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Kinderfernsehen ist voller Klischees und falscher Ideale

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Kinder-TV  

Kinderfernsehen: Voller Klischees und falscher Ideale

31.05.2010, 11:15 Uhr | dpa

In Zeichentrickfilmen sind die meisten Familien wohlhabend, alle Kinder schlau und die Mädchen auch noch schön - und vor allem schlank. "Das Kinderfernsehen ist mit Stereotypen und Klischees überladen", warnt die Medienpädagogin Maya Götz. Als Leiterin des Fernsehfestivals "Prix Jeunesse", das in diesen Tagen in München stattfindet, setzt sie sich für Qualität im Kinderfernsehen ein. Diese Klischees setzten die Kleinen zunehmend unter Druck, sagte Götz. "Zwei von drei Mädchenfiguren im Fernsehen sind dünner als Barbie - und selbst ihre Figur könnte eine normale Frau nur haben, wenn man ihr eine Rippe entfernt."

"Kim Possible" - schlechtes Vorbild für Kinder

Wie aus der Studie "The global girl's body" (Der Körper des globalen Mädchens) hervorgeht, für die 2008 die Körper von 102 Zeichentrick-Figuren vermessen wurden, gibt es nur wenige Beispiele, bei denen die Mädchen in den Trickfilmen einen ganz normalen Körper haben. Die Lieblingshexe vieler deutscher Kinder, Bibi Blocksberg, gehört dazu und wird als positives Beispiel genannt. Ganz anders dagegen Fernsehheldin "Kim Possible". Selbst mit umfassenden Schönheits-Operationen könnten normale Mädchen so eine Figur nicht bekommen, heißt es in der Studie. Andere Negativbeispiele sind zum Beispiel die Figuren Bloom aus "Winx Club" oder Sasha aus "Bratz".

Ein unerreichbares Ideal

"Die Mädchen wachsen mit einem Körperbild auf, das sie niemals erreichen können", sagte Götz, die selbst Mutter einer Fünfjährigen ist. Das führe bei vielen völlig normal aussehenden Mädchen dazu, dass sie schon früh beginnen, zu denken, mit ihnen stimme etwas nicht.

Weiß, blond, blauäugig: "Völlig überrepräsentiert"

Doch nicht nur die Wespentaillen sind nach Götz' Ansicht unrealistisch: "Eine weiße, wohlhabende Mittelschicht ist im Fernsehen - und vor allem im Kinderfernsehen - völlig überrepräsentiert", kritisierte sie und wies auf die Prinzessinnen von Walt Disney hin. Bis auf Mulan und Aladdins Frau Yasmin seien alle weiß, fast alle hätten blondes Haar und blaue Augen. Außerdem stammten auch Mulan und Yasmin aus gut situierten Familien. "Das führt dann vor allem bei Mädchen mit afro-ethnischer Herkunft dazu, dass sie glauben, sie seien nicht gut genug, um eine Prinzessin zu sein." Ähnliches gilt ihrer Ansicht nach auch für Kinder mit Krankheiten und Behinderungen. Sie machten in der Realität rund zehn Prozent aus, kämen auf dem Bildschirm aber so gut wie nie vor.

Kinder brauchen Vielfalt statt Klischees

Götz fordert darum mehr Vielfalt im Kinderfernsehen. Helden mit türkischen oder polnischen Wurzeln seien beispielsweise viel zu selten zu sehen. Auch eine thematische Vielfalt vermisst die Medien-Expertin. "Es wird immer nur kopiert. Dabei brauchen wir Geschichten, die mehr erzählen als Klischees!" Die Kinder würden sich darüber freuen, glaubt sie.

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