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Himbeeren schneiden: Tipps für Herbst- und Sommersorten

t-online, ce

Aktualisiert am 14.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Herbsthimbeeren: Sie gelten als pflegeleicht und madenfrei.
Herbsthimbeeren: Sie gelten als pflegeleicht und madenfrei. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)
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Wenn Sie Himbeeren schneiden, ist es wichtig zu wissen, ob die Sträucher im Sommer oder Herbst ihre Früchte tragen. Das sollten Sie beim jeweiligen Rückschnitt beachten.

Das Wichtigste im Überblick


Um Himbeeren richtig zu schneiden, bedarf es weder viel Geschick noch Aufwand. Wichtig ist lediglich, dass Sie die Tipps für sommertragende und herbsttragende Beerensträucher beachten. Wenn Sie beide Pflanzen im Garten kombinieren und die Schnitttermine einhalten, können Sie vom Frühsommer bis in den Spätherbst ernten.


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Tipps für sommertragende Beerensträucher

Sommerhimbeeren wie die Sorten "Schönemann", "Meeker" und "Rubaca" haben zwei wichtige Vorteile: Zum einen ist ihre Fruchtqualität etwas höher als die von Herbsthimbeeren. Zum anderen sind die Beerensträucher besonders ertragreich.

Sommertragende Himbeeren schneiden

Schneiden Sie die Himbeeren etwa ab Juli, nachdem Sie die letzten Früchte abgeerntet haben. Diese Fruchtruten sollten Sie bodennah abschneiden und vorsichtig aus dem Spalier entfernen. Zu dieser Zeit fällt es leicht, die dunklen, alten von den grünen Jungtrieben zu unterscheiden.

Tipp: Lassen Sie mindestens fünf vitale Jungruten des aktuellen Bestands stehen, kürzen Sie diese bei Bedarf auf zwei Meter und befestigen Sie sie ordentlich am Gerüst.

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau empfiehlt, auf einem Meter acht bis zwölf Jungtriebe übrig zu lassen – sind es mehr, können sich leichter Pilzerkrankungen ausbreiten.

Sommerhimbeeren im März nachschneiden

Eventuell empfiehlt es sich, die Himbeeren im kommenden März noch einmal nachzuschneiden, falls noch Stummel der gekürzten Ruten aus dem Boden ragen.

Tipp: Entfernen Sie im zeitigen Frühjahr auch schwache und kranke Jungtriebe der Beerensträucher. So haben die Haupttriebe mehr Kraft und können schneller wachsen.

Herbsthimbeeren richtig schneiden

Herbsthimbeeren sind pflegeleichte Sträucher für den Garten und wenig anfällig für Maden oder Himbeerkäfer. Typische Herbstsorten sind "Autumn Bliss", "Himbo-Top" und "Polka". Nachdem Sie die Früchte geerntet haben, können Sie im November oder Spätwinter die Himbeeren schneiden – und zwar auf Bodenhöhe.

"Twotimer"-Himbeeren richtig schneiden

Die "Twotimer"-Himbeere besteht aus einer Kreuzung zwischen Herbst- und Sommerfrüchten und besitzt sowohl einjährige als auch zweijährige Triebe. Das hat den Vorteil, dass "Twotimer"-Sorten wie "Sugana" zweimal im Jahr tragen. Dadurch können Himbeeren im Frühsommer (Anfang Juni) und Spätherbst (Ende Oktober) geerntet werden.

"Twotimer"-Himbeere: Die Sorte 'Sugana' trägt zweimal im Jahr.
"Twotimer"-Himbeere: Die Sorte 'Sugana' trägt zweimal im Jahr. (Quelle: McPhoto/imago-images-bilder)

Achtung: Die zweijährigen Triebe sollten immer bodennah abgeschnitten werden. Das sind die Früchte, die im letzten Sommer Früchte getragen haben und sich deshalb optisch deutlich von den jüngeren Ruten abgrenzen.

Schädlinge einfach bekämpfen

Laut Experten des Magazins "Mein schöner Garten" sollten Sie pro laufendem Meter zwei der abgeschnittenen Ruten im Beet liegen lassen, damit Raubmilben und andere nützliche Insekten darauf nisten können. Sobald im Frühjahr wieder neue Triebe wachsen, siedeln die tierischen Helfer über und halten Schädlinge wie Spinnmilben von den Pflanzen fern.

Schnittmaßnahmen für eine reiche Ernte

Falls Sie die Herbstsorten zwei Mal im Jahr abernten wollen, sollten Sie direkt nach der Frühsommerernte die Himbeeren schneiden. Allerdings ist es generell sinnvoller, sowohl Herbst- als auch Sommerhimbeeren anzubauen, da die zweifache Ernte die einzelnen Beerensträucher zu sehr schwächt – so kann der Ernteertrag im schlimmsten Fall gemindert werden.

Himbeeren schneiden: Bypass- oder Amboss-Schere?

Grundsätzlich wird zwischen Amboss- und Bypass-Scheren unterschieden.

Amboss-Modelle eignen sich für grobe Schnittmaßnahmen wie dickere Zweige, abgestorbene Äste oder Hartholz. Bei diesen Scheren ist die Kraftübertragung besser und sie verkanten beim Schneiden nicht so leicht. Für empfindliche Pflanzenstängel sind Amboss-Scheren hingegen weniger geeignet. Sie würden beim Schnitt zu stark gequetscht.

Bypass-Schere: Sie arbeitet mit zwei scharfen Klingen und eignet sich für Sträucher mit dünnen Zweigen.
Bypass-Schere: Sie arbeitet mit zwei scharfen Klingen und eignet sich für Sträucher mit dünnen Zweigen. (Quelle: Klaus W. Schmidt/imago-images-bilder)

Bypass-Scheren besitzen zweischneidige Klingen, mit denen dünne Zweige und Pflanzenstängel sauberer abgetrennt werden können. Vor allem für den Rückschnitt von Ziersträuchern wie Rosen, aber auch Beerensträuchern ist dieser Scherentyp ideal.

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Unser Tipp
Wenn Sie Ihren Himbeerstrauch zurückschneiden, tragen Sie am besten Gartenhandschuhe oder Rosenhandschuhe. Diese schützen vor den feinen Stacheln an seinen Ruten.

Wurzelsperre gegen wuchernde Himbeersträucher

Die Flachwurzeln des Himbeerstrauchs wuchern im Erdreich, etwa im Umkreis von zwei Metern. Dabei verdrängen die Ausläufer auch andere Pflanzen im Garten. Das starke Breitenwachstum können Sie aber mit einer Wurzelsperre oder Rhizomsperre stoppen.

Die im Handel als Rollenware erhältlichen Sperren bestehen aus besonders fester Polyethylen-Folie: Sie ist etwa zwei Millimeter stark. Bringen Sie die Sperre vor dem Pflanzen des Himbeerstrauchs etwa 40 Zentimeter tief in den Boden ein und lassen Sie die Folienränder etwa fünf Zentimeter aus dem Boden ragen. So können die Wurzelausläufer nicht darüber klettern.

Unser Tipp
Nachträgliche Wurzelsperren lohnen sich auch, wenn sich die Himbeerpflanzen schon im Garten ausbreiten. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie alle Wurzeln außerhalb der Sperre regelmäßig entfernen. Nur so lassen sich die Sträucher im Zaum halten.

Anleitung für die Erziehung am Drahtspalier

Neben Spalierobst ist es auch ratsam, Beerensträucher wie Himbeeren an einem Gerüst anzubinden und zu "erziehen". Das gilt besonders für sommertragende Himbeeren. Gehen Sie folgendermaßen vor:

Schlagen Sie mehrere, etwa zwei Meter lange Holzpfähle im Abstand von 1,50 Meter in den Erdboden und spannen Sie in 40, 80 sowie 160 Zentimeter Höhe horizontal Drähte. Setzen Sie die jungen Himbeerpflanzen in einem Abstand von rund 50 Zentimetern direkt an das Holzspalier und kürzen Sie die Jungpflanzen auf 30 Zentimeter Höhe.

Wenn Ende Mai neue Triebe etwa 30 Zentimeter aus der Erde treiben, werden zwölf bis 15 gesunde, gut verteilte Ruten an den Spalierdrähten befestigt und im Laufe des Sommers "erzogen". Die verbleibenden Ruten werden bereits Ende Mai auf Bodennähe gekürzt. Wenn die Fruchtruten im Spätherbst über den obersten Draht ranken, schneiden Sie diese ab.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Mein schöner Garten
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Von Jennifer Buchholz

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