Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Erziehung >

Fernsehen scheint Kriminalität zu fördern

...

Studie: Fernsehen scheint Kriminalität zu fördern

18.02.2013, 13:26 Uhr | dapd

Wer als Kind extrem viel Fernsehen geguckt hat, ist einer Studie zufolge als Erwachsener häufiger kriminell. Außerdem kann der Fernsehkonsum die Entwicklung einer aggressiven und dissozialen Persönlichkeit begünstigen, wie neuseeländische Forscher im Fachjournal "Pediatrics" berichten.

Fernsehen fördert unsoziales Verhalten

Seit Jahren ist bekannt, dass intensiver Fernsehkonsum und asoziales Verhalten oft Hand in Hand gehen. Offen blieb in den bisherigen Studien jedoch, ob dissoziale Menschen mehr fernsehen, oder ob tatsächlich das Fernsehen das unsoziale Verhalten bedingt. Die Studie des Teams von der Universität Otago hat den bislang besten Beleg erbracht, dass Letzteres zutrifft.

Kinder wurden alle zwei Jahre befragt

Die Studie stützt sich auf Daten von rund 1000 Kindern, die 1972 und 1973 in der neuseeländischen Stadt Dunedin geboren wurden. Vom fünften bis zum 15. Lebensjahr wurden die Kinder alle zwei Jahre befragt, wie viel sie fernsehen. Im Erwachsenenleben erfassten die Forscher die Persönlichkeit der Teilnehmer und eventuelle Verurteilungen wegen kriminellen Verhaltens. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die in der Kindheit mehr Fernsehen geguckt hatten, eher dissozial oder sogar kriminell geworden waren.

Viel Fernsehen führt zu aggressiverer Persönlichkeit

"Jede Stunde, die die Teilnehmer als Kinder durchschnittlich abends vor dem Fernseher verbracht haben, erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer späteren Verurteilung für ein Verbrechen um 30 Prozent", berichtet Koautor Bob Hancox. Ein höherer Fernsehkonsum in der Kindheit hing zudem im Erwachsenenalter mit aggressiveren Persönlichkeitszügen zusammen. Häufiger war auch die Veranlagung, negative Gefühle zu empfinden. Vielgucker hatten außerdem ein höheres Risiko für eine dissoziale Persönlichkeitsstörung, die sich durch anhaltend aggressives und antisoziales Verhalten auszeichnet.

In ihrer Studie stellten die Forscher sicher, dass der gesellschaftliche Status der Teilnehmer den Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und späterem dissozialem Verhalten nicht erklären kann. Auch aggressives oder dissoziales Verhalten in der Kindheit sowie elterliche Faktoren wurden als Grund ausgeschlossen. Koautorin Lindsay Robertson berichtet, dass es nicht die bereits dissozialen Kinder gewesen seien, die mehr vor dem Fernseher gesessen hätten. "Viel mehr war es so, dass Kinder, die eine Menge Fernsehen guckten, wahrscheinlich später dissoziales Verhalten und dissoziale Persönlichkeitszüge entwickelten", erklärt Robertson.

Fernsehkonsum hat Langzeitfolgen

Die Studie ist die erste Studie, die den Fernsehkonsum während der gesamten Kindheit erfasst und ein breites Spektrum möglichen asozialen Verhaltens im Erwachsenenalter untersucht hat. Zwar kann ein solcher Studienaufbau nicht beweisen, dass zu viel Fernsehen dissoziales Verhalten bedingt. Aber die Untersuchung liefert einen schlüssigen Beleg, dass exzessiver Fernsehkonsum Langzeitfolgen für das Verhalten haben kann. "Wir sagen nicht, dass Fernsehen jedes dissoziale Verhalten verursacht", betont Hancox. Aber die Studie lege nahe, dass ein reduzierter Fernsehkonsum dazu beitragen könnte, dissoziales Verhalten in der Gesellschaft zu verringern. Als Empfehlung gelte, dass Kinder nicht mehr als ein bis zwei Stunden ausgesuchtes "Qualitätsfernsehen" am Tag sehen sollten.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserinnen und Leser,

wir haben unsere Community grundlegend erneuert und viele Veränderungen vorgenommen. Es gibt neue Funktionen und auch die Redaktion wird verstärkt in den Kommentarbereichen mit Ihnen in Kontakt treten. Mehr zu unserer neuen Community erfahren Sie in unseren FAQ.

Leider können wir Ihnen nicht unter allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen.
Wir wollen alle Debatten auf t-online.de schnell und sorgfältig moderieren und können deswegen aus der Vielzahl unserer Artikel nur einzelne Themen für Leserdebatten gezielt auswählen. Dabei ist uns wichtig, dass sich das Thema für eine konstruktive Debatte eignet. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Wir freuen uns auf angeregte und kontroverse Diskussionen. Eine Liste der aktuellen Leserdebatten finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Duftkerze mit der bekannten NIVEA Creme-Note
jetzt bestellen auf NIVEA.de
Anzeige
Sexy Bademode: die Hingucker an Strand und Badesee
gefunden auf otto.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018