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Narzissen: Tipps zum Pflanzen und Pflegen

Alles über die Osterglocke  

Narzissen: Tipps zum Pflanzen und Pflegen

21.02.2018, 14:34 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, az

Narzissen: Tipps zum Pflanzen und Pflegen. Gelbe Narzissen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Grahamphoto23)

Gelbe Narzisse im Frühlingsgarten: Am besten gedeiht die Osterglocke auf einem feuchtem Rasen. (Quelle: Grahamphoto23/Thinkstock by Getty-Images)

Die goldgelben Blüten der Narzissen bringen mit ihrer leuchtenden Farbe die Sonne in den oft noch winterfahlen Garten. Da sie meist um Ostern herum blüht, wird die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) auch einfach Osterglocke genannt. Lesen Sie hier Pflegetipps für Narzissen, wo der beste Standort für die Pflanzen ist und was Sie tun können, wenn sie verblüht sind.

Narzissen, umgangssprachlich auch Osterglocken genannt, läuten den Frühling ein und sorgen für gelbe Farbtupfer nach dem Winter. Der Ursprung der Narzissenarten liegt auf der Iberischen Halbinsel – die Pflanzen sind also nicht nur optisch Sonnengewächse. Dennoch gedeihen die meisten Narzissen auf einem nassen Rasen gut. 

In Deutschland sind nach Angaben von Armin Jagel, Vorstandsmitglied im Botanischen Verein Bochum, zwei Arten heimisch. "Die Gelbe Narzisse wächst beispielsweise in der Eifel", erläutert Jagel. In den westlichen Alpen kommt die weiße Stern-Narzisse wild vor. Beide Narzissenarten gelten als gefährdet bis stark gefährdet.

Klassifizierung von Narzissen
Klasse 1Trompetennarzissen
Klasse 2Großkronige Narzissen
Klasse 3Kleinkronige Narzissen
Klasse 4Gefülltblühende Narzissen
Klasse 5Engelstränen-Narzissen
Klasse 6Alpenveilchen-Narzissen
Klasse 7Jonquillen
Klasse 8Tazetten
Klasse 9Dichternarzissen
Klasse 10Wildarten
Klasse 11Geschlitztkronige Narzissen
Klasse 12Sonstige Narzissen

Narzissen nicht zu Tulpen pflanzen

Schaut man sich den natürlichen Standort der Gelben Narzisse an, kann man Rückschlüsse auf einen optimalen Platz im Garten ziehen: "Auf Wiesen, die im Frühjahr nass sind, fühlen sich viele Narzissen wohl", sagt Katharina Adams, Präsidentin der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) in Ettenheim (Baden-Württemberg). "Das ist anders als bei den meisten Zwiebelpflanzen." Sie rät daher, Tulpen und Narzissen nicht zusammenzupflanzen.

Blätter der verblühten Narzissen nicht zu früh entfernen

"Ideal zum Pflanzen ist beispielsweise ein nasser Rasen," sagt Adams. Die meisten Narzissen blühen zwischen März und April. Sind sie verblüht, sollte man die Blätter aber stehen lassen, bis sie braun werden. Wenn Sie die Blätter zu früh abschneiden, könnte die Narzisse eingehen. Auch im Beet schneidet man das Laub der Pflanzen nicht zurück, sondern zupft es erst ab, wenn es sich leicht löst. "Im Staudenbeet verwendet man Narzissen vor allem als Vorblüher", sagt Adams. Die später treibenden Prachtstauden verdecken das gelb werdende Laub, wenn die Zwiebeln im mittleren bis hinteren Bereich gepflanzt werden.

Narzissen als Giftpflanzen: Gefährliche Blumenzwiebeln

Alle Teile der Osterglocken sind giftig, vor allem aber die Zwiebel. Vergiftungsgefahr bei Menschen besteht, wenn die Narzissenzwiebeln wegen ihrer Ähnlichkeit mit Küchenzwiebeln verwechselt werden. Symptome können Würgen und Erbrechen bis hin zu Lähmungserscheinen sein. Die "Informationszentrale gegen Vergiftungen" rät, in diesem Fall unbedingt einen Arzt oder eine Klinik aufzusuchen.

Narzissen passen gut zu Rhododendron

Wichtig sei eine gut versorgte, im Frühjahr frische Erde. "Zwischen Wiesenstauden fühlen sich die Narzissen sehr wohl", erläutert die Buchautorin. Für halbschattige Waldbereiche empfiehlt Adams Narzissen als Unterpflanzung von Rhododendren. "Gerade mit Hosta kann man die Frühlingsblüher gut verbinden, da das gelb werdende Laub von den großen Blättern der Funkien verdeckt wird."

Zu den Polsterstauden im Steingarten passen die kleineren Arten. Auch Sorten, an denen Arten aus dem Mittelmeerraum beteiligt sind, vertragen nach Angaben von Jagel besser lockere Böden mit einem guten Wasserabzug, da sie sonst leicht faulen können.

Narzissen lassen sich ins Beet, Töpfe und Kästen setzen. Im Beet können sie mit anderen Zwiebelpflanzen wie Krokussen, Schneeglöckchen oder Traubenhyazinthen kombiniert werden.

Die Zwiebeln werden vorzugsweise im September gesetzt. Sie können auch bis in den Winter hinein pflanzen, solange der Boden frostfrei ist. Die Pflanztiefe für die Zwiebeln beträgt in der Regel etwa 10 bis 15 Zentimeter. 

Dünger für die Narzissen im Frühling

Die Osterglocken freuen sich im Frühjahr über eine Kompostgabe von drei bis fünf Liter pro Quadratmeter. Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn, rät, die Pflanzen nach der Blüte etwa Anfang bis Mitte April mit einem phosphatreduzierten, schnelllöslichen Volldünger zu versorgen. Er sollte ausgebracht werden, solange die Blätter der Osterglocken noch grün sind. "Dann kann die Pflanze die Nährstoffe noch aufnehmen und sie in der Zwiebel für Zuwachs und neue Blütenanlagen im nächsten Jahr speichern", sagt Brunken.

Für Balkon vorgetriebene Narzissen kaufen

Will man Narzissen in Töpfe oder Kästen auf Balkon und Terrasse pflanzen, so rät Jagel zu Vorsicht. Die Zwiebeln vieler Sorten und Arten seien frostempfindlich. Im Boden sitzen die Narzissenzwiebeln so tief, dass sie vor Kälte geschützt sind. Im Topf frieren die Zwiebeln aber leicht durch und verfaulen nach dem Auftauen. Es empfiehlt sich daher, die Narzissen für Balkonkästen und Kübel im Freien erst im Frühjahr vorgetrieben zu kaufen. Nach der Blüte kann man sie dann in den Garten pflanzen. Sie brauchen meist ein bis zwei Jahre, bis sie wieder üppig blühen.

Narzissen vermehren: Samen oder Zwiebel

Narzissen lassen sich durch Aussaat und durch Tochterzwiebeln vermehren. Werden sie durch Samen vermehrt, kann es jedoch mehrere Jahre dauern, bis sie erstmals blühen. Die Ausbildung der Samen kann die Mutterpflanze schwächen. Einfacher ist die bewährte Prozedur, die Zwiebeln zu teilen und neu zu stecken.

Narzissen nicht mit Spaten teilen

Haben sich die Narzissen im Garten etabliert, bilden die Triebe von Jahr zu Jahr dichtere Büschel (sogenannte Horste). Blühen sie nicht mehr so gut, ist der Zeitpunkt zum Teilen gekommen. Dazu nehme man die Narzissenzwiebeln – wenn sie das Laub eingezogen haben – aus dem Boden und schüttele die Erde ab, erläutert Adams. Dann erkenne man, dass sich rund um die einst gepflanzte Zwiebel kleinere gebildet haben. "Beim Teilen nimmt man diese Seitenzwiebeln vorsichtig mit der Hand ab", sagt die Verbandspräsidentin. Sie rät davon ab, die Horste grob mit Spaten oder Messern zu zerteilen – denn das zerstöre die Zwiebeln.

Narzissen: Diese Sorten eignen sich zum Verwildern

Manche Sorten sind besonders geeignet zum Verwildern. Dann lässt man die Pflanzen sich einfach ungehindert auf der Wiese ohne große Pflege ausbreiten. Gut zum Verwildern sind beispielsweise Alpenveilchen-Narzissen (Narcissus cyclamineus), Trompeten-Narzissen, zu denen auch die Osterglocken gehören, oder die weiße Dichternarzisse (Narcissus poeticus). Sie duftet sehr intensiv und blüht als letzte der verschiedenen Narzissen-Sorten. Ebenfalls weiß blüht die Engelstränen-Narzisse. Sie eignet sich besonders gut für sonnige Stellen wie im Steingarten. Sollen Narzissen verwildern, ist generell der richtige Standort wichtig. Also im Frühjahr feuchter Boden und sonnig, im Sommer trocken.

Osterglocken für den Strauß in der Vase ausschleimen lassen

Narzissen sind auch als Blumen für den Frühlingsstrauß in einer Vase beliebt. Aber Vorsicht: Osterglocken sondern nach dem Schnitt eine schleimige Substanz ab, die andere Blumen schneller welken lässt. Aus diesem Grund sollte man sie in einer separaten Vase für etwa 24 Stunden ausschleimen lassen, bevor sie im Strauß mit anderen Blumen, zum Beispiel Tulpen, kombiniert werden.

Schöner Brauch an Weihnachten: blühende Tazetten

Blühende Hyazinthen sind ja im Winter sehr beliebt und auch weit verbreitet. Doch auch Tazetten-Narzissen lassen sich im Zimmer kultivieren und rechtzeitig zu Weihnachten zum Blühen bringen. Ihr Geruch erfüllt den Raum dann mit einem frischen Frühlingsduft. Im Unterschied zu anderen Narzissensorten tragen die Tazetten bis zu fünf Blüten auf einem Blütenstiel. Ihre Blüten sind weiß und haben in der Mitte eine gelegentlich farbige Nebenkrone.

Die Pflege ist wenig aufwändig. Die Blumenzwiebeln werden nebeneinander in eine Schale gepflanzt. Erde ist überflüssig, man kann sie auf ein Bett aus Kies oder Dekosteinen pflanzen. Dann soweit mit Wasser auffüllen, dass die Narzissenzwiebeln selbst nicht im Wasser stehen. Bis zur Blüte vergehen etwa vier bis sechs Wochen. Die Tazetten sollten möglichst hell, aber nicht zu warm stehen (also nicht über der Heizung beispielsweise). Fürs Freiland eignen sich die Tazetten übrigens nicht.

Narzissen als Zimmerpflanzen

Damit Narzissen sich möglichst lange im Zimmer halten, darf der Topfballen nie austrocknen. Je mehr Wasser die Pflanze erhält, desto höher kann sie wachsen. Darauf weist das "Blumenbüro Holland" hin. Aber wie bei vielen Zimmerpflanzen gilt auch hier: Vermeiden Sie Staunässe. Die Pflanzen und ihre Blüten halten sich außerdem länger, wenn es ihnen nicht zu warm ist. Gut ist also ein kühler, aber auch ein heller Standort, etwa die Fensterbank. Narzissen recken aber ihre Blütenköpfe immer in Richtung Sonne, daher sollte man den Topf regelmäßig drehen.

Im Handel gibt es etwa 50 Sorten Narzissen zu kaufen

Narzissen gehören zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). "Narzissen, die man in Gärten und im Blumencenter findet, sind Sorten, die durch Hybridisierung der genannten Arten mit weiteren Arten aus dem Mittelmeerraum entstanden sind", sagt der Botaniker Jagel. Es gebe rund 24.000 verschiedene Sorten. Allerdings findet man nur etwa 50 Sorten tatsächlich im Handel. Die Sorten unterscheiden sich in der Blütengröße, -form und -farbe sowie in Wuchshöhe und Blütezeit. Das Farbspektrum der Pflanzen variiert von Weiß über Gelb bis Lachsrosa.

Narzissen-gelbes Tête-à-tête

Sehr weit verbreitet ist die Sorte "Tête-à-tête" mit kleinen gelben Blüten. "Sie heißt so, weil oft zwei Blüten an einem Stängel zusammenstehen – also Kopf an Kopf", erläutert Jagel. Sie lässt sich nicht nur im Garten pflanzen, sondern gedeiht auch auf der Fensterbank. An diesem Standort kommt seit einigen Jahren die Sorte "Bridal Crown" gut an. Diese gefüllte Narzisse zeichnet sich aus durch cremefarbene, stark duftende Blüten.

Pflege-Steckbrief Narzisse (Narcissus)

Standort

Im Frühjahr nasse Wiesen; recht sonnig.

Düngen

Nach der Blüte etwa Anfang bis Mitte April mit einem phosphatreduzierten, schnelllöslichen Volldünger versorgen. Die Blätter der Osterglocken sollten noch grün sein.

Narzissen teilen

Sind die Narzissen blühfaul geworden, teil man die Horste. Dafür keinen Spaten verwenden, das verletzt die Blumenzwiebeln nur.

Verwildern

Geeignet sind cyclamenblütige Narzissen, Trompeten-Narzissen, zu denen auch die Osterglocken gehören, oder die weiße Dichter-Narzisse.

Zum Gartenlexikon: Tipps und Tricks für Ihre Gartengestaltung rund um Haus und Garten
Zum Pflanzenlexikon: Hier finden Sie Infos, Tipps und Tricks für Ihre Pflanzen von A-Z

Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn
  • eigene Recherche
  • Informationszentrale gegen Vergiftungen
  • Bochumer Botanischer Verein
  • Gesellschaft der Staudenfreunde
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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