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Kaffeemaschinen im Systemcheck

Kaffeemaschinen im Systemcheck  

Kaffeemaschinen im Systemcheck

18.08.2014, 15:41 Uhr | Cornelia Wolter; rw, dpa-tmn , zuhause.de

Kaffeemaschinen im Systemcheck. Was taugen Kapsel-, Pad- oder Filtermaschinen? (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)

Was taugen Kapsel-, Pad- oder Filtermaschinen? (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Fast einen halben Liter Kaffee trinkt der Durchschnittsdeutsche jeden Tag. Ein großer Teil davon wird zuhause zubereitet. Sehr unterschiedlich ist aber, auf welche Art dies geschieht. Bei Kaffeemaschinen wetteifern nicht nur diverse Hersteller, sondern auch völlig unterschiedliche Systeme um die Gunst der Verbraucher. Neben der konventionellen Filterkaffeemaschine haben sich vor allem Portionskaffeemaschinen mit Kapseln oder Pads sowie Kaffeevollautomaten am Markt durchgesetzt. Jedes System hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Doch welche Kaffeemaschine passt zu wem?

Nicht nur zum Frühstück ist Kaffee für viele Deutsche ein unverzichtbares Genussmittel. "Im Jahr 2013 trank jeder Deutsche im Durchschnitt 165 Liter", berichtet Holger Preibisch, Geschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands. Dabei wird der aromatische Muntermacher nicht immer in seiner Reinform genossen, sondern gerne auch als Cappuccino, Espresso oder Latte macchiato.

Filterkaffee ist am günstigsten

Trotzdem ist die konventionelle Filterkaffeemaschine nach wie vor am beliebtesten. "In 70 Prozent aller deutschen Haushalte wird Filterkaffee getrunken", weiß Preibisch. Über drei Millionen Filterkaffeemaschinen werden in Deutschland jedes Jahr verkauft. Ihre Beliebtheit hat ganz praktische Gründe. Filterkaffee ist nämlich nach wie vor am günstigsten, wie Ronald Dammschneider von der Stiftung Warentest erklärt.

Abhängig von der gewählten Sorte kommt man auf etwa vier bis zehn Cent pro Tasse. Auch die Geräte selbst sind zum Teil sehr günstig. "Teure Modelle bieten kaum Vorteile", so die Stiftung Warentest. Im letzten Test von 15 Filterkaffeemaschinen (12/2011) brühte ein 25-Euro-Geträt den besten Kaffee. Mindestens ebenso wichtig ist aber auch, dass man mit der Filterkaffeemaschine bequem größere Mengen zubereiten kann. Wer eine größere Gesellschaft erwartet, wäre mit einer Portionskaffeemaschine allein schlecht bedient. Bis der Letzte da endlich seinen Kaffee hat, hätte der Erste schon längst wieder ausgetrunken.

Der Trend geht zur Zweit-Kaffeemaschine

Allerdings reicht die Filterkaffeemaschine allein vielen Menschen inzwischen nicht mehr aus. Will man sich selbst nur schnell eine einzelne Tasse aufbrühen, braucht sie dafür deutlich länger als Portionskaffeemaschinen. Außerdem sind Filterkaffeemaschinen alles andere als Multitalente. Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato kann man mit ihnen nicht zubereiten. "Der Trend geht zur Zweitmaschine", beobachtet Kaffee-Experte Preibisch nun schon seit einigen Jahren. Ihm zufolge fanden sich 2013 schon in etwa jedem dritten deutschen Haushalt (33,7 Prozent) zwei Kaffeemaschinen. 2009 seien es nur 23 Prozent der Haushalte gewesen.

Kaffeemaschinen mit Kapseln brühen leckeren, aber recht teuren Kaffee

Für die schnelle Tasse zwischendurch bieten sich Kapsel- oder Pad-Kaffeemaschinen an. Innerhalb von nur etwa einer Minute bereitet man sich damit sein Heißgetränk zu. Der Kaffee kommt bereits fertig portioniert entweder in Form von Alu- beziehungsweise Kunststoffkapseln oder in Zellstoffpads in die Maschine. Kapselmaschinen liefern geschmacklich recht gute Ergebnisse, lobt Warentester Dammschneider. Die Kapseln enthalten oftmals sehr hochwertigen Kaffee, erklärt Spezialist Preibisch. Da Kapselmaschinen mit hohem Druck arbeiten, kann damit außerdem auch Espresso mit echtem Crema gebrüht werden. Zudem ist der Reinigungsaufwand sehr gering.

Dafür beginnt der Preis pro Kapsel bei etwa 25 Cent und der Kaffee ist somit vergleichsweise teuer. Für besondere Geschmacksrichtungen oder edlere Sorten werden auch schonmal über 40 Cent pro Kapsel fällig. Aus ökologischer Sicht schneiden Kapselmaschinen ebenfalls nicht gut ab. "Sie verursachen viel Müll, die Kapseln aus Aluminium oder Plastik belasten die Umwelt", moniert Susanne Heutling vom Umweltbundesamt.

Pad-Kaffeemaschinen binden Verbraucher nicht an einen Hersteller

Sowohl im Preis pro Tasse als auch in der Öko-Bilanz stehen Pad-Kaffeemaschinen besser dar. Die Kaffeepads können einfach im Biomüll entsorgt werden. Auch die Herstellung ist weniger energieintensiv wie bei Alu-Kapseln. Preislich liegt selbst Markenkaffee mit 13 bis 14 Cent pro Pad deutlich unter den Kosten für Kaffeekapseln. Zudem ist man nicht auf einen bestimmten Hersteller festgelegt. Man kann problemlos auch die Kaffeepads anderer Marken oder Pads vom Discounter verwenden, die dann nochmal einige Cent weniger kosten.

Geschmacklich liege der Kaffee aus der Pad-Maschine irgendwo zwischen Filterkaffee und Espresso, sagt Warentester Dammschneider. Ähnlich wie bei den Kapselmaschinen sei die Handhabung einfach und der Reinigungsaufwand relativ gering. Wie die Kapselmaschinen sind auch Kaffeemaschinen mit Pad zur Bewirtung mehrerer Gäste auf einmal kaum geeignet und taugen somit vor allem als Ergänzung zur Filterkaffeemaschine.

Kaffeevollautomaten sind eine gute Wahl für Viel-Trinker, die Abwechslung lieben

In der Anschaffung mit Abstand am teuersten sind Kaffeevollautomaten. Dafür sind sie ausgesprochen vielseitig. "Auf Knopfdruck kann man sich Cappuccino, Espresso oder Latte macchiato herstellen", erklärt Dammschneider. Das soll zwar angeblich auch mit Kapseln und Pads möglich sein, geschmacklichen Hochgenuss darf man da aber oftmals nicht erwarten. "Echter Latte macchiato wird eben mit richtigem Espresso und Frischmilch zubereitet, nicht mit aromatisiertem Milchpulver oder Milch aus einer Kapsel", so ein Fazit Stiftung Warentest, nachdem insbesondere der Latte macchiato aus Kapseln und Pads im Sensorik-Test schlecht bewertet wurde.

Gute Kaffeevollautomaten hingegen verfügen über eine integrierte Kaffeemühle, Wassertank und häufig eine Aufschäumdüse für die Milch. Damit lassen sich die unterschiedlichen Kaffeespezialitäten in Barista-Qualität zubereiten. Bei Viel-Trinkern fällt auch der hohe Anschaffungspreis weniger stark ins Gewicht. Denn im laufenden Betrieb liegt der Preis pro Tasse etwa auf demselben Niveau wie bei Filterkaffeemaschinen und damit deutlich unter den Kosten, die für Pads oder gar Kapseln anfallen. Weiterer Vorteil laut Warentester Dammschneider: "Man kann schneller größere Mengen brühen und hat mehr Einflussmöglichkeiten."

Kaffeevollautomaten sind reinigungs- und pflegeintensiv

Die Kehrseite der umfangreichen Ausstattung offenbart sich allerdings im Reinigungs- und Wartungsaufwand. Die Alleskönner brauchen viel Pflege. "Regelmäßiges Entkalken ist unerlässlich", sagt Dammschneider. Außerdem sollten Kaffeereste aus dem Inneren der Maschine stets gründlich entfernt werden. "Vor allem beim Milchaufschäumen ist Hygiene gefragt." In der alltäglichen Praxis heißt das: Schläuche und Düse täglich nach dem Gebrauch säubern. "Da Kaffee viele Öle enthält und oxidiert, ist außerdem die Reinigung des Bohnentanks wichtig", ergänzt Preibisch. Sonst bildet sich schnell eine braune Fettschicht an den Wänden des Tanks.

Alternativen zu elektrischen Kaffeemaschinen

Eine gute und günstige Alternative zu elektrischen Kaffeemaschinen können Espressokocher sein, die vor allem in Italien beliebt sind. Diese kleinen Aluminiumkannen werden auf dem Herd verwendet. "Sie liefern Mokka, der dem Espresso nahe kommt", erklärt Dammschneider. Ein gutes Geschmacksergebnis für den Hausgebrauch liefere auch die so genannte Karlsbader Kanne, mit der man schon vor hundert Jahren Kaffee zubereitet hat, findet Preibisch. Hier brauche man keinen Papierfilter einsetzen, weil die Kanne bereits einen Porzellanfilter enthält. "Der große Vorteil ist, dass Porzellan geschmacksneutral ist und sich der Filter sehr gut reinigen lässt."

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