manche Anlagentypen werden sich dann schlechter verkaufen lassen und somit schrittweise vom Markt gedrängt", glaubt der Verbraucherschützer. Das treffe etwa auf die Niedertemperaturkessel zu, die Erdgas oder Heizöl nicht so gut ausnutzen wie moderne Brennwertkessel.

Manch ein Anbieter versuche deshalb noch schnell, entsprechende Geräte zum Schnäppchenpreis an den Mann zu bringen. Zugreifen sollte man aber trotzdem nicht. "Eine Heizung kauft man nicht mal so aus dem Bauch heraus. Immerhin handelt es sich um eine Investition für die nächsten 20 bis 25 Jahre, die gut vorbereitet sein will", betont Woithe.

Kritik am Energielabel für Heizungen und Warmwassergeräte

Nicht alle Verbraucherschützer bewerten die neue Kennzeichnungspflicht so positiv wie Woithe. "Aufgrund der unterschiedlichen Preise für Öl, Gas, Holz oder Strom bietet das Energielabel keine Information über die zu erwartenden Betriebskosten der Heizung", kritisiert beispielsweise Hans Weinreuter, Referent Energie bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, im Gespräch mit der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online, die sich für die Senkung des CO2-Ausstoßes in Privathaushalten einsetzt.

Das Label lasse außerdem völlig außer Acht, ob ein Heizsystem überhaupt zum Gebäude passt, die Leistung eines Heizkessels beispielsweise sinnvoll gewählt oder womöglich völlig überdimensioniert st. "Ein Brennwertkessel mit einer ergänzenden Solaranlage kann auf dem Energielabel mit A+ bewertet werden, ohne dass die Dachfläche des Hauses dafür geeignet ist", führt Weinreuter auf den Webseiten von co2online weiter aus.

Ein A++-Label allein macht noch keine effiziente Heizung

Sicher ist, dass kein Verbraucher allein anhand der neuen Energielabel die optimale Heizung finden kann. Sie können nur einer ersten Orientierung dienen. Eine fundierte Energieberatung oder die professionelle Beratung durch einen Fachbetrieb können die Label keinesfalls ersetzen.

Dann allerdings stellt sich die Frage, ob all der Aufwand, der in Brüssel getrieben wurde, um die vielen unterschiedlichen Label an den Start zu bringen, wirklich gerechtfertigt war. Beantworten lässt sich das abschließend erst dann, wenn klar ist, ob die erhofften segensreichen Auswirkungen der Kennzeichnungspflicht auch tatsächlich eintreten werden.

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