Sie sind hier: Home > Panorama > Buntes >

Falscher Adolf Hitler erobert Dating-Plattform Tinder

 (Quelle: t-online.de)

Heil Tinder!  

Falscher Hitler erobert Dating-Plattform

10.10.2014, 10:30 Uhr | fwe, t-online.de

Netztrends sind meistens kurzlebig, oft viral und häufig ein wenig skurril. In den USA, wo viele der verrückten Einfälle herkommen, ist es derzeit groß in Mode, sich in sozialen Netzen als Persönlichkeit auszugeben, die man gar nicht ist. Was sich momentan rasend schnell im Netz verbreitet, sind die Unterhaltungen eines Nutzers der Dating-App Tinder. Dieser benutzt das Programm nämlich unter dem Pseudonym "Adolf Hitler" und scheint mit dieser Masche auch erfolgreich zu sein. Tausende Likes und Shares über Portale wie Reddit und Facebook belegen das.

Wer hinter dem Profil steckt, ist derzeit noch nicht klar und wird möglicherweise auch nie ans Licht kommen. Fest steht aber schon heute, dass derjenige eine ordentliche Portion Zynismus mit in das Netzwerk bringt. Auf die Frage einer Chat-Partnerin, wie viele Witze er tatsächlich auf Lager hat, kontert der Unbekannte scharfzüngig mit "Genau genommen plane ich derzeit eine Stand-Up-Comedy-Tour, um die Gunst des Volkes zurück zu gewinnen. Wie sie heißen wird? 'Der Lolocaust'!" Ob die Anspielung auf den Internet-Ausspruch LOL ("laughing out loud", laut loslachen) jeden zum Grinsen bringt, darf aber bezweifelt werden.

Eine andere Nutzerin freut sich, dass sie "den Führer" nach rechts gewischt, also als Chatpartner akzeptiert hat. Dieser kommentiert trocken: "Ich hätte damals nicht nach rechts durch Europa wischen sollen. Diese verdammten Russen!" Ob diese Art von Humor einem liegt, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Doch 70 Jahre nach Kriegsende nimmt der satirische Umgang mit der eigenen Nationalvergangenheit bei den Deutschen immer weiter zu. Warum auch nicht? Bei den Amerikanern funktioniert das ja offensichtlich auch.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team



shopping-portal