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Flieder richtig pflanzen, schneiden und vermehren

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Duftende Frühjahrspflanze  

Flieder: Tipps zur Pflege der Blütenpracht

08.05.2018, 07:12 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, az, jb

Flieder richtig pflanzen, schneiden und vermehren. Fliederblüte (Quelle: imago/Steffen Schelhorn)

Fliederblüte: Der betörende Duft der Pflanze ist typisch für den Frühling. (Quelle: Steffen Schelhorn/imago)

Der Flieder mit seinem betörenden Geruch ist eine typische Frühlingspflanze, die man vor allem im Mai sieht. Was Sie beim Schneiden und Pflanzen von Flieder beachten sollten, lesen Sie hier.

Es gibt etwa 30 reine Arten der Gattung Flieder (Syringa), die in Europa und Asien vorkommen. Alle Fliederarten gehören zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Der Sommerflieder (Buddleja) gehört übrigens nicht zur Gattung Syringa, er blüht im Unterschied zum Gemeinen Flieder auch erst ab Juli.

Im Garten wächst meist der Gemeine Flieder, auch Gewöhnlicher Flieder genannt (Syringa vulgaris). Die Wildform des Flieders ist sehr beliebt. Da sie jedoch eine Höhe von sechs bis sieben Metern erreichen kann, ist sie für kleine Privatgärten oder Terrassen nur bedingt geeignet. Neue Züchtungen von Flieder-Zwergformen empfehlen sich daher eher.

Farben und Sorten

Es gibt etwa zwölf bis 25 Arten der Gattung Flieder, zum Beispiel Himalaya-Flieder, Rund- oder Fiederblättriger Flieder, Wolliger, Filziger oder Zottiger Flieder.

Beim dieser Pflanze denkt man sofort an die typischen lila Farbe. Bei manchen Sorten, wie etwa bei Syringa hyacinthiflora, leuchten die Blüten in einem dunklen Violett. Flieder gibt es aber auch in Rosa, Weiß oder Gelb.

Erste Blüte zwischen April und Anfang Juli

Je nach Fliedersorte und Region blühen die Pflanzen zwischen April und Anfang Juli. Hauptblütezeit der meisten Fliederarten und Sorten ist jedoch der Mai. Bei der Kombination mit anderen Pflanzen rät Eva Morgenstern, Beraterin der Gartenakademie Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße, die Blütezeiten aufeinander abzustimmen, um alle Pflanzen gut zur Geltung zu bringen. So kombiniert sie frühblühende Fliedersorten gerne mit Zierkirsche, Blutpflaume oder Prachtspieren. "Hervorragend passt der Flieder auch zu Goldregen oder Rosen", ergänzt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Flieder braucht kaum Pflege

Flieder ist in der Pflege eher unkompliziert und anspruchslos. "Er liebt nährstoffreiche, kalkhaltige Böden, kommt aber auch auf schwachsauren Böden gut zurecht", sagt Brunken. Da Flieder ein Starkzehrer ist, sei Dünger im Frühjahr, beispielsweise mit einem organischen Volldünger oder Kompost, unbedingt zu empfehlen. "Eine kleinere Gabe kann noch mal nach der Blüte erfolgen."

Beim richtigen Standort gibt es vor allem eines zu beachten: "Flieder ist ein absolutes Sonnenkind und verträgt keine Beschattung", erklärt Robert Markley, Geschäftsführer des Verbandes der Gartenbaumschulen.

Flieder nur vorsichtig schneiden

Beim Fliederstrauch sollte man nur verblühte Blütenstände direkt nach der Blüte am Ansatz schneiden. Auch abgestorbene Zweige sollte man natürlich entfernen. Am besten wächst der Flieder aber, wenn man ihn ansonsten ohne größeres Schneiden in Ruhe lässt. Alte Fliedersträucher können durch einen radikalen Rückschnitt der Hauptäste verjüngt werden. Diesen sollte man vorzugsweise im Sommer vornehmen, dann schließen sich die Wunden leicht wieder. Im folgenden Jahr fällt die Blüte dann aber aus. Die Blütentriebe für das nächste Jahr werden immer schon während der diesjährigen Blüte gebildet.

Flieder im Herbst pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Flieder ist der Herbst, damit er vor dem Austreiben im Frühling gut eingewurzelt ist. Wer zu spät dran ist, kann aber auch Containerware in Blüte im Frühjahr kaufen. "Eine ausreichende Wasserversorgung in den ersten Wochen nach der Pflanzung sollte dann jedoch unbedingt gewährleistet sein", erklärt Morgenstern. Außerdem sei ein vollsonniger Standort unerlässlich. "Schatten mag Flieder gar nicht. Hier wird er zwar Blattmasse entwickeln, aber nicht blühen."

Gemeiner Flieder: Hauptblütezeit der meisten Fliederarten ist der Mai. (Quelle: imago/blickwinkel)Gemeiner Flieder: Hauptblütezeit der meisten Fliederarten ist der Mai. (Quelle: imago/blickwinkel)

Flieder mit Ausläufern vermehren

Wer seinen Flieder selbst vermehren möchte, kann Ausläufer des Flieders mit dem Spaten abstechen und wie eine wurzelnackte Pflanze am gewünschten Ort wieder einsetzen. "Die Eigenschaften des Flieders sind dann mit denen der Mutterpflanze identisch", sagt Morgenstern. Auch in diesem Fall müsse der Zögling gut gewässert werden.

Zwergflieder für den Garten

Vor allem die alten französischen und russischen Sorten erlebten zuletzt ein Comeback. Eine der schönsten Sorten des Flieders ist für Diplom-Biologin Elke Haase 'Beauty of Moscow' aus dem Jahr 1947. "Die hellrosa Blüten erinnern mit ihrem irisierenden Glanz an Porzellan", schwärmt Haase von dieser Hybride. Sie empfiehlt daneben die reinweiße und kräftig duftende Sorte 'Pamjat o Kolesnikowe'. "Die Knospen sitzen wie Perlen an den Rispen", beschreibt die Diplom-Biologin. Auch die lilablauen Blüten der Sorte 'Blue Skies' und die hellblauen Rispen von 'President Lincoln' sind Blickfänge.

Der buschige Königsflieder (Syringa x chinensis 'Saugeana') eignet sich besonders gut als Heckenpflanze. Man braucht ihn nur alle zwei bis drei Jahre zu schneiden. In kleine Gärten passt der Zwergflieder Syringa microphylla 'Superba'. Er ist auch als Herbstflieder bekannt, weil er nach der Hauptblüte im Mai immer wieder neue Blütenknospen treibt. Markley empfiehlt neben dem Herbstflieder den sehr zierlichen und langsam wachsenden Duft-Flieder (Syringa meyeri 'Palibin'). Diese Pflanzen können auch in Kübeln stehen.

Hyazinthen-Flieder (Syringa hyacinthiflora) blüht meist vor dem Gemeinen Flieder. Er wächst buschiger und trägt mehr Blüten. Die Sorte 'Maidens Blush' blüht rosafarben, die Knospen sind aber fast rot. Sehr früh öffnen sich die doppelt gefüllten Blüten von 'Drushba' und bringen den bekannten Lilaton in den Garten.

Flieder ist schwach giftig

Alle grünen Teile der Pflanze, die Rinde und die Früchte sind giftig. Sie enthalten Sambunigrin, ein Blausäureglykosid. Das Gift kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Die Blüten des Flieders enthalten dagegen kaum Giftstoffe. Bei Katzen und Hunden kann aufgrund ihrer geringeren Körpergröße im Vergleich zum Menschen schon ein Verzehr kleiner Mengen giftig wirken. Wie giftig der Flieder ist, hängt von der Sorte ab. Der Gemeine Flieder ist nur sehr schwach giftig.

Geschichte des Flieders

"Ursprünglich stammt der Flieder aus der Balkanregion", erklärt Elke Haase. "Bereits im 16. Jahrhundert wurde dieses Blütengehölz am Hof von Suleiman, genannt der Prächtige (circa 1494-1566), kultiviert." Von dort aus gelangte der Flieder durch die Politik nach Europa. "Der römisch-deutsche König Ferdinand I. (1503-1564) schickte seinen Gesandten Ogier Ghislain de Busbecq (1522-1592) nach Konstantinopel." Er führte Friedensverhandlung mit dem Herrscher des Osmanischen Reiches. Auf dem Rückweg hatte er Tulpen, Hyazinthen und eben Flieder im Gepäck.

In Europa wurde er schnell beliebt und blühte nicht nur in den Botanischen Gärten. "Der Flieder war schon immer etwas Besonderes", sagt Haase. Er wuchs in Königs- und Zarengärten auf dem ganzen Kontinent. Im Volksmund war die Gattung Syringa daher auch als Spanischer oder Türkischer Holunder bekannt.

Nach und nach gelangte der Flieder auch in die Bauerngärten, und im 19. Jahrhundert verbesserten Züchter in England, Frankreich, Russland und auch Deutschland Blütenreichtum und -größe, Farbintensität und Füllung der Einzelblüten. Mit Erfolg: "In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts war der Flieder die Luxuspflanze überhaupt", erklärt Haase.

Pflegesteckbrief Flieder (Syringa vulgaris)
StandortFlieder bevorzugt nährstoffreiche, kalkhaltige Böden. Viel Sonne ist wichtig.
BlütezeitApril bis Anfang Juli; Hauptblütezeit im Mai.
DüngerIm Frühjahr mit Volldünger oder Kompost. Auch nach der Blüte ist eine schwache Düngung angebracht.
SchneidenNur verwelkte Blüten und tote Äste. Radikalschnitt verhindert Blüte im nächsten Jahr.
VermehrenFlieder bildet Ausläufer, die sich abtrennen lassen.


Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn
  • eigene Recherche

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