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Ohne viel Arbeit: So locken Sie mehr Vögel in Ihren Garten

Ohne viel Arbeit  

So locken Sie mehr Vögel in Ihren Garten

25.08.2019, 17:30 Uhr | dpa

Ohne viel Arbeit: So locken Sie mehr Vögel in Ihren Garten. Rotkehlchen: Heimische Beeren dienen den Vögel im Sommer und Herbst als Nahrungsquelle.  (Quelle: dpa/Federico Gambarini)

Rotkehlchen: Heimische Beeren dienen den Vögel im Sommer und Herbst als Nahrungsquelle. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Mit fröhlichem Vogelgezwitscher am Morgen beginnt der Tag auch für den Menschen entspannt. Doch die Stimmen verstummen zusehends, denn der Lebensraum der Vögel schwindet.

Betonflächen, optimierte Landwirtschaft und mangelnde Artenvielfalt in vielen Gärten führen dazu, dass sich die Vögel aus ihren Revieren zurückziehen. Sie finden einfach zu wenig Nahrung. Dabei kann bereits der Gartenbesitzer etwas dagegen tun.

Mit einem Vogelhäuschen und einer Wasserstelle ist es aber nicht getan. Sie können zwar nicht schaden, vielmehr brauchen Vögel aber Bedingungen, unter denen sie möglichst selbstständig leben können. Der Tipp von Sonja Dölfel vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern lautet daher: "Einfach mal gar nichts tun und den Garten selbst machen lassen – das ist schon ein erster Schritt."

Der gepflegte Rasen ist ein Fluchtgrund

Ein kurz geschorener Rasen, abgezirkelte Beete, korrekt gestutzte Hecken und große Terrassen mögen für viele Menschen der Inbegriff eines gepflegten Gartens sein. Für Vögel und Insekten sind sie allerdings ein Grund zur Flucht. "Schon eine einzige verblühte Sonnenblume bietet den Vögeln mehr Nahrung als eine exakt geschnittene Tuja-Hecke", sagt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Vögel ernähren sich vor allem von Insekten und Samen. "Damit sie in den Garten kommen, ist es wichtig, dort die heimische Flora und Fauna zu fördern", rät Dölfel. Viele Gärtner nutzen aber gern exotische Pflanzen wie den Kirschlorbeer. "Dieser Strauch ist jedoch für unsere Insekten uninteressant. Sie gehen da gar nicht erst ran." Außerdem tragen die fremdländischen Pflanzen oft Früchte, mit denen die heimische Vogelwelt nichts anzufangen weiß.

Vor allem Obstgehölze und Beerensträucher bieten den Vögeln Nahrung und Unterschlupf. "Nach der Ernte sollten ruhig ein paar Früchte dranbleiben, dann haben die Tiere bis in den Winter hinein Futter. In Bäumen, Stauden und Sträuchern überwintern auch Insekten", so Wessel.

Den Vogelbeerenbaum pflanzen

Wer den Vögeln etwas Gutes tun will, holt sich zum Beispiel einen Vogelbeerbaum in den Garten. "63 Vogelarten fressen seine roten Beeren", erklärt Dölfel. Ebenfalls Nahrung bieten:

  • Traubenkirsche
  • Feldahorn
  • Haselnuss
  • Stechpalme
  • Rotbuche
  • Weißdorn
  • Schneeball

Beliebt bei Menschen und Vögeln gleichermaßen sind folgende Obstsorten:

  • Holunder
  • Johannisbeere
  • Heidelbeere
  • Brombeere 

Bei wilden Kräutern wie Brennnessel, Distel oder Klee gehen die Geschmäcker allerdings auseinander. Während viele Menschen sie als Unkraut verachten und vernichten, stehen sie bei Insekten hoch im Kurs.

"Ideal ist ein dreigeteilter Garten", sagt Wessel. Ein Drittel sollte natürlich und wild wachsen dürfen. Im zweiten Drittel ist Raum für den Anbau von Obst und Gemüse, im restlichen Drittel könnten Gärtner ihre persönlichen Vorlieben realisieren.

Pflanzen im Herbst nicht zurückschneiden

In der Realität sieht das allerdings leider oft anders aus. Vor allem in Vorgärten von Wohnsiedlungen sieht man karge Kiesgärten. Es hat sich auch eingebürgert, den Garten im Herbst winterfest zu machen. Hecken und Sträucher werden dann gestutzt, Pflanzen abgeschnitten, das Laub wird entsorgt. "Für die Vögel ist das eine Katastrophe", warnt Wessel. Damit verlieren Insekten im Winter ihren Lebensraum und die Vögel ihre Nahrungsquellen und Rückzugsmöglichkeiten.


Ein Umdenken ist angesagt. Die Pflanzen sollten im Herbst so stehen gelassen werden, wie sie verblüht sind. "Das kann übrigens später bei Schnee oder Raureif sehr schön aussehen", sagt Wessel. Im Frühjahr lassen sie sich dann immer noch zurückschneiden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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