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Bei Schäden muss der Vermieter ran

Ausnahmen stehen im Mietvertrag  

Bei Schäden muss der Vermieter ran

06.01.2019, 09:53 Uhr | Angelika Röpke, jb, t-online.de, dpa-tmn

. Klempner repariert Leitung (Quelle: Getty Images/monkeybusinessimages)

Reparaturen: Bei bestimmten Schäden muss sich der Mieter an den Reparaturkosten beteiligen. (Quelle: monkeybusinessimages/Getty Images)

Das Außenrollo klemmt, der Wasserhahn tropft unentwegt, oder die Backofentür ist kaputt: Nicht selten streiten sich dann Mieter und Vermieter darüber, wer die Kosten für die Reparatur übernimmt. Welche Regelungen es gibt und was Bagatellschäden sind.

Eigentlich ist es Sache des Vermieters, Mängel in einer Mietwohnung zu beheben. Fallen Reparaturen an, kann es aber unter bestimmten Voraussetzungen auch sein, dass der Mieter zur Kasse gebeten wird.

Bei mutwilliger Zerstörung muss der Mieter zahlen

Darüber hinaus gilt: Wer mutwillig oder fahrlässig etwas zerstört, muss es auch bezahlen. "Wenn der Mieter also den mitvermieteten Kühlschrank beschädigt – durch unsachgemäße Handhabung wurde zum Beispiel die Klappe des Eiswürfelfaches abgerissen – muss der Mieter diesen Schaden ersetzen", erklärt der Interessenverband Mieterschutz in Hannover. Allerdings muss ganz klar im Mietvertrag stehen, was zur Mietsache gehört. "Soll die Einbauküche mitvermietet werden, muss das im Mietvertrag verankert werden, damit es später nicht zu Auseinandersetzungen kommt", rät der Verband.

Gesetzliche Regelung: Für Mietsache Sorge tragen

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist der Vermieter dazu verpflichtet, für den Erhalt der Mietsache Sorge zu tragen. Dazu gehören kleinere Reparaturen – auch an mitvermieteten Gegenständen, wie beispielsweise der Griff des Küchenherdes.

Details im Vertrag festhalten

Sollen Mieter für kleinere Schäden zahlen, muss das im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart worden sein. "Von Kleinreparaturen spricht man, wenn Bagatellschäden beseitigt werden müssen", erläutert der Deutsche Mieterbund aus Berlin. Das sind Schäden, deren Reparatur höchstens 100 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer kosten. Damit diese Klausel im Vertrag auch wirksam ist, müsse der Vermieter aber einen Höchstbetrag für alle kleinen Reparaturen innerhalb eines Jahres nennen, "beispielsweise 250 Euro oder acht Prozent der Jahresmiete".

Defekte Glühbirne muss man selbst bezahlen

Auch wenn festgelegt ist, dass der Mieter den Defekt zahlen muss, sollte er im akuten Fall grundsätzlich den Vermieter informieren. Bei größeren Reparaturen sei es auch besser, wenn dieser den Auftrag an den Handwerker selbst erteilt. Sind Stromleitungen unter Putz betroffen oder die Gegensprechanlage, handelt es sich hierbei nicht mehr um Kleinreparaturen. Auf der anderen Seite habe der Vermieter mit der Reparatur von Gegenständen des Mieters nichts zu tun: Defekte Glühbirnen sind immer Sache des Mieters.

Nicht selbst reparieren

Ein anderes Beispiel: Der Mieter soll laut Mietvertrag für einen neuen Wasserhahn zahlen. Das heißt aber noch nicht, dass er selbst zum Werkzeug greifen muss, um den alten Hahn durch den neuen zu ersetzen. "Die Pflicht des Mieters beschränkt sich grundsätzlich auf eine Kostentragungspflicht", erklärt Matthias Freund, Rechtsanwalt aus Fulda. Der Mieter darf auch nicht per Vertrag dazu verpflichtet werden, kleinere Schäden in jedem Fall selbst zu beheben oder die Reparatur in Auftrag zu geben.

Reparaturen nur, wenn man fachlich in der Lage ist

Wer dennoch selber Hand anlegen will, sollte genügend handwerkliches Geschick mitbringen. "Nimmt der Mieter die Kleinreparaturen fehlerhaft vor, kann er sich hierdurch nämlich schadensersatzpflichtig machen", warnt Freund. Denkbar sei, dass fehlerhafte Reparaturen auf Kosten des Mieters nachgebessert werden müssen. Möglicherweise werde der Mieter auch für Folgeschäden haftbar gemacht, wenn sich diese auf die fehlerhafte Reparatur zurückführen lassen. Kurzum: Der Mieter sollte Kleinreparaturen nur dann selbst vornehmen, wenn er sich fachlich dazu in der Lage sieht.

Mieter muss Vermieter über Defekt informieren

In Extremsituationen wie bei einer kaputten Heizung an einem frostigen Wochenende darf der Mieter selbst einen Monteur beauftragen. "Diese Kosten können aber sehr hoch ausfallen, so dass der Mieter sich zuvor mehrfach und nachweislich bemühen sollte, den Vermieter zu erreichen", warnt der Interessenverband Mieterschutz in Hannover. Denn "der Mieter kann grundsätzlich erst dann Reparaturen in Auftrag geben, wenn sich der Vermieter mit der Mängel- oder Schadensbeseitigung in Verzug befindet", sagen Experten vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Fällt die Heizung aus, muss der Vermieter das sofort erfahren.

Beispiele

Küche

Bei Schäden in der Küche ist entscheidend, ob es sich um eine Einbauküche des Mieters handelt oder ob diese mit der Wohnung vermietet wurde. Wurde die Einbauküche mit der Wohnung vermietet, ist der Vermieter zuständig für die Reparatur und trägt die Kosten – vorausgesetzt, der Schaden ist trotz eines sachgemäßen Gebrauchs entstanden. Fällt dem Mieter versehentlich ein Hammer aufs Ceranfeld, dann muss er zahlen.

Badezimmer

Der Wasserhahn im Bad ist lose, im Waschbecken sind Risse: Es ist Sache des Vermieters, für die Reparatur zu sorgen und die Kosten dafür zu tragen. Anders sieht es aus, wenn der Mieter den Schaden verursacht hat – dann muss er selbst zahlen.

Die Reparatur von Bodenfliesen im Bad obliegt dem Vermieter. Ist dem Mieter indes ein schwerer Gegenstand aus der Hand gefallen, wodurch die Fliesen stark beschädigt wurden, dann gilt: Er hat selbst den Schaden zu vertreten und zu zahlen.

Flur

Mitunter kommt es vor, dass eine Zimmertür nicht mehr richtig schließt. "Die Reparatur von Türverschlüssen fällt oft unter die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag", sagt der Immobilienverband Deutschland IVD. Im Rahmen der zulässigen Kostenbegrenzung muss der Mieter zahlen, sofern die Kleinreparaturklausel wirksam ist.

Restliche Wohnung

Wenn Fenster sich nicht mehr richtig oder nur mit Mühe öffnen lassen, weil sie sich verzogen haben, dann muss der Vermieter für die Reparatur aufkommen und die entsprechende Rechnung zahlen. Das sind regelmäßig um altersbedingte Erscheinungen. Sie wurden nicht durch die Nutzung des Mieters beeinflusst.

Wenn beim Spielen die Kinder einen Ball gegen die Scheibe im Wohnzimmer geworfen haben, die daraufhin zersplittert, ist der Vermieter zwar für die Reparatur zuständig. Die Kosten trägt allerdings die Mietpartei, da der Schaden durch sie verursacht wurde.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche


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