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Eine Oase fĂŒr die Sinne kreieren

Von dpa
Aktualisiert am 02.08.2018Lesedauer: 3 Min.
Auch den eigenen Garten kann man in ein Paradies fĂŒr die Sinne verwandeln.
Auch den eigenen Garten kann man in ein Paradies fĂŒr die Sinne verwandeln. Etwa mit intensiv duftenden Pflanzen. Foto:. (Quelle: /dpa)
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Bonn/MĂŒnchen (dpa/tmn) - Einen Garten ohne KrĂ€uter kann sich Doris Pöppel nicht vorstellen. Selbst wenn sie die Pflanzen nicht allesamt in der KĂŒche verwendet: Allein schon wegen des Duftes von Pfefferminze, Fenchel, Thymian, Waldmeister und Rosmarin mag sie auf diese Pflanzen im Beet nicht verzichten.

"Ich bin ein Nasenmensch und mag alles, was schön duftet. Aus manchen PflanzendĂŒften wĂŒrde ich am liebsten ein ParfĂŒm kreieren", sagt die StaudengĂ€rtnerin.

Dass Pflanzen in besonderer Weise die Sinne ansprechen, ist nichts Neues. "Rausgehen in die Natur - oder zumindest in die gezĂ€hmte Natur eines Gartens - ist ein altes Heilmittel, um die Seele, den Körper und auch das Herz wieder geradezurĂŒcken - im ĂŒbertragenen wie im eigentlichen Sinn", sagt Buchautorin Christine Paxmann aus MĂŒnchen. In urbanen Gegenden werden solche natĂŒrlichen Oasen inzwischen bewusst angelegt - als spezielle SinnesgĂ€rten.

Oft haben sie auch einen therapeutischen Hintergrund, etwa fĂŒr Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-HyperaktivitĂ€tsstörung (ADHS) oder einer Demenzerkrankung. "Gut gemachte SinnesgĂ€rten steigern nachweislich die kognitiven FĂ€higkeiten, fördern die Aufmerksamkeit und regen den gesamten Stoffwechsel an", sagt Paxmann. "Tasten, riechen, hören, sehen und auch schmecken - all das wirkt sich auf den Hypothalamus aus, unsere wichtigste Steuerzentrale fĂŒr das vegetative Nervensystem."

Auch den eigenen Garten kann man in ein Paradies fĂŒr die Sinne verwandeln. Landschaftsarchitekt Manuel Sauer aus Bonn empfiehlt, die Bereiche nicht zu kleinteilig zu gestalten. "Je mehr BlĂŒtenfolgen oder unterschiedliche GewĂ€chse ein Beet hat, umso unruhiger und auch pflegeintensiver wird es. GroßflĂ€chige Bepflanzungen hingegen wirken harmonisch, lassen viel stĂ€rkere Bilder und eindrucksvollere Effekte entstehen." Sein Tipp, damit solche FlĂ€chen nicht monoton wirken: fĂŒr die FlĂ€che Bodendecker einsetzen und an bestimmten Stellen Ruhepole mit prĂ€gnanten Pflanzen in Dreiergruppen kreieren.

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ZiergrĂ€ser, die im Wind rauschen, sind laut Sauer fĂŒr einen Sinnesgarten geeignet - sowohl als kleinwĂŒchsige Varianten wie das Zwerg-Lampenputzergras 'Little Bunny' (Pennisetum alopecuroides) als auch hochwachsende Formen wie das Chinaschilf 'Ghana' (Miscanthus sinensis) oder das Pampasgras (Cortaderia selloana).

Damit man die Sinneswahrnehmungen bewusst erfahren kann, sollte es möglichst wenige Barrieren zwischen Mensch und Natur geben. Ein Sitzplatz inmitten von Lavendel oder umrankt von duftenden Rosen kann zum Verweilen einladen. Auf einem Barfußweg lassen sich Moose sowie Naturmaterialien wie Rindenmulch, Kiesel, Erde und Sand erfĂŒhlen.

Autorin Paxmann rĂ€t, Pflanzen auszuwĂ€hlen, die auf relativ kleinem Raum bestimmte Sinne stark ansprechen: "Ein Sinnesgarten muss kein riesiges Areal sein, auch Ă€ltere Menschen sollen ja mit wenigen Schritten vielfĂ€ltige Erfahrungen sammeln können." Neben KrĂ€utern, die von selbst oder bei BerĂŒhrung duften, bieten sich auch Blumen und StrĂ€ucher wie Levkojen, Malven, Flieder und Jasmin an.

Verschiedene Blattstrukturen wiederum laden zum Ertasten ein. "Die Römische Kamille bildet kuschelige weiche Teppiche, die zudem auch duften. Flauschig und weich sind Woll-Ziest, Perlkörbchen und Zartes Federgras", erlÀutert Pöppel. Eher pockig und genarbt ist das Laub der Gattung SchaublÀtter und MaiÀpfel. Besonders glatte BlÀtter haben hingegen die Christrose und die zahlreichen Funkiensorten.

Auch fĂŒr den Gaumen gehört etwas in den Sinnesgarten - etwa Tomaten oder Himbeeren. Landschaftsarchitekt Sauer empfiehlt die Felsenbirne. "Die dunkelroten bis blĂ€ulichen Beeren der Felsenbirne schmecken sehr lecker und ziehen auch viele Vögel an." Genießbar, wenn auch herber im Geschmack sind die FrĂŒchte von Zierapfel und Blumenhartriegel.

GrundsĂ€tzlich empfiehlt Paxmann, die Sinneserlebnisse zu steigern, indem man zum Beispiel auf einem bestimmten Weg durch den Garten geht. "So werden die Sinne langsam trainiert und nicht ĂŒberfordert. Denn eines darf man nicht vergessen: Ein Zuviel, auch von sanften Sinnesimpulsen, kann das Gegenteil bewirken - es nervt."

Literatur:

Maren Partzsch, Christine Paxmann: Kraftquelle Garten. GĂ€rtnern mit allen Sinnen, BLV Buchverlag, 2018, 128 S., 20,00 Euro, ISBN-13: 978-3-8354-1774-8

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