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Unterhaltsvorschuss: Pro Jahr verlieren 70.000 Kinder ihren Anspruch

Staat zahlt nur 72 Monate  

Befristung des Unterhaltsvorschusses trifft jedes Jahr 70.000 Kinder

03.09.2016, 11:00 Uhr | dpa, t-online.de

Unterhaltsvorschuss: Pro Jahr verlieren 70.000 Kinder ihren Anspruch. Viele Alleinerziehende sind dringend auf Unterhaltszahlungen angewiesen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Alleinerziehende sind dringend auf Unterhaltszahlungen angewiesen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Trennen sich Paare mit Kindern, muss für das Kind Unterhalt gezahlt werden. Weil viele dieser Pflicht nicht nachkommen, springt der Staat ein und zahlt Unterhaltsvorschuss - allerdings nur befristet. Pro Jahr verlieren 70.000 Kinder diesen Anspruch. Das berichtet die "Saarbrücker Zeitung".

Das Blatt beruft sich dabei auf aktuelle Daten der Bundesregierung, die die Linksfraktion im Bundestag angefordert hatte.

Unterhaltsvorschuss wird nur befristet gezahlt

Die staatliche Unterstützung wird gezahlt, wenn das andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Der Geldfluss endet, wenn das Kind das zwölfte Lebensjahr vollendet hat oder die Leistung bereits seit 72 Monaten bezogen wird.

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums betrugen die Gesamtausgaben für den Unterhaltsvorschuss von Bund und Ländern im Haushaltsjahr 2014 rund 841 Millionen Euro. Diese Geldleistungen müsste sich der Staat eigentlich vom unterhaltspflichtigen Elternteil erstatten lassen. Laut den Zahlen einer Studie holen sich die Behörden jedoch nur 20 Prozent davon zurück.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Altersgrenze soll auf 18 angehoben werden

Bundesfamilienministerin Manuel Schwesig (SPD) hatte kürzlich angekündigt, bis Mitte September einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der die Streichung der zeitlichen Beschränkung sowie eine Anhebung der Altersgrenze von zwölf auf 18 Jahre vorsieht.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, verwies darauf, dass ihre Partei dies zuletzt Ende 2015 in einem Antrag für den Bundestag gefordert hatte. "Leider hat auch die SPD damals dagegen gestimmt", sagte sie der Zeitung. "Die Befristungen im Unterhaltsvorschussgesetz nehmen keinerlei Rücksicht auf die tatsächlichen Bedarfe der Betroffenen und gehören deshalb abgeschafft."

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