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Heizung sanieren, bevor sie kaputt geht

Gründe für den Austausch  

Darum sollten Sie Ihre Heizung jetzt sanieren

18.07.2019, 13:32 Uhr | jb , t-online.de , dpa

Heizung sanieren, bevor sie kaputt geht . Maulschlüssel an Heizungsrohr: Hausbesitzer tauschen eine Heizung zumeist erst aus, wenn sie kaputt ist. (Quelle: Getty Images/OgnjenO)

Maulschlüssel an Heizungsrohr: Hausbesitzer tauschen eine Heizung zumeist erst aus, wenn sie kaputt ist. (Quelle: OgnjenO/Getty Images)

Warum etwas wegwerfen, was noch gut funktioniert? In der Regel tauschen Hausbesitzer nur kaputte Heizungen aus. Politik, Wirtschaft sowie Energie- und Klimaexperten wurmt das. Wer aber Geld für so eine Investition ansparen muss, fragt sich: Wo ist das Problem?

Die Energiewende ist mehr Thema denn je – aber der Tatendrang endet oft an der eigenen Kellertür. Von insgesamt 21 Million Heizungen in Deutschland sind zwei Drittel 20 Jahre und älter laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in Köln.

Die Sanierungsquote bei gasbasierten Heizungen beträgt lediglich rund drei Prozent im Jahr, die von Ölheizungen rund ein Prozent pro Jahr. Kurzum: Hausbesitzer tauschen eine Heizung zumeist erst aus, wenn sie kaputt ist. Die Verweigerung hat einen recht nachvollziehbaren Grund: Viele fragen sich, warum sie eine noch funktionierende Heizung für viel Geld austauschen sollen. Drei Fragen und drei Antworten zum Thema.

1. Warum ist die Austauschquote so gering?

Eine neue Anlage ist teuer. Das Problem: Wer die Mittel hat, denkt nicht sofort an die Heizung. "Das Geld ist da, und es wird auch investiert" – aber eher in ein schickes Auto, eine vorzeigbare Küche oder auch gerne in den Ausbau des Badezimmers, berichtet der Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Da hilft auch kaum das Argument, dass mit der Investition in eine Heizung langfristig Ersparnisse bei den Betriebskosten möglich sind.

Dazu kommt die Unsicherheit: Langfristiges Ziel ist es, aus Klimaschutzgründen den Verbrauch von Öl und Gas zu drosseln. In der Politik wurde in den vergangenen Jahren auch immer wieder ein Steuerbonus für die Heizungssanierung diskutiert – der aber nicht kam. Allerdings können Sie die Handwerkerkosten bei der Steuer geltend machen (§35a EStG). Außerdem unterliegt der Ölpreis wieder starken Schwankungen – besonders durch die aktuell kritische politische Lage steigen die Kosten pro Barrel wieder enorm. Diese Faktoren verunsichern Verbraucher, in welche Art Heizung sie investieren sollen.

2. Ist der Erhalt der Heizung ein Problem für den Hausbesitzer?

Der Klimaschutz ist ein übergeordnetes politisches Ziel und rutscht zunehmend in den Fokus der Gesellschaft. Die erwartbaren Ersparnisse bei Betriebskosten können Haushalte nur einfahren, wenn sie vorher Geld investieren. Viele Hausbesitzer denken: Welchen Nachteil sollte es geben, die ältere Heizung zu erhalten, solange sie gut läuft?

Nach Aussagen der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online.de müsse eine Heizung nicht ausgetauscht werden, wenn sie optimal läuft und zum Wärmebedarf des Hauses passt. Dazu muss die Anlage richtig eingestellt sein, was allerdings seltener der Fall ist. Durch eine ungeeignete Programmierung werden die Geräte oft zu stark beansprucht und sind überlastet. Besonders bei den stark veralteten Heizungen in Deutschland ist ein Komplettausfall dann keine Seltenheit – und das oftmals im Winter.

Offene Heizungsanlage: Wenn die Heizung plötzlich kaputt geht, muss der Hausbesitzer Einschränkungen bei der Auswahl seiner neuen Heizung in Kauf nehmen. (Symbolbild) (Quelle: dpa/tmn/ZVSHK/dpa-tmn)Offene Heizungsanlage: Wenn die Heizung plötzlich kaputt geht, muss der Hausbesitzer Einschränkungen bei der Auswahl seiner neuen Heizung in Kauf nehmen. (Symbolbild) (Quelle: ZVSHK/dpa-tmn/dpa/tmn)

Trifft die Situation einen, können Heizungsbesitzer nicht mehr wählerisch sein. Denn im Winter sind wegen der hohen Nachfrage nur noch wenige neue Geräte auf Lager. Das heißt, es wird lediglich alles schnell repariert. Dadurch bleibt man bei der Heizart, die man schon hatte und die vielleicht nicht optimal ist.

Immerhin: Öl- oder Gasheizkessel werden heute durch öl- oder gasbasierte Brennwerttechnik ausgetauscht. Diese ist energieeffizienter als die alten Niedertemperaturkessel. Der BDH spricht von möglichen Einsparungen von bis zu 30 Prozent der Energiekosten. Eine Umrüstung auf eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe ist nicht so schnell realisierbar. Vor allem der Einbau neuer Rohre ist sehr umfangreich. 

Solarthermie lasse sich bei praktisch allen Heiztechnologien nachrüsten. Kostengünstiger und effizienter ist es, im Zuge der Heizungssanierung auf die Installation eines Kombisystems zu setzen. Hierdurch wird das Gesamtsystem von Anfang an optimal aufeinander angepasst.

Für einen geplanten Heizungstausch sind bis zu sechs Wochen der Planung nötig. Aufgrund der hohen Handwerkerauslastung und der Sommerferien können die Wartezeiten aber auch schon mal mehrere Monate betragen. 

3. Was sollten Hausbesitzer tun?

Nicht jeder kann und will sich den frühzeitigen Austausch seiner Heizung leisten. Und doch bieten sich drei Schritte an:

Schritt 1: Sich informieren und beraten lassen

Familie lässt sich von einem Handwerker beraten: Wenn Ihre Heizung älter als 15 Jahre ist, lohnt sich ein Beratungsgespräch. (Symbolbild) (Quelle: dpa/tmn/ZVSHK)Familie lässt sich von einem Handwerker beraten: Wenn Ihre Heizung älter als 15 Jahre ist, lohnt sich ein Beratungsgespräch. (Symbolbild) (Quelle: ZVSHK/dpa/tmn)

Setzen Sie sich mit dem Szenario eines möglichen Totalausfalls auseinander. Machen Sie sich bewusst, was Sie künftig haben wollen und informieren Sie sich darüber. So haben Sie zum einen bereits eine Plan, was Sie bei einem Totalausfall tun wollen, zum anderen können Sie das Szenario auch durch die rechtzeitige Sanierung umgehen.

Möchten Sie noch nicht handeln, aber im akuten Fall unbedachte Entscheidungen vermeiden, reicht Ihnen ein nicht vollkommen ausgereifter Schlachtplan. Er sollte die wichtigsten Punkte enthalten, um eine schnelle Entscheidung zu ermöglichen, vor allem weil die Einarbeitung in das Thema viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Im Idealfall können Sie auch einen Energieberater zurate ziehen.

Tipp
Es kann gut sein, dass der gewohnte Heizungsbauer nicht der richtige Ansprechpartner für andere Energieträger ist, da er sich vielleicht nicht ausreichend über allen Möglichkeiten auskennt.

Schritt 2: Anlage begutachten lassen

Nur wenige Hausbesitzer kennen den energetischen Zustand ihrer Heizung. Es ist daher ratsam, Ihren Heizungsbauer oder den Schornsteinfeger beim nächsten Routinetermin um eine Einschätzung zum Gesamtzustand und zum energetischen Zustand der Heizung zu bitten.

Teilweise kann es dann vorkommen, dass der Experte erst mal nicht den Austausch, sondern eine Optimierung der Anlage etwa durch einen hydraulischen Abgleich vorschlägt. Dabei stellt der Sanitärfachmann die Anlage neu ein. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gibt die Kosten dafür mit rund 650 Euro an. Ein Zuschuss von 30 Prozent durch den Staat ist möglich. Danach können bis zu zehn Prozent der Betriebskosten eingespart werden – die Ausgaben armotisieren sich demnach innerhalb kurzer Zeit.



Schritt 3: Staatliche Förderungen beantragen

Beim Thema Förderung ist Wissen und etwas Planung nötig. Denn der Austausch von Komponenten und das Aufrüsten und Modernisieren der Heizungen lässt sich mit staatlichen Fördergeldern und zinsgünstigen Krediten kofinanzieren. Aber bei vielen Angeboten müssen Hausbesitzer vor Beginn der Arbeiten einen Antrag stellen sowie bestimmte Standards erfüllen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche

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