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Mülltonnen verstecken: Versenkbare Mülltonnenbox

Müllentsorgung  

Hässliche Mülltonnen clever verstecken

15.03.2017, 09:20 Uhr | zuhause.de, dpa-tmn

Mülltonnen verstecken: Versenkbare Mülltonnenbox . Platzsparend: Hässliche Mülltonnen in der Erde versenken.  (Quelle: Wallraven)

Platzsparend: Hässliche Mülltonnen in der Erde versenken. (Quelle: Wallraven)

Die Deutschen gehören weltweit zu den eifrigsten Mülltrennern. Doch die Recycling-Leidenschaft hat einen unschönen Nebeneffekt: Je nach Wohnort müssen drei bis fünf hässliche Mülltonnen in jedem Vorgarten untergebracht werden. Als clevere Lösung werden die Tonnen einfach im Boden versenkt. Solche unterirdischen Boxen sind nach Experten-Meinung auf dem Vormarsch. Doch es gibt auch einfachere Methoden, die Mülltonnen zu kaschieren.

Sie miefen, sind dreckig und selbst in strahlendem Gelb nicht hübsch: Mülltonnen sehen einfach nirgendwo am Haus gut aus. Wegen der hohen Grundstückspreise werden zudem die Außenanlagen immer kleiner. Vier oder mehr Mülltonnen verkleinern den ohnehin knappen Platz zusätzlich und verschandeln meist noch die Aussicht. Warum sie nicht einfach vom Erdboden verschwinden lassen? Systeme mit unterirdisch gelagerten Behältern können die Lösung sein.

Mülltonnen einfach im Erdreich versenken

Auf dem Grundstück sei der Bau solcher Anlagen genehmigungsfrei, erläutert Klaus Ergenzinger vom Hersteller Trafik up in Düsseldorf. Bei dessen System "Subsafe" lagern bis zu vier Mülltonnen in einem Kunststoffbehälter im Boden. "Die integrierte elektrische Hebevorrichtung öffnet automatisch den Deckel, befördert die Tonnen in acht Sekunden mittels Fernsteuerung oder Wandschalter auf Erdniveau und lässt sie genauso schnell wieder in der Versenkung verschwinden", erklärt Ergenzinger. Der Lift lasse sich stufenlos stoppen, so dass auch Rollstuhlfahrer oder Kinder die Tonnen problemlos füllen können.

Im Sommer kein Müllgeruch, im Winter kein Anfrieren

Ein ähnliches System bietet die Firma Wallraven aus dem nordrhein-westfälischen Wassenberg an. Auch hier befördert das für zwei bis vier Tonnen erhältliche System "Suterra" per Lift die Tonnen in den Boden. "Geruchsbelästigungen durch Rest- oder Biomüll werden auf diese Weise ins Erdreich verbannt", schwärmt Thomas Esser von Wallraven. Ein Vorteil des Systems sei auch, dass feuchter Abfall im Winter nicht mehr in der Tonne anfriert, da das Erdreich unterhalb von 80 Zentimetern Tiefe meist frostfrei ist. Schnee und Eis sollen dem System laut Esser nichts anhaben können. Es funktioniere weitgehend wartungsfrei. Allerdings braucht es – wie alle Anlagen – einen elektrischen Anschluss ans Stromnetz.

Mülltonnen unter dem Gehweg verstecken

"Der Deckel von "Suterra" ist aus Aluminium-Riffelblech und begehbar", erklärt Esser. Dadurch könne sich die Anlage auch unter einem Gehweg befinden. Der alugraue Deckel kann bei Bedarf umlackiert werden – etwa in Grün oder Sandfarben. Dadurch passe sich der Deckel der Umgebung an. Dank Pulverbeschichtung sei die Farbe strapazierfähig.

Ein Blumenbeet versteckt den Mülleimer

Die Firma Bovega aus Olfen hat die Tarnung für ihre versenkbare Mülltonnenanlage noch weiter verfeinert: Der runde Kunststoffdeckel mit 1,6 Metern Durchmesser lässt sich als Blumenbeet, Steingarten, Sitzecke oder als Wasserspiel gestalten. Sollen die Tonnen gefüllt oder geleert werden, fährt die Anlage samt Blumenbeet darüber in 30 Sekunden nach oben. Nach dem Schließen ist nur der gestaltete Deckel zu sehen.

Hebesysteme sind nicht billig

Ein Wermutstropfen bei versenkbaren Müllsystemen sind die Kosten: Je nach System 3500 bis 6000 Euro. Hinzu kommen die notwendigen Erdarbeiten und Anschlussarbeiten durch den Landschaftsgärtner. Esser veranschlagt hierfür zusätzlich rund 1500 Euro.

Mülltonnen oberirdisch verstecken

Wem die unterirdische Lösung zu kostspielig ist, der kann seine Mülltonnen auch auf dem Grundstück verstecken. "Damit die Abfallbehälter optisch nicht stören, kommen sie dann meist in eine Box", weiß Wolfgang Groß vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef bei Bonn. Diese Boxen können passend zum Stil des Gartens aus Holz, Metall oder Beton sein. Allerdings muss man für hübsche Mülltonnenboxen, die drei oder mehr Tonnen aufnehmen können je nach Material mindestens 500 Euro veranschlagen.

Mülltonne bunt bekleben

Oft biete es sich auch an, solche Müllboxen mit immergrünen Kletterpflanzen zu tarnen. Hinter einer bepflanzten Pergola oder auf einem von Hecken oder Sträuchern eingezäunten Standort verschwinden auch die normalen Mülltonnen. Diese Plätze sind am besten gepflastert. Wem das graue Einerlei der Molltonne zu langweilig ist, kann sie für wenig Geld mit bunten Motiven bekleben. Mit Blumenmotiven lassen sich die Tonnen beispielsweise gut im Garten tarnen, ein Frack verleiht dem hässlichen Müllsammler sogar eine festliche Note. Die Vorlagen reichen von bunt bis witzig und sind für rund 30 Euro zu haben.

Aber nicht nur Hausbesitzer haben ein Problem mit den Mülltonnen. "In vielen alten Mehrfamilienhäusern lassen sich Stellplätze für Abfallgefäße nicht einrichten", sagt Reinhard Fiedler von der Stadtreinigung Hamburg. Daher gibt es etwa in der Elbmetropole, aber auch in Berlin sogenannte Unterflursysteme. Die unterirdischen Gefäße für Hausmüll fassen bis zu fünf Kubikmeter Abfälle. Sichtbar sei nur eine 70 Zentimeter hohe Säule mit Loch zum Einwerfen.

Schicke Garagen für das Fahrrad

Neben Mülltonnen bietet der Markt zunehmend kreative Stauräume für Fahrräder. "Die Zahl der Radfahrer nimmt ständig zu. Oftmals gibt es in einer Familie mehrere Räder, die sicher untergestellt werden sollen", sagt Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Eine abschließbare Fahrradgarage auf dem Grundstück hat Vorteile: "Sie ist unkompliziert zu erreichen, es gibt keine störenden Treppen und die Räder können einfach darin abgestellt werden, ohne sie extra anschließen zu müssen." Letzteres gilt natürlich nicht für Gemeinschaftsgaragen von Mehrfamilienhäusern.

Besonders platzsparend sind versenkbare Fahrradboxen, sie liegen etwa unter einem Blumenbeet und werden bei Bedarf angehoben wie ein Lift. Erste Modelle sind bereits auf dem Markt - und so sehen sie aus. "Sie sind aber im privaten Bereich kaum verbreitet, weil sie technisch und finanziell ziemlich aufwendig sind", sagt Huhn.

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