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Ist Vogelfüttern auf dem Balkon mietrechtlich erlaubt?

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Mietrecht  

Ist Vogelfüttern auf dem Balkon mietrechtlich erlaubt?

06.01.2018, 13:51 Uhr | ah (CF)

Ist Vogelfüttern auf dem Balkon mietrechtlich erlaubt?. Eichelhäher frisst (Quelle: imago/Action Pictures)

Vögel wie hier der Eichelhäher (Garrulus glandarius) sollen nur teilweise wegen Nahrungsmangel gefüttert werden. (Quelle: imago/Action Pictures)

Vogelfüttern, vor allem im Winter, hat in Deutschland lange Tradition. Und doch gibt es Vermieter und Nachbarn, die sich an Vogelhäuschen und Futterglocken stören. Was Vogelfreunden mietrechtlich erlaubt ist und was nicht, erfahren Sie hier.

Vogelfüttern kann niemand verbieten

Das Vogelfüttern ist Mietern grundsätzlich erlaubt. Wie der Deutsche Mieterbund mitteilt, haben Mieter das Recht, auf der Außenfensterbank oder dem Balkon Vogelfutter auszustreuen, Futterglocken aufzuhängen oder ein Vogelhäuschen anzubringen.

Während sich die einen über den Besuch von Amsel, Drossel, Fink und Star freuen wie die Schneekönige, kann es vorkommen, dass andere gerne auf das Federvieh verzichten würden. Schließlich kann das Vogelfüttern für die Nachbarn mit unangenehmen Begleiterscheinungen einhergehen. Doch selbst, wenn Futterreste oder Vogelkot die Balkons der Nachbarn verunreinigen, haben Vermieter mietrechtlich kein Recht, das Vogelfüttern zu untersagen. Diesbezügliche Passagen im Mietvertrag oder in der Hausordnung sind unwirksam. Nachbarn, die sich von den Vögeln gestört fühlen, können erst bei einer unverhältnismäßigen Verschmutzung eine Mietminderung beim Vermieter einfordern.

Ausnahme bei Möwen und Tauben

In Bezug aufs Vogelfüttern kennt das Mietrecht allerdings zwei Ausnahmen: So darf das Füttern von Tauben und Möwen vom Vermieter sowohl vertraglich als auch in der Hausordnung untersagt werden. Grund für diese Regelung ist der Umstand, dass Tauben und Möwen Krankheiten übertragen können und dafür bekannt sind, besonders laut zu sein. Um Verschmutzung, Ungezieferbefall und Geräuschbelästigung zu verhindern, sind die Vermieter daher berechtigt, das Füttern dieser Vogelarten zu verbieten.

Ein weiteres Argument gegen das Füttern von Tauben basiert auf der mietrechtlichen Regelung, dass ein Taubenstock im oder am Haus einen Mietmangel darstellt. Mieter, die feststellen, dass sich Tauben im Haus eingenistet haben, können daher eine Mietminderung beantragen.

Quellen und weiterführende Informationen:
- Deutscher Mieterbund
- eigene Recherche

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