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Restaurant: So tricksen Wirte mit Gammelware

So wird in Restaurants getrickst

21.09.2011, 15:03 Uhr | amau

Restaurant: So tricksen Wirte mit Gammelware. Restaurant: In vielen Restaurants wird gammliges Fleisch trotzdem serviert. (Foto: imago)

In vielen Restaurants wird gammliges Fleisch trotzdem serviert. (Foto: imago)

Wer ein Restaurant besucht, möchte ein gutes Essen genießen und lässt sich das gern etwas kosten. Schließen haben ausgesuchte Zutaten, eine frische Zubereitung der Speisen und guter Service ihren Preis. „Diesen Vertrauensbonus ihrer Gäste nutzen viele Gastronomen aus“, warnt Andreas Hein, Meisterkoch und Autor des Buches „Schwarzbuch Gastronomie“ (BoD). In Wahrheit kämen in vielen Lokalen Saucen aus dem Tetrapack, überlagertes Fleisch und Getränke vom Discounter auf den Tisch.

Küchen des Grauens

Mexikanische Hackbällchen aus angegrauten Fleischresten, teuer verkaufter Marken-Whiskey, der in Wahrheit vom Discounter stammt, Hühnerbrühe von abgeknabberten Knochen – solche und andere Betrügereien hat Andreas Hein in seiner über 30-jährigen Tätigkeit als Koch erlebt und diese in seinem Buch „Schwarzbuch Gastronomie“ aufgedeckt. „Ich stand in erstklassigen Häusern mit Hochglanzköchen am Herd, aber auch in Restaurants, wo kriminelle Methoden an der Tagesordnung waren“, sagt der Autor. „Darunter auch das ganz normale Stammlokal um die Ecke.“

Vom Tellerwäscher zum Wirt

Doch wie kommt es zu derart ekelerregenden Zuständen in so manchem Restaurant? „Zum einen liegt es an der fehlenden Ausbildung vieler Wirte“, sagt Andreas Hein. „Um hierzulande ein Restaurant zu eröffnen, sind keine weitreichenden Fachkenntnisse nötig.“ Pflichtveranstaltung sei nur ein knapp eintägiger Kurs zum Thema Lebensmittelhygiene. An dessen Ende bekommt man dann ein Zertifikat der IHK in die Hand gedrückt - eine abschließende Prüfung wird nicht verlangt.

Not macht erfinderisch

Auch die finanzielle Not lässt einige Gastronomen auf Abwege geraten. „Hohe Personal- und Betriebskosten und immer teurer werdende Rohstoffe machen vielen Wirten zu schaffen“, sagt Hein. Knapp ein Viertel aller gastgewerblichen Unternehmen gibt jedes Jahr auf, zumeist hoch verschuldet. Wer mit seinem Lokal bestehen will, muss sich also etwas einfallen lassen.

Leichtes Spiel für „Ekel-Wirte“

Natürlich betrügt nicht jeder Wirt mit finanziellen Engpässen seine Gäste. Und außerdem hat die staatliche Lebensmittelkontrolle ein strenges Auge auf gastronomische Einrichtungen, oder? „Leider fehlen derzeit etwa 1500 Mitarbeiter, um die Betriebe ausreichend überprüfen zu können“, bemängelt der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure e.V. Da hat manch „Ekel-Wirt“ leichtes Spiel, wie auch Andreas Hein oft erlebte: „In der Regel kommt einmal jährlich jemand vorbei, den Zeitpunkt kann man ungefähr abschätzen und dann haben die Restaurantbesitzer ihre Küchen auf Hochglanz poliert.“

Woran man ein gutes Restaurant erkennt

Doch wie kann man sich als Gast vor solch Scharlatanen schützen? Andreas Hein hat einige Tipps parat:

  • Bevor Sie ein Restaurant betreten, sollten Sie den vor der Tür befindlichen Speiseaushang begutachten. Ist er speckig, vergilbt oder von Spinnweben durchzogen? Essen Sie lieber woanders.
  • Auch die Speisekarte im Lokal verrät den Schmuddel-Wirt. Fettflecken, schmutzige Eselsohren oder gar Korrekturen mit dem Kugelschreiber sind ein absolutes No Go!
  • Das Service-Personal trägt hoffentlich frische Arbeitskleidung, denn verschwitzte, fleckige Hemden sind ein Indiz für eine ebenso unsaubere Küche.
  • Sind die Toiletten gepflegt und ordentlich? Hoffentlich, denn wer nicht auf sein stilles Örtchen achtet, ist in der Regel auch bei anderen Dingen nachlässig.

Bei Übelkeit, Erbrechen oder anderen gesundheitlichen Problemen nach einem Restaurantbesuch sollte man einen Arzt aufsuchen. Handelt es sich um eine Lebensmittelvergiftung, muss dieser das Gesundheitsamt einschalten. Verbraucher können sich bei Verdachtsmomenten auch an die Lebensmittelüberwachung wenden. Infos unter lebensmittelkontrolle.de.

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