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Gartenarbeit im September: Ernte, Aussaat und Rückschnitt

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Ernten und Einmachen  

Gartenkalender September – Das ist jetzt zu tun

01.09.2017, 11:40 Uhr | sikoe, dpa-tmn, jb, t-online.de

Gartenarbeit im September: Ernte, Aussaat und Rückschnitt. Blumenfeld (Quelle: Getty Images/somnuk krobkum)

Garten September: Einige Blüten zeigen sich in diesem Monat in ihrer ganzen Pracht. (Quelle: somnuk krobkum/Getty Images)

Der Herbst löst langsam den Sommer ab und die Gartensaison neigt sich ihrem Ende zu. Es wird kühler und die Tage werden spürbar kürzer. Jetzt gilt es, die Ernte einzuholen und haltbar zu lagern. Außerdem werden im Herbst rechtzeitig die Hecke geschnitten. Was im September noch zu tun und worauf zu achten ist.

Bei schönem Wetter dauert die Blüte einiger Rosen noch immer. Auffälliger sind jedoch Astern, Sonnenhut, Fetthennen und andere Blütenstaude, die den Garten in eine Blütenshow verwandeln. Die Apfel- und Kartoffelernte kommt in den Keller, Marmeladen und Gelees aus geernteten Früchten und Beeren können eingekocht werden. Und noch mehr: Das nächste Gartenjahr wird schon geplant. Besorgen Sie am besten jetzt die Zwiebeln für Krokusse, Tulpen und Narzissen, um diese spätestens im Oktober pflanzen zu können. 

Obst- und Gemüseernte 

Tomatenpflanzen tragen die letzten Früchte. Noch grüne Tomaten können am Strauch ausreifen, werden sie mit Folienhauben eingepackt. Neu gebildete Blüten werden besser entfernt, damit alleine die Früchte von den Nährstoffen profitieren können.

Auch Kartoffeln sind jetzt reif und können verarbeitet oder im Keller eingelagert werden. Dafür eignen sich jedoch nur gesunde und unbeschädigte Knollen. Ideal ist ein trockener, dunkler Lagerraum um die acht Grad, damit die Knollen nicht keimen.

Bei Zucchinis ist nun Eile geboten: Ihre Ernte erfolgt noch vor dem ersten Frost. Bis dahin gilt es, die Pflanze regelmäßig zu wässern und zu düngen: Flüssigdünger oder Pflanzenjauche eignen sich am besten. Mulch aus halb verrottetem Kompost tut der Pflanze ebenfalls gut. So liefert sie noch lange neue Früchte nach.

Die Samen von Einjährigen, zum Beispiel Begonien, Petunien oder Sonnenblumen können gesammelt werden. Sie werden in Papiertüten über den Winter am besten luftig, kühl, trocken und dunkel gelagert. In Marmeladengläsern besteht die Gefahr, dass die Samen durch ihre Restfeuchte anfangen zu gammeln.

Teilweise können Ende September auch schon Walnüsse geerntet werden.

Junge Obstbäume brauchen Wasser

Die Obstbäume wie Birnen, Äpfel und Pflaumen sind reif und können nun abgeerntet werden. Die noch jungen Bäume brauchen eine sichere Wasserversorgung. An trockenen Tagen können sie zusätzlich gegossen werden – auch im Spätsommer. Etablierte Bäume kommen allerdings alleine klar, ihr Wurzelwerk ist tief genug.

Kürbisse nicht nur zu Halloween

Die Frühherbstsonne lässt Kürbisse jetzt richtig ausreifen und sorgt dafür, dass das Fruchtfleisch schön süß und die Schale holzig wird. Der jetzt schon mögliche Nachtfrost schadet den Früchten nicht. Bei trockenem Wetter bleiben sie möglichst lange auf den Beeten liegen. Sie können so nachreifen. Für eine stimmungsvolle Herbstdeko mit Kürbissen können jedoch vereinzelt Früchte geerntet und nach dem Aushöhlen mit Schnitzereien verziert werden. Wenn es dunkel wird, einfach eine Kerze in den Kürbiskopf stellen und schon leuchten die orangen Gesichter.

Der Boden braucht besondere Pflege

Gartenabfälle können zu Mulch weiterverarbeitet werden. Holzabfälle von Bäumen und Sträuchern, Rasenschnitt und Laub eignen sich am besten dazu. Das Material wird gesammelt, und mehrere Monate kompostiert. Die Vorteile von Mulch:

  • organisches Material
  • deckt den Boden ab
  • schützt die Erde vor Witterungseinflüssen
  • erhält die Feuchtigkeit am Boden
  • gibt der Erde neue Nährstoffe
  • hält Unkraut ab. 

Aber auch Rhododendron-Erde ist ideal zum Auffüllen von Pflanzlöcher im Herbst.

Eine schnellere Alternative bietet ein schwarzer Plastiksack, in den man Garten- und Küchenabfälle füllt und ihn ungefähr sechs Wochen lang an einem sonnigen Ort stehen lässt. Dann kann man den entstandenen Mulch auf dem Boden verteilen, wo ihn Würmer langsam weiter abbauen.

Wenn geerntet wurde, braucht der Boden noch einmal Nährstoffe. Der Gartenboden wird verbessert, indem grüne Pflanzen und angewelktes Pflanzenmaterial, wie zum Beispiel Stroh, in den Boden eingearbeitet werden. Diese sogenannte Gründüngung unterstützt die Bildung von Humus und ist wirksam gegen Bodenerosion und Unkraut. Auch für die Lebewesen im Boden bietet sich dadurch eine gute Nahrungsquelle. Hierfür eignen sich besonders Bienenfreund, Raps, Klee oder Ölrettich.

Achtung beim Heckeschneiden

Damit die Vögel nicht auf ihre beliebten Brutplätze in Hecken verzichten müssen, ist der radikale Heckenschnitt von März bis Ende September deutschlandweit verboten. Nur Formschnitte sind in dieser Zeit erlaubt. Ein zu später Heckenschnitt wiederum – also ab Ende August – regt zu neuem Wachstum an. Vorsichtiges Stutzen kann dies verhindern. Andernfalls könnten die nachfolgenden Triebe Frostschäden erleiden und die Hecke würde im Frühjahr nicht mehr gut aussehen.

Die Triebe des Himbeerstrauchs, die Früchte getragen haben, werden komplett zurück geschnitten. Diese neuen Triebe entwickeln im nächsten Jahr die Früchte. Einen Rückschnitt erhalten auch die frischen Triebe und alten Blütenstiele des Lavendels, damit der Stock nicht verholzt. gleiches gilt für Kletter- und Ramblerrosen. Die Triebe werden außerdem angebunden, damit sie sich in den kommenden Herbststürmen nicht verletzen.

Bei Rosen auf aufgelockerten Boden achten

Der Spätsommer ist ein idealer Zeitpunkt, um Rosen zu setzen. Damit der Rosenstock ausreichend Wasser erhält, wird dieser zunächst einen Tag lang ins Wassergestellt. Der optimale Rosenboden ist humusreicher, sandiger Lehmboden. Er wird vor dem Einpflanzen ausreichend aufgelockert, denn die Wurzeln der Rose brauchen sehr viel Sauerstoff. Verletzte und abgestorbene Wurzelteile werden entfernt. Beim Einsetzen der Pflanze ist es wichtig, dass die Veredelungsstelle der Rose etwa fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche sitzt.

Auch herbstblühende Zwiebelpflanzen müssen im September schleunigst in die Erde. Die Knollen der Alpenveilchen werden vorher am besten 24 Stunden lang in Wasser eingeweicht.

Rasen aussäen funktioniert das ganze Jahr

Der Rasen sollte im Frühherbst noch einmal vertikutiert werden. Solange das Spätsommerwetter mild und frostfrei ist, lohnt es sich auch, noch neuen Rasen auszusäen. Schadhafte Stellen, die in der Sonne verbrannt sind, werden einfach nachgesät.

Häufig gibt es zu dieser Zeit Niederschläge, die für eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit sorgen. Zwar keimen die Gräser bei einer so späten Aussaat nicht mehr sofort, dafür sind sie dann im kommenden Frühjahr besonders dicht und kräftig. Nachtfrost schadet der aufkeimenden Saat übrigens nicht, allerdings sollten die Flächen nach der Aussaat möglichst nicht mehr betreten werden.

Auch das über den Sommer gewachsene Moos muss raus, damit die Halme ausreichend Luft bekommen. Ende September bekommt der Rasen dann noch einen Winterdünger: Er sollte stickstoffarm sein, damit nur die Wurzeln einen Wachstumsschub bekommen. Stickstoffe würden auch die Halme noch mal anregen.

Im September Stauden teilen und Gehölze pflanzen

Lupinen, Margeriten, Rittersporn und andere ausdauernde Gartenstauden lassen sich am einfachsten durch Teilung vermehren. Dazu ist jetzt die Zeit günstig, zumindest solange die Nächte noch frostfrei sind. Stauden, die lange blühen, sind nur bedingt zu teilen und umzusetzen. In manchen Fällen bilden sie nämlich nicht mehr ausreichend Wurzeln aus. Es ist ratsam, diese Tätigkeiten auf das Frühjahr zu verschieben. Damit sich eventuell Seitenknospen entwickeln können, werden verwelkte Blüten immer sofort abgeschnitten.

Dahlien werden nach der Blüte ausgedünnt: Verblühtes wird entfernt, damit die Nachblüte weiterhin üppig ausfällt und die Pflanze ihre Kraft nicht in die Samenbildung verliert. Eine schwache Dahlie ist außerdem anfälliger für schädliche Pilze und Blütenfäulnis.

Wintergrüne Gehölze wie die Eibe und der Efeu werden gepflanzt. Vor dem Winter können diese Pflanzen noch Wurzeln zu bilden und sich im Garten etablieren, Im Frühjahr wachsen sie dann schneller. Bei dem Einpflanzen ist es am besten, mindestens einen Quadratmeter Bodenfläche für den Wurzelballen größerer Gehölze aufzugraben.

Zwiebeln für Frühlingsblumen brauchen lockeren Boden

Je früher die Zwiebeln von Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen, Krokussen und anderen Frühblühern in den Boden kommen, desto besser wachsen sie an und umso schöner blühen sie im nächsten Frühjahr auch auf. Zwiebeln für Frühlingsblumen werden vor dem ersten Frost gesetzt. Alle Arten brauchen lockeren Boden, damit sich keine Nässe stauen kann. Wenn man etwas Kompost mit in das Pflanzloch gibt, ist auch gleich für genügend Nährstoffe gesorgt.

Bis Anfang September können noch zweijährige Sommerblumen wie Levkojen, Vergissmeinnicht oder Fingerhut ausgesät werden. Die Gefäße stehen am besten an einem halbschattigen Platz. Bei einer Temperatur von 15 bis 18 Grad keimt die Saat. Drei bis vier Wochen später werden die Pflänzchen dann am besten in Töpfe umgesetzt und spätestens Mitte Oktober an den vorgesehenen Platz im Garten gepflanzt.

Kaltkeimer aussäen

Kaltkeimer wie Eisenhut, Phlox Fackellilie, Frauenmantel, Bergenie und Taglilie müssen ins Beet vor dem Winter – ihre Samen brauchen einen Kälteschock, damit sie im Frühjahr mit dem Wachsen beginnen.

Balkon und Terrasse

Ab Ende August sollte man davon absehen, mediterrane Kübelpflanzen weiter zu düngen, sonst wird erneut das Wachstum angeregt. Ein zu hoher Nährstoffgehalt schadet den Pflanzen eher, weil die Triebe nicht mehr rechtzeitig vor dem Winter ausreifen und dann leicht anfangen können zu faulen.

Von Geranie, Oleander und Fuchsie können Stecklinge abgeschnitten werden, die geschützt unter einer Haube aus Folie oder Glas am besten Wurzeln bilden. Pflegeleichte Pflanzen wie Erika oder Chrysanthemen lösen die Sommerblumen in den Balkonkästen ab und vertragen sogar leichte Fröste. Auch jetzt im Herbst ist das richtige Gießen sehr wichtig. Die meisten Schäden an den Pflanzen entstehen nämlich durch einen trockenen oder verfaulten Wurzelballen.

Tipp des Monats
Besonders Stare aber auch andere Vögel fallen im Spätsommer gerne über reife Weintrauben her. Mit Netzen werden die Reben vor den hungrigen Piepmätzen geschützt. Die Netze sehen zwar nicht besonders dekorativ aus, bleiben aber ohnehin nur wenige Wochen über den Pflanzen, bis die Vögel weiter gezogen sind.


Was Sie jetzt ernten können

Gemüse

Gurke, Kürbis, Hokkaido, Mais, Zucchini

Kräuter und Zwiebeln

Schalotten, Lauch/Porree, Lauchzwiebel

Blattgewächse, Hülsenfrüchte & Stauden

Bohnen, Erbsen, Blattsalat, Endivie, Feldsalat, Mangold, Portulak, Radicchio, Rucola/Rauke, Spinat

Obst

Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Äpfel, Birnen, Süßkirschen, Zwetschgen

Wurzeln und Knollen

Fenchel, Kartoffel, Karotte, Pastinake, Radieschen, Weißer Rettich, Rote Beete, Knollensellerie, Steckrübe, Topinambur

Kohl und Rüben

Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Pak-Choi, Kohlrabi, Rosenkohl, Weisskohl, Spitzkohl, Rotkohl, Wirsing

Aus dem Gewächshaus

Paprika, Tomate, Aubergine


Was jetzt blüht

 

Bäume

Feigenbaum, Zimterle, Bleiwurz, Fingerstrauch, Frangipani, Gelber Trompetenbaum, Immergrüne Magnolie, Linde, Wunderbaum, Zitrone

Sträucher

Brombeere, Strauch-Eibisch,Strauch-Rosskastanie, Lavendel, SommerfliederMyrte, Liguster

Klettergewächse

Wilder Wein, Waldreben

Blumen & Stauden

Garten-Hortensie, Oleander


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