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Buchtipp: Wer sagt, dass Kinder glücklich machen?

Buchtipp  

Ein Tabu unter Eltern: Machen Kinder eigentlich glücklich?

20.07.2012, 15:07 Uhr | mmh, t-online.de

Buchtipp: Wer sagt, dass Kinder glücklich machen?.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wie halten Eltern das eigentlich aus? Warum Kinder nicht wirklich glücklich machen - ein Buch verrät es. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

ar-schwangerschaftstests-funktionsweise-juli-2016-textbrokerKinder gelten als das größte Glück. Doch: Wer sagt, dass Kinder wirklich glücklich machen? Diese Frage zu stellen, ist ein Tabu unter Eltern. Zweifel sind nicht erlaubt, zurückgeben geht sowieso nicht. Zwei Autorinnen wagen den Tabubruch und geben Tipps, wie man es trotzdem schafft, Nervenzusammenbrüche, Mütterkreise, Karrierelöcher und Pubertätshöllen zu überstehen - diese Tipps können dabei helfen.

 

Kinder machen das Glück perfekt

Ein fester Partner, ein sicheres Einkommen, eine nette, geräumige Wohnung, tolle Urlaube - was fehlt noch zum Glück? Richtig, ein Wonneproppen, glückliches Babylachen, strahlende Kinderaugen. Aber Achtung: Dass kinderlose Paare glücklicher sind als Eltern, bestätigt sogar die Wissenschaft, schreiben Evelyn Holst und Eva Gerberding, übrigens beide Mütter. Der Grund: Zeitdruck, Geldsorgen, Partnerschaftsprobleme, Karriere-Lücken. Das Resultat: Rund 40 Prozent aller Eltern, die sich mit minderjährigen Kindern scheiden lassen, tun das schon im ersten Jahr nach der Geburt. Der psychische Druck ist einfach zu groß.

Paare sollten sich Kinderwunsch gut überlegen

Spätestens dann, wenn der Blick genervt ist, die Stimme gequält und zum x-ten Mal der Satz "Du bist dran!" fällt - egal ob beim Wickeln oder Füttern - fällt es schwer, sich an die Verliebtheit von damals zu erinnern.

Paare sollten sich den Kinderwunsch also gut überlegen oder die bissig-witzigen Tipps der Autorinnen beherzigen, die Til Mettes lustige Illustrationen noch drastisch untermalen. Denn: Mit der Fruchtblase platzen auch oft die Illusionen - so heißt es in dem Buch.

Elternschaft - das sind die Extreme

Gut, dass wir nicht wissen, was auf uns zukommt, wenn der Kinderwunsch in uns wächst und der Schwangerschaftstest sich verfärbt. Koliken, Sorgen, Ratlosigkeit, Pubertätsstress, durchwachte Nächte, Erziehungsdiskussionen, Partner-Krisen, Jammer- und Angeberrunden. Aber auch: unendliche Liebe, unglaubliche Erlebnisse, das Wunder der Geburt.

Erziehungsarbeit ist Schwerstarbeit, heißt es in dem Buch. Sie erfordert Kraft, Ausdauer, Verzicht, Frustrationsfähigkeit, Leidenschaft, Aufmerksamkeit, Präsenz, Konsequenz und vieles, vieles mehr. Und niemand sagt einem, dass es nie aufhört.

Wichtige Erkenntnisse und zerstörte Illusionen

Wie geht man mit kinderlosen Freundinnen um, wie übersteht man lange Nachmittage an der Sandkiste bei miesem Wetter, woran liegt es, dass wir gegenüber unseren Kindern immer den Kürzeren ziehen? Viele Fragen beantworten die Autorinnen:

  • Mit Kindern ist es wie mit Hunden: Was man am Anfang an Disziplin und Konsequenz versäumt hat, bereut man sein Leben lang.
  • Üben Sie das Wort "Nein"!
  • Wir sind konfliktscheu, weil wir von unseren Kindern geliebt werden wollen und süchtig danach sind, sie glücklich machen zu wollen.
  • Behandeln Sie Ihr Kind nicht wie den Nabel der Welt, dann benimmt es sich auch nicht so.

Klingt alles nach jeder Menge Stress. Machen Kinder also etwa doch nicht glücklich? Sie tun es manchmal, aber wir lieben sie trotzdem immer, so die Antwort der Autorinnen. Dennoch ist diese Frage eines der letzten Tabus. Aber warum eigentlich? Gerberding und Holst sind der festen Überzeugung, dass die allermeisten Eltern restlose Überforderung genauso kennen wie Momente, in denen ihnen beim Anblick ihrer Kinder das Herz stehen bleibt - vor Stolz und Liebe. Denn beides gehört zum Elternsein: das größte vorstellbare Glück, aber ebenso der größtmögliche Stress. Und beides ist völlig normal.

Warum wir unsere Kinder trotz allem lieben

Fazit: Ein wunderbares, lesenswertes Buch, gespickt mit Fakten, Tipps, Erkenntnissen, Humor, Verständnis, das Eltern auf den Boden der Tatsache holt, einiges überdenken und trotzdem schmunzeln lässt. Mit dem Resumee: Warum wir unsere Kinder trotzdem lieben und es besser ist, keine Supermutter zu sein. Nicht geeignet für Eltern, die gerade in einer ernsthaften Familien-Krise stecken.

Buchtipp: Eva Gerberding / Evelyn Holst, Wer sagt, dass Kinder glücklich machen? Von Müttern und Vätern am Rande des Nervenzusammenbruchs, Südwest Verlag, ISBN 978-3-517-08767-2

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