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Falsche Herkunftsangaben: Grillkohle enthält oft Tropenholz

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Falsche Herkunftsangaben  

Warum Ihre Grillkohle Sie in die Irre führen kann

16.04.2018, 09:27 Uhr | dpa-tmn, az

Falsche Herkunftsangaben: Grillkohle enthält oft Tropenholz. Würstchen auf dem Grill (Quelle: Getty Images/Shaiith)

Würstchen auf dem Grill: Verbraucher verfeuern oft ohne zu wissen Tropenholz auf dem Grill. (Quelle: Shaiith/Getty Images)

Grillkohle enthält oft Tropenholz, ohne dass dies auf der Verpackung angegeben ist. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" und beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen.

Im vergangenen Jahr hat laut "Neue Osnabrücker Zeitung" das bundeseigene Thünen-Institut 1.590 Proben von Holzkohle untersucht und fast jede dritte (rund 30 Prozent) hinsichtlich der Deklaration zur Holzherkunft als kritisch bewertet.

Manche der geprüften Holzkohle-Chargen bestanden den Angaben zufolge gänzlich aus Tropenholz, ohne dass es angegeben wurde. Andere Proben enthielten beigemischte Tropenhölzer, obwohl sie laut Angaben "aus heimischen Laubhölzern" hergestellt wurden.

Auch "kein Tropenholz" kann Tropenholz enthalten

Verbraucher können beim Kauf nicht immer erkennen, ob sie womöglich Tropenholz auf dem Grill verfeuern. Besonders vorsichtig sollten sie sein, wenn die Herkunft des Holzes auf der Verpackung nicht genau angegeben ist, rät die Umweltschutzorganisation "Bund". Wahrscheinlich stecke dann Tropenholz drin, selbst wenn die Angabe "kein Tropenholz" auf der Verpackung steht. Auch Hinweise wie "aus bewirtschafteten Forstbeständen" oder "Naturprodukt" seien ohne vertrauenswürdiges Siegel meist wenig verlässlich. 

Auf Buche und FSC- oder Naturlandsiegel achten

Die Umweltschützer empfehlen, nur Grillkohle aus europäischen Laubwäldern zu kaufen. Idealerweise ist sie aus Buche hergestellt und mit dem FSC- oder Naturlandsiegel zertifiziert. Landwirtschaftliche Abfallprodukte können eine umweltfreundliche Holzkohle-Alternative sein, etwa Grillbriketts aus Olivenkernen oder Kokosnussschalen.

"NDR" berichtete 2017, dass in Deutschland verkaufte Holzkohle fast ausschließlich importiert wird, etwa aus Paraguay oder Nigeria. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen geht davon aus, dass in Nigeria 75 Prozent des Holzeinschlags illegal stattfindet. Zudem habe der Raubbau am subtropischen Regenwald dramatische Auswüchse.

Verwendete Quellen:
  • dpa/tmn
  • NDR

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