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DAK-Studie: Jugendliche von krankhafter Internetsucht bedroht


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Viele Jugendliche von krankhafter Internetsucht bedroht

Von afp
Aktualisiert am 01.12.2015Lesedauer: 2 Min.
Jugendlicher vor einem Notebook
Jugendlicher vor einem Notebook (Quelle: Schöning/imago-images-bilder)
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Viele Jugendliche in Deutschland sind nach Ansicht von Experten von krankhafter Internetsucht bedroht. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK besteht bei 4,7 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen ein "erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Internetsucht". Grundlage der Untersuchung ist eine Umfrage unter Eltern.

"Die Daten deuten darauf hin, dass etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter krankhaften Folgen ihrer Internetnutzung leiden", erklärt Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Das Institut hatte die Befragung gemeinsam mit Experten des DAK-Bereichs Gesundheit erstellt und ausgewertet.

Nach Angaben der Eltern reagiert demnach etwa jedes fünfte Kind "ruhelos, launisch, niedergeschlagen oder gereizt", wenn es seine Internetnutzung einschränken oder ganz einstellen soll. Zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen nutzen das Internet zur Flucht vor eigenen Problemen. Elf Prozent haben erfolglos mehrere Versuche unternommen, den Konsum zu reduzieren.

Wegen Internetsucht Bildungschance riskiert

Sieben Prozent der Eltern berichten, dass ihr Kind wegen seiner Internetnutzung eine wichtige Beziehung, Arbeits- oder Bildungschance riskiert habe. Immerhin 50 Prozent erwähnen, dass der Nachwuchs länger online bleibt, als er sich eigentlich vornimmt.

Aus diesen und anderen Angaben schlossen die Experten dann auf eine Suchtgefahr bei insgesamt 4,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Jungen waren demnach mit 5,6 Prozent betroffen, Mädchen mit 3,9 Prozent. Der Unterschied sei aber "statistisch nicht signifikant", betonten sie.

Regeln werden nicht umgesetzt

Laut Umfrage stellen 51 Prozent der Eltern keine Regeln für die Dauer der Internetnutzung auf, 32 Prozent machen keine Vorschriften zum Inhalt des Online-Konsums. Selbst bei den Befragten, die Regeln aufstellen, werden diese nach eigenem Bekunden nur in 42 Prozent der Fälle "voll und ganz" umgesetzt.

Den Schätzungen der Eltern zufolge summiert sich die private Internet-Nutzungszeit bei den Zwölf- bis 17-Jährigen an normalen Werktagen auf durchschnittlich zweieinhalb Stunden, an den Wochenenden auf etwa vier Stunden. Jungen spielen demnach vor allem, während Mädchen chatten. In jeder dritten Familie sorgt das Thema manchmal bis sehr häufig außerdem für Streit.

Große Verunsicherung bei den Eltern

Hintergrund der Veröffentlichung ist der Start einer neuen Präventions- und Informationskampagne durch die DAK. "Die Vermittlung einer frühen Medienkompetenz ist der entscheidende Schlüssel zur Prävention gesundheitsschädlicher Auswirkungen des Internetgebrauchs und der Computernutzung", erklärte dazu die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU).

DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher erklärte, die Studie zeige, "dass bei vielen Eltern offenbar eine große Verunsicherung bei der Internetnutzung ihrer Kinder herrscht."

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