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Darum läuft bei Discountern wie Aldi, Netto & Co. keine Hintergrundmusik


Darum läuft im Discounter keine Musik

  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 04.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
Qualitativ geprüfter Inhalt

Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Musik: Durch bestimmte Lieder werden Kunden in eine Art "Flanier-Verfassung" versetzt.
Musik: Durch bestimmte Lieder werden Kunden in eine Art "Flanier-Verfassung" versetzt. (Quelle: Artem Tryhub/getty-images-bilder)
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Beim Gang durch den Supermarkt fällt sie kaum auf: die Musik im Hintergrund. Doch nicht immer schallen Songs aus den Lautsprechern – Discounter beispielsweise verzichten darauf. Das hat mehrere Gründe.

Das Wichtigste im Überblick


  • Kosten sparen
  • Kaufintention
  • Was sagen die Discounter?

Ganz klar: Die Hintergrundmusik im Supermarkt, Baumarkt oder Möbelhaus soll die Kauflaune der Kunden steigern. Über das sogenannte "Instore Radio" werden sie dafür in eine bestimmte Stimmungslage versetzt und dort gehalten, erklärt der Psychologe Jens Lönneker, Geschäftsführer vom Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold Salon, auf Nachfrage von t-online. "Diese Stimmungslagen sind eher der Hintergrund des Geschehens. Sie wirken aber nicht bewusst. Die bewusste Aufmerksamkeit wird anderen Dingen gewidmet", erklärt der Experte. "Je nachdem, in welchen Geschäften Sie sich befinden, werden Sie auch durch eine besonders ausgewählte Musik beeinflusst."

Info
Jens Lönneker ist Experte im Bereich tiefenpsychologische Analysen und überprüft unter anderem Werbemaßnahmen des Einzelhandels.

Doch nicht in allen Lebensmittelgeschäften ist Musik zu hören. Bei Lidl, Netto und Aldi hallt oftmals lediglich das Rattern der Einkaufswagen durch die Gänge. Müssen die Kunden hier etwa nicht zu Spontankäufen angeregt werden?

Kosten sparen

Der offensichtlichste Grund ist das Einsparen von Kosten. Für die Musik, die in Supermärkten, Baumärkten oder Möbelhäusern über die Lautsprecher gespielt wird, müssen die Geschäfte Geld an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) abführen. Discounter sparen sich die Kosten hierfür.

Kaufintention

Im Vergleich zu Discountern haben große Lebensmittelgeschäfte ein sehr umfangreiches Angebot. Allerdings sind auch die Produktpreise oft wesentlich höher. Das wissen die Verbraucher, so der Experte. "Viele kaufen dennoch in großen Lebensmittelgeschäften ein, weil sie sich bewusst von dem Angebot inspirieren lassen wollen." Lönneker nennt dies "Flanier-Verfassung". "Kunden wollen das Einkaufen zelebrieren. Und dafür brauchen Sie die entsprechende Stimmung, die über die richtige Musik hervorgerufen wird."

Einkauf: Im Supermarkt greifen Kunden eher zu Produkten, die sie eigentlich nicht kaufen wollten.
Einkauf: Im Supermarkt greifen Kunden eher zu Produkten, die sie eigentlich nicht kaufen wollten. (Quelle: Geisser/imago-images-bilder)

Große Lebensmitteldiscounter fokussieren sich indes auf eine etwas andere Kundschaft. Das ist auch an der wesentlich kleineren Produktauswahl erkennbar. "Kunden erwarten nicht, im Discounter inspiriert zu werden oder ein Einkaufserlebnis zu haben. Sie wollen einfach die benötigten Produkte kaufen und gegebenenfalls noch ein paar Schnäppchen machen", erklärt der Psychologe. Lönneker bezeichnet dies als "Schnäppchen-Verfassung". Der Einkauf im Discounter ist im Vergleich zum Besuch im Supermarkt wesentlich rationaler und bewusster. Darüber hinaus leben Discounter von der Umschlagsgeschwindigkeit, fügt er hinzu. Flanieren und sich inspirieren zu lassen, steigere den Umsatz weniger als das bloße Zugreifen von Produkten in größerer Stückzahl.

Lönneker ergänzt: "Wir sind keine Opfer von Beeinflussungsstrategien. Wir wollen diese Verfassung erleben. Daher kommt uns die Musik sehr recht." Das gelte selbst dann, wenn die Musik nicht bewusst erlebt wird. "Auch dann stört sie uns nicht."

Was sagen die Discounter?

t-online erkundigte sich auch direkt bei den Discountern, weshalb sie auf Hintergrundmusik beim Einkaufen verzichten. Fast alle Anfragen blieben unbeantwortet. Nur Aldi Süd antwortete ausführlicher und erklärte, dass die Unternehmensgruppe "seit jeher auf Einfachheit" setze und die vorhandenen Lautsprecher lediglich für "akustische Hinweise" verwende – beispielsweise das Öffnen und Schließen einer Kasse. Und Aldi Nord ergänzt: "Die von Ihnen angefragte Hintergrundmusik in unseren Märkten ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant."

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Verwendete Quellen
  • Jens Lönneker, CEO, Owner, Managing Director, lönneker & imdahl rheingold salon GmbH & Co KG
  • Aldi Süd
  • Aldi Nord
  • Eigene Recherche
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