Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Erziehung >

Straßenverkehr: Viele Eltern vernachlässigen Verkehrserziehung ihrer Kinder

...

Straßenverkehr  

Viele Eltern vernachlässigen Verkehrserziehung ihrer Kinder

23.06.2010, 12:18 Uhr | ots

Straßenverkehr: Viele Eltern vernachlässigen Verkehrserziehung ihrer Kinder. Junge auf Fahrrad.

Radfahrende Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. (Bild: imago)

Radfahrende Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet: Knapp 11.500 verunglücken jährlich auf Deutschlands Straßen. Dabei hat sich das Sicherheitsbewusstsein der Bevölkerung deutlich verbessert. Eltern achten beispielsweise zunehmend auf einen einwandfreien technischen Zustand der Kinderräder und geben viel Geld dafür aus. Acht von zehn Deutschen legen besonderen Wert auf gute Bremsen. Eine ausreichende Beleuchtung wird ebenfalls als wichtig eingestuft. Nachholbedarf gibt es dagegen bei der Verkehrserziehung. Viele Eltern nehmen sich nicht die Zeit, den Nachwuchs so früh wie möglich auf die Gefahren im Straßenverkehr vorzubereiten. Dabei stellt das Verhalten der Kinder eines der größten Unfallrisiken dar. Das sind die Ergebnisse der "Fahrradstudie 2010" des Deutschen Ring.

Fahrweise von Kindern oft unberechenbar

Die Fahrweise von Kindern ist für andere Verkehrsteilnehmer häufig unberechenbar. Der Nachwuchs hat meist noch kein Gefühl für das Tempo und achtet zu wenig auf den Verkehr. Kinder sind deshalb nicht in der Lage, ihr Fahrverhalten der Situation entsprechend anzupassen. Die meisten Eltern vernachlässigen jedoch, die kleinen Zweiradfahrer darin zu schulen. "Jeder zweite Deutsche glaubt, dass Radfahren auf dem Gehweg ungefährlich ist", warnt Jens Christian Berggreen, Sicherheitsexperte beim Deutschen Ring. Viele Eltern denken deshalb, ihre Kinder seien auf dem Bürgersteig nicht den Gefahren der Straße ausgesetzt. Mit dieser Einschätzung liegen sie allerdings falsch. Insbesondere an Ausfahrten ist auch auf Gehwegen das Risiko groß, von Autofahrern übersehen und angefahren zu werden. "Aufgrund ihrer geringen Körpergröße sind Kinder im Verkehr oft außerhalb des Sichtfelds von Autofahrern, so dass es oft zu Unfällen kommt. Diese lassen sich jedoch weitgehend vermeiden, wenn der Nachwuchs die Gefahren kennt und weiß, wie er sich verhalten muss", so der Experte.

Vorbildfunktion der Eltern

Bei den Kindern hapert es jedoch nicht nur an der Risikoeinschätzung. Immer häufiger fehlt es auch an grundlegenden motorischen Fähigkeiten. 72 Prozent der Mitarbeiter aus dem Bereich Verkehrserziehung beobachteten in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme eingeschränkter Körper- und Radbeherrschung bei Grundschülern. Grund hierfür ist Bewegungsmangel. Kinder gehen seltener nach draußen und machen weniger Sport als noch vor ein paar Jahren. Eltern haben deshalb eine doppelte Vorbildfunktion: Treten sie regelmäßig gemeinsam mit ihrem Nachwuchs in die Pedale, motiviert das zur Bewegung. Schrittweise führen sie die Kinder dabei an die Gefahren im Straßenverkehr heran und bringen ihnen so richtiges Fahrverhalten bei.

Radfahrprüfung für Kinder?

"Grundsätzlich sollten Kinder nur alleine auf die Straße geschickt werden, wenn sie ihr Fahrrad und die Regeln gut beherrschen", rät Berggreen vom Deutschen Ring. Vorstellbar wären deshalb eine Altersbegrenzung sowie eine verpflichtende Radfahrprüfung für Kinder einzuführen, bei der sie erst nach Bestehen allein am Verkehr teilnehmen dürfen. "In Österreich gibt es eine solche Regelung bereits: Wer die freiwillige Prüfung nicht abgelegt oder bestanden hat, darf sich unter 12 Jahren nur in Begleitung von Erwachsenen auf sein Rad schwingen."

Fahrradhelm und Signalwimpel

Neben dem richtigen Fahrverhalten sorgt außerdem die passende Ausrüstung für die nötige Sicherheit im Straßenverkehr. Während kleine Kinder inzwischen meist nur noch mit Fahrradhelm aufs Rad gelassen werden, gelten Helme bei älteren Kindern oft als uncool. Mit einem entsprechenden Schutz werden aber mehr als 80 Prozent der schweren Kopfverletzungen verhindert. Gehen Erwachsene mit gutem Beispiel voran, lässt sich der Nachwuchs leichter für den Kopfschutz begeistern. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Signalwimpel am Gepäckträger. Kinder sind dadurch besser sichtbar. Bisher ist die Akzeptanz der Wimpel in der Bevölkerung allerdings gering: Nur 14 Prozent der Radfahrer sind von deren Schutzwirkung überzeugt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
EntertainTV Plus für 10,- € mtl. zu MagentaZuhause buchen
jetzt bestellen bei der Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018