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Keime und Fremdkörper: Immer mehr Rückrufe von Lebensmitteln

Keime und Fremdkörper  

Immer mehr Rückrufe: Bedenklicher Trend bei Lebensmitteln

11.10.2019, 19:16 Uhr | dpa , sms , t-online.de

Keime und Fremdkörper: Immer mehr Rückrufe von Lebensmitteln. Supermarktregal: Lebensmittelhersteller sind zur Eigenkontrolle verpflichtet.  (Quelle: imago images/wolterfoto)

Supermarktregal: Lebensmittelhersteller sind zur Eigenkontrolle verpflichtet. (Quelle: wolterfoto/imago images)

Der Skandal um Wilke-Wurstwaren, ein großer Milch-Rückruf und verunreinigtes Toastbrot: Nicht nur in den vergangenen Tagen scheinen sich die Lebensmittelrückrufe in Deutschland zu häufen. 

Die Zahl der Lebensmittelrückrufe in Deutschland hat sich seit 2012 mehr als verdoppelt. Besonders betroffen seien Fleisch- und Milchprodukte, bestätigte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Freitag.

Die Behörde stützt sich auf eine Auswertung des eigenen, im Jahr 2011 gestarteten Internetportals Lebensmittelwarnung.de. Dort werden Warnhinweise auch jenseits der großen Lebensmittelskandale veröffentlicht.

Gründe für vermehrte Rückrufe nicht bekannt

Die Zahl der Warnungen sei von 83 im Jahr 2012 auf 186 im vergangenen Jahr geklettert. 2019 wurden bis Freitag 160 Warnungen veröffentlicht, so die aktuelle statistische Auswertung des Bundesamtes.

Über die Gründe des Anstiegs gebe es keine gesicherten Erkenntnisse. Am häufigsten würden Produkte wegen mikrobiologischer Verunreinigungen oder Fremdkörpern zurückgerufen. Auch falsche Kennzeichnungen können zu Rückrufen führen.

Julia Klöckner plädiert für regelmäßige Lebensmittelkontrollen

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, betont unterdessen auf Anfrage von t-online.de die Bedeutung von Kontrollen: "Verbraucher haben ein Recht auf sichere Nahrungsmittel. Das, was angeboten wird, muss ganz klar für unsere Gesundheit unbedenklich sein. Deshalb sind regelmäßige, effektive Kontrollen vor Ort wichtig."

Mit Bezug auf jüngste Ereignisse wie den Skandal um Wilke Wurstwaren aus Hessen sagt die Ministerin: "Ich verlange schnelle Aufklärung, damit solche Fälle, die die Gesundheit unserer Bürger gefährden, sich nicht wiederholen.“

Aufgaben der Lebensmittelhersteller

Wer Lebensmittel in Deutschland produziert, ist für die Sicherheit seiner Produkte verantwortlich. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gehören dazu betriebliche Eigenkontrollen sowie Maßnahmen zum Qualitätsmanagement. Die Produkte müssen so gekennzeichnet sein, dass erkennbar ist, woher die Rohstoffe stammen und wie das Produkt verarbeitet wurde. 

Stichprobenkontrollen der Behörden

In Stichproben kontrollieren die Behörden der Bundesländer Lebensmittelprodukte und Betriebsstätten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Betrieben, die bereits in der Vergangenheit auffällig waren und auf Produkten, die beispielsweise leicht verderblich sind. 

2018 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zusätzlich rund 500.000 Betriebe kontrolliert. Bei fast 13 Prozent gab es Beanstandungen. Am häufigsten wurde gegen Hygienevorschriften verstoßen. 

Lebensmittelrückrufe seit April 

Einige Fälle der vergangenen Monate:

10. Oktober: Toastbrot von Aldi Nord wird aufgrund einer möglichen Verunreinigung mit Kunststoffteilchen zurückgerufen.

2. Oktober: In Hessen wird der Betrieb des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren geschlossen, nachdem in dessen Produkten wiederholt Listerien nachgewiesen wurden.

12. September: Der Discounter Lidl nimmt wegen Salmonellenbelastung Nuss-Frucht-Mischungen für Salate aus dem Verkauf.

1. August: Wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Blausäure ruft die niederbayerische Firma Salzhäus'l Himalaya Kristallsalz GmbH Produkte mit Aprikosenkernen zurück.

8. Juli: In Bayern wird in Roggenmehl der Kunstmühle Reisgang eine erhöhte Konzentration sogenannter Alkaloide festgestellt. 

3. April: Der Tiefkühlkost-Hersteller Iglo ruft wegen möglicher E.coli-Bakterien vorsorglich eine bestimmte Charge "Petersilie 40g" zurück.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

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