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Sekt: Sekt-Hersteller täuschen Verbraucher

Sekt  

Täuschen Sekt-Hersteller die Verbraucher?

12.01.2010, 16:07 Uhr | APN

Sekt: Verbraucher werden mit künstlicher Kohlensäure getäuscht. (Foto: APN)Sekt: Verbraucher werden mit künstlicher Kohlensäure getäuscht. (Foto: APN)Deutsche Sekt-Hersteller täuschen nach einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal 21" seit Jahren die Verbraucher. Wie das Magazin berichtete, fanden TÜV-Prüfer bei Stichproben in Markensekten teils hohe Anteile industriell hergestellter Kohlensäure. So seien in der "Schwarzen Mädchentraube", die von der bayerischen Sektkellerei Schloss Nymphenburg vermarktet wird, 80 Prozent fremde Kohlensäure gefunden worden.

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Kein "Sekt" mit zugesetzter Kohlensäure

Beim badischen Sekt "Schloss Munzingen" seien es 59 Prozent und bei "Rotkäppchen"-Sekt 32 Prozent gewesen. Dies sei ein Verstoß gegen die EU-Schaumweinverordnung. Danach dürfe Schaumwein lediglich Kohlendioxid erhalten, das aus der alkoholischen Gärung stammt. Ein Schaumwein mit künstlich zugesetzter Kohlensäure dürfe nicht mehr Sekt heißen, erklärte "Frontal 21".

"Vertrauensbruch" am Verbraucher

Das Magazin zitierte den Vorsitzenden der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer, Norbert Schindler, mit den Worten, es handele sich um einen "Vertrauensbruch" am Verbraucher. Die Konsumenten könnten erwarten, dass die fragliche Praxis schnellstens abgestellt werde. Der Verband Deutscher Sektkellereien wies die Vorwürfe zurück. Die deutschen und europäischen Sekthersteller hielten sich bei der Produktion an Vorgaben der EU, sagte Geschäftsführer Ralf Peter Müller der Nachrichtenagentur DAPD. Beim Abfüllen von Sekt aus Gärtanks komme Lebensmittelkohlensäure zum Einsatz. Diese Kohlensäure habe chemisch die gleiche Zusammensetzung wie die durch Gärung im Sekt entstandene Kohlensäure.

Angeblich keine minderwertige Qualität

Dass es hierbei zu einem gewissen Austausch komme, habe keinerlei Auswirkungen auf die Qualität, betonte Müller. Nach Angaben des Verbands werden pro Jahr derzeit rund 430 Millionen Flaschen Sekt in Deutschland hergestellt. Der Großteil davon kommt aus Gärtanks. Nach Angaben von "Frontal 21" ist der Einsatz von industriell erzeugter Kohlensäure beim Abfüllen zwar erlaubt. Es dürfe jedoch keine Fremdkohlensäure in die Flasche gelangen.

Natürliche Kohlensäure nur noch bei teuren Marken

Den Verbraucherministerien von Bund und Ländern sei das Problem bekannt. Eine Vermischung der dem Sekt eigenen Kohlensäure mit fremder Kohlensäure gelte aber als "technisch unvermeidbar". Sekt oder Champagner entstehen, wenn Wein mit Zucker und speziellen Hefen versetzt wird und zu gären beginnt. Dabei spaltet sich der Zucker in Alkohol und Kohlendioxid. Die im Sekt gelöste Kohlensäure sorgt nach dem Öffnen der Flasche für das typische Perlen des Schaumweins. Bei der traditionellen Methode wird der Wein ausschließlich in der Flasche zu Schaumwein vergoren. Da dieses Verfahren relativ teuer ist, wird es in Deutschland nur noch bei besonders hochwertigen Sektmarken angewandt.

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