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Marlene Mortler: Alkohol sollte teurer werden

Höhere Preise für Bier & Schnaps  

Drogenbeauftragte: Alkohol sollte teurer werden

28.03.2018, 15:54 Uhr | dpa-AFX

Marlene Mortler: Alkohol sollte teurer werden. Bier- und Schnapsflaschen: Etwa acht Millionen Angehörige leiden unter der Alkoholsucht eines Familienmitglieds. (Quelle: Tobias Hase/dpa)

Bier- und Schnapsflaschen: Etwa acht Millionen Angehörige leiden unter der Alkoholsucht eines Familienmitglieds. (Quelle: Tobias Hase/dpa)

Der Alkoholkonsum in Deutschland ist extrem hoch. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat nach der Veröffentlichung des neuen Jahrbuchs Sucht höhere Preise für Bier und Schnaps in Deutschland gefordert.

"Wir sollten darüber sprechen, ob Preise von weniger als 20 Cent für einen halben Liter Bier oder weniger als vier Euro für Spirituosen sein müssen", sagt die CSU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Extrem hoher Alkoholkonsum in Deutschland 

Das Jahrbuch Sucht stellt jedes Jahr Statistiken zu legalen und illegalen Drogen in Deutschland zusammen und ergänzt sie mit eigenen Daten zur Suchthilfe. Danach konsumierten alle Bundesbürger über 15 Jahre im Schnitt rund 10,7 Liter reinen Alkohol – das entspricht einem gefüllten Eimer.

Diese neuen Berechnungen beziehen sich laut Jahrbuch auf die jüngsten Zahlen für das Jahr 2015. Auch im internationalen Vergleich sei das ein sehr hoher Wert, sagt Ulrich John, Leiter des Instituts für Sozialmedizin an der Universität Greifswald, bei der Vorstellung des Jahrbuchs in Berlin. Beim Thema Alkohol sei Deutschland ein Hochkonsumland.

Jedes Jahr 10.000 alkoholgeschädigte Babys

Die Folgen sind dramatisch. So kommen laut Jahrbuch in Deutschland pro Jahr rund 10.000 Kinder alkoholgeschädigt auf die Welt. 2,65 Millionen Kinder wachsen in Deutschland mit alkoholkranken Eltern auf. Und acht Millionen Angehörige leiden an der Alkoholsucht eines Familienmitglieds mit – zum Beispiel durch Schamgefühle, Zukunftsängste und im Extremfall durch Gewaltausbrüche bis hin zu sexuellem Missbrauch.

"Wenn wir das ändern wollen, müssen wir mehr gegen die Omnipräsenz von Alkohol unternehmen", sagt Mortler der "Passauer Neuen Presse". "Permanentes Angebot schafft einfach Nachfrage. Ob an der Tankstelle, bei Familienfeiern oder auf Werbeplakaten."

Höhere Steuer auf alle Alkoholika gefordert

Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, fordert ein Werbeverbot für Alkohol und Zigaretten sowie eine vereinheitlichte höhere Steuer auf alle Alkoholika, bemessen nach Volumen Alkohol. Darüber hinaus verlangt er, dass alle Alkoholika nur an Erwachsene über 18 Jahre verkauft werden. Dass Wein und Bier in Deutschland ab 16 Jahren zu haben seien, wertete er als "absurd".

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX

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