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Schmetterlings-Sterben in Deutschland geht weiter

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Schmetterlings-Sterben in Deutschland geht weiter

23.08.2017, 08:31 Uhr | hex/cfm, AFP

Schmetterlings-Sterben in Deutschland geht weiter. Schmetterlinge verschwinden in Deutschland (Quelle: dpa/Carsten Rehder)

Der Rückgang der Schmetterlings-Populationen ist bundesweit dramatisch – das stille Sterben schreitet ungebremst voran. (Quelle: Carsten Rehder/dpa)

Manche fallen durch ihre bunt gemusterten Flügel auf, andere flattern dezent einfarbig über die Wiesen. Doch eine traurige Gemeinsamkeit haben alle Schmetterlingsarten in Deutschland: Sie werden immer weniger. Schmetterlingsforscher haben die Gründe für das stille Sterben ausgemacht. 

In Deutschland gibt es immer weniger Schmetterlinge. Bei nachtaktiven Schmetterlingen ging die Anzahl der Arten seit den frühen 1980er Jahren um mehr als die Hälfte zurück, wie eine Untersuchung des Biologen Josef Reichholf im Auftrag der Deutschen Wildtierstiftung zeigt. Bei den Tagfaltern verringerte sich seit Mitte der 1970er Jahre die Zahl der Wiesenarten sogar um 73 Prozent.

Rückgang betrifft vor allem die Agrarlandschaft

Es gebe nicht nur einen dramatischen Rückgang in der Artenvielfalt. Auch die Zahl der Individuen sei stark rückläufig. Der Rückgang betrifft demnach vor allem die Agrarlandschaft. Bei den Waldarten und in den Städten gebe es keinen vergleichbaren Rückgang. Reichholf spricht von einem "Alarmsignal".

Schmetterlinge übernehmen wichtige Funktion im Ökosystem

Die Funktion von Schmetterlingen im gesamten Ökosystem werde häufig unterschätzt. "Sie bestäuben Pflanzen und sind wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere", erklärt der Schmetterlingsexperte. In Deutschland gibt es etwa 3700 verschiedene Arten von Schmetterlingen.

Maisanbau und Überdüngung sind verantwortlich

Für das Verschwinden der Schmetterlinge macht Reichholf unter anderem den großangelegten Maisanbau vor allem für Biogasanlagen verantwortlich. Im Jahr 2016 wurden demnach in Deutschland mehr als zweieinhalb Millionen Hektar Land mit Mais bebaut.

Dies sei dreimal so viel wie in den 1980er Jahren. Die großen Maisanbaugebiete im Nordwesten, Südosten und Süden Deutschlands seien zudem durch ein besonders hohes Maß an Überdüngung und damit besonders große Stickstoffüberschüsse betroffen.

Fritz Vahrenholt, Vorstand der Deutschen Wildtierstiftung, fordert, die Förderung der Biogaserzeugung aus Mais über das Erneuerbare-Energien-Gesetz zu beenden. "Insbesondere der zunehmende Maisanbau für die Erzeugung von Biogas gefährdet die Artenvielfalt und damit auch die Schmetterlinge."


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