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Trend auf der Spoga+Gafa: Gärtnern wie die Natur es vormacht

Trend auf der Spoga+Gafa  

Gärtnern wie die Natur es vormacht

02.09.2019, 18:06 Uhr | dpa

Trend auf der Spoga+Gafa: Gärtnern wie die Natur es vormacht. In einem naturnahen Garten gibt es mehr als nur Bienen - auch andere Insekten wie der Kohlweißling sollen Futter finden.

In einem naturnahen Garten gibt es mehr als nur Bienen - auch andere Insekten wie der Kohlweißling sollen Futter finden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Köln (dpa/tmn) - Viele Menschen wollen die Welt retten. Im Kleinen gelingt das schon ganz gut - bienenfreundliche Pflanzen verkaufen sich dieses Jahr hervorragend. Daran hat auch die Gartenbranche einen großen Anteil: Mit viel Aufwand bewarb sie solche Pflanzen im Handel.

Doch etwas Hilfe für die Bienen allein reicht für den Erhalt der natürlichen Vielfalt unserer heimischen Natur noch nicht. Auf der weltweit größten Gartenmesse Spoga+Gafa in Köln werden schon im Herbst die Trends und Ideen für den Garten im Jahr 2020 gezeigt. Im Fokus: Der naturnahe Garten. Neben der Biene soll es dort nächstes Jahr allen Insekten, aber auch Vögeln wieder besser gehen. Auch heimische Pflanzen sollen im Fokus stehen.

Zwei für eins: Insektenhotel mit verpuppten Larven

Die Ansatzpunkte der Hersteller sind so verschieden wie ihre sonstigen Produktsegmente: Da findet sich vor allem viel zum Anlocken und Beheimaten der Tiere - insektenfreundliches Saatgut und Jungpflanzen sowie Insektenhotels, Tränken und Vogelhäuschen.

Neu sind aber auf besondere Weise erweiterte Angebote: Quedlinburger Saatgut etwa bietet beim Kauf seines Insektenhotels speziell für Rote Mauerbienen bei Interesse auch noch eine kostenlosen Lieferung von 25 Kokons mit Tieren im kommenden Frühjahr an. Geschäftsführer Frank Diedenhofen verspricht, dass die Tiere nach drei bis acht Tagen schlüpfen werden.

Optimiertes Vogelfutter fürs ganze Jahr

Auch Saatguthersteller Baza bietet neuerdings Insektenhäuschen mit jeder Samenmischung sowie spezielles Vogelfutter an - zur Förderung des naturnahen Gartens als Ganzes, heißt es am Messestand. Neu sind daher Futtermischungen für das gesamte Jahr.

Auch Quedlinburger Saatgut hat entsprechend umgestellt. "Wir haben festgestellt, dass unser höchster Abverkauf von Vogelfutter dieses Jahr im Mai stattfand", erklärt Diedenhofen. Und die Firma hat ihre Mischungen optimiert: Sie enthalten jetzt auch getrocknete Früchte oder Insekten.

Andere Unternehmen wiederum setzen auf die Fortbildung ihrer Kunden - zum besseren Gärtnern und damit zum besseren Einsatz ihrer Produkte. Dazu gehören Tipps auf den Webseiten oder eigene Apps der Firmen.

"Vielen Menschen fehlt heute das Wissen um den Garten", erklärt Sabine Klingelhöfer von Neudorff die Zielsetzung der Pflanzendoktor-App der Firma mit automatischer Schadbilderkennung. Auch das Wissen um Insekten und ihre Lebensweise sei verloren gegangen. "Aber im Gartencenter gibt es nur noch wenig Beratung."

Gartenerde mit Pflanztipps

Auf den Produkten selbst bringen Hersteller ebenfalls verstärkt Ratschläge für Hobbygärtner unter - Floragard zum Beispiel auf der Rückseite der Verpackung ihrer neuen Bio-Erden. Das Produkt ist auch ein Beispiel für den Versuch der Branche, Gartenprodukten auf eine frischere, jüngere Art zu bewerben - um neue Kunden anzulocken, die erst noch Hobbygärtner werden wollen. Eine "junge, bioaffine Zielgruppe" sei das, erklärt Firmenvertreter Paul Syré.

Daher finden sich auf der Verpackung zudem Hinweise wie "nachhaltig", "bio" und sogar "vegan". Denn nicht jede Erde ist auch ein rein pflanzliches Produkt - etwa nicht, wenn es mit Hornmehl als Dünger versetzt wurde. Und "bio" ist übrigens auch nicht jede Erde. Beigemischte Kunstdünger etwa schließen das aus. Aber viele Hersteller werben damit, dass sie zunehmend davon wegkommen.

Integrierte Schädlingsbekämpfung

Ein besonders sensibles Thema für die Branche im naturnahen Garten ist die Bekämpfung von Schädlingen. Ganz ohne gehe es in manchen Fällen nicht, betonen die Aussteller. Als Beispiel hört man immer wieder den Zünsler-Befall von Buchsbäumen, der aktuell vielerorts zur Rodung der beliebten Immergrünen führt.

Anna Hackstein vom Industrieverband Garten erklärt, dass ihr Verband bei der Schädlingsbekämpfung einen integrierten Ansatz anstrebe. "Erst einmal geht es darum, für die Pflanzen den richtigen Standort und die richtige Erde zu finden, sie also optimal zu positionieren." Die Pflanzen brauchen also gute Lebensbedingungen und können dann im besten Fall eigenständig kräftig und gesund wachsen.

"Wenn die Pflanze dann aber krank wird, sollte man die richtigen Mittel zur Verfügung haben", ergänzt die Branchensprecherin. Für sie ist das ein Ansatz, der viele leidenschaftliche Hobbygärtner anspreche: "Wenn man seit Jahren einen Apfelbaum im Garten hat, möchte man auch, dass er wieder gesund wird."

Entwicklungsprozesse der Schädlinge unterbinden

Auf der Messe ist bei den wenigen vertretenen Herstellern von Erden, Dünger und Mitteln zur Schädlingsbekämpfung alles dabei - auch noch die große chemische Keule. Man liest an den Ständen in diesem Jahr aber auffällig viele Schlagworte wie "öko", "insektenfreundlich", "pflanzenfreundlich" oder auch "balance control" - es handele sich also um Mittel, die die natürliche Balance aufrecht erhalten.

Schädlinge, die ein Problem sind, werden bekämpft - andere Arten will man dabei aber nicht mit töten. "Ein Produkt gegen den Buchsbaumzünsler soll nur jene Raupen treffen, die auch am Blatt fressen und nicht den Schmetterling, der sich auch darauf niederlässt", sagt Klingelhöfer.

Und auch die Todesart ist ein Thema: Statt einen Schädling einfach nur möglichst schnell zu töten, versuchen Hersteller eher Entwicklungsprozesse oder die Fortpflanzung zu unterbinden. Eine Raupe würde sich zum Beispiel nicht mehr häuten, erklärt Klingelhöfer.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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