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Gebäudesanierung: Mieter werden zu Unrecht abgezockt

Sanierungskosten auf Mieter abgewälzt

16.06.2011, 18:50 Uhr | dpa

Gebäudesanierung: Mieter werden zu Unrecht abgezockt. Die energetische Sanierung geht oft zu Lasten der Mieter. (Foto: Imago)

Die energetische Sanierung geht oft zu Lasten der Mieter. (Foto: Imago)

Dass Hausbesitzer auf die Gebäudesanierung setzen und damit einen Beitrag zu Umweltschutz und verbesserten Wohnverhältnissen leisten, ist schön und gut. Wenn aber ein Großteil der dafür aufgewendeten Kosten auf die Mieter abgewälzt wird, dann kommt zu Recht Unmut auf. Dabei gibt es laut dem Deutschen Mieterbund einige Möglichkeiten, wie die Sanierungen gemeinsam geschultert werden könnte.

Mieter in Deutschland werden laut dem Mieterbund bei der energetischen Objektsanierung über die Maßen an den Unkosten beteiligt. Daher fordert Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes, dass die Ausgaben zu gleichen Teilen auf Mieter, Vermieter und Staat verteilt werden sollten. Außerdem müssten nach seiner Meinung die öffentlichen Fördermittel für das CO2-Sanierungsprogramm von den geplanten 1,5 Milliarden auf 5 Milliarden Euro pro Jahr erhöht werden.

Bessere Kontrolle der Sanierungen

Da vorgesehen ist, dass die Sanierungsmaßnahmen im Wohnungsbau in Deutschland auf zwei Prozent des gesamten Wohnungsbaubestandes zu verdoppeln sind, sprach sich Rips auch für weitere Maßnahmen zur Umsetzung der energetischen Sanierungen aus. Er schlug vor, dass es neben der öffentlichen Förderung oder einem sogenannten "Klimawohngeld" auch mehr Kontrollinstanzen und Sanktionsmöglichkeiten geben müsse.

Mieter tragen elf Prozent der Sanierungskosten

Der Mieterbund beschwerte sich des Weiteren, dass Mieter bis zu elf Prozent der entstandenen Modernisierungskosten zusätzlich pro Jahr stemmen müssten. Investiert ein Hausbesitzer beispielsweise in ein Wohngebäude mit acht Parteien einen Betrag von etwa 160.000 Euro für eine umfassende energetische Sanierung, bedeutet das im schlimmsten Fall eine monatliche Mieterhöhung um etwa 180 Euro. Das kann sich so mancher Mieter gar nicht leisten.

Gekoppelte Mieterhöhung besser

Rips Vorschlag ist es daher, statt des elf-Prozent-Aufschlags eine sogenannte Warmmietenneutralität herzustellen. Das bedeutet, dass die Mietsteigerung nicht höher ausfallen darf, als Nebenkosten für Energie nach der Sanierung eingespart werden können. Er beklagte außerdem, dass die Modernisierungsmaßnahmen nicht ausgenutzt werden dürften, um längst fällige Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Solche Arbeiten müssen von der bestehenden Miete finanziert und nicht durch zusätzliche Einnahmen gedeckt werden.

Recht auf Mietminderung eingeschränkt

Rips beanstandete außerdem, dass Mieter zukünftig bei energetischen Umbauarbeiten bis zu drei Monate lang nicht mehr das Recht haben, die Miete zu mindern. Und auch beim Thema Wohnungsneubau zeigte sich der Mieterbund besorgt: In den kommenden Jahrzehnten werden zahlreiche neue und altersgerechte Wohnungen benötigt. Hier besteht derzeit die Gefahr, dass eine wilde Preistreiberei und große Mietsprünge bevorstehen. Rips mahnte daher an, dass der Staat auch hier mehr Einfluss durch Gesetzgebung und Anreizprogramme nehmen müsse.

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