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Kaninchen kaufen: Was muss man beachten?

Kaninchen  

Ein Kaninchen als Haustier? Was Sie vor dem Kauf beachten sollten

24.11.2015, 12:44 Uhr | CF

Kaninchen kaufen: Was muss man beachten?.  (Quelle: Imago)

(Quelle: Imago)

Viele Kinder wünschen sich ein Kaninchen. Doch: "Kaninchen eignen sich nur bedingt für Kinder, denn sie sind Fluchttiere und mögen nicht gerne angefasst werden. Das fällt vielen Kindern schwer", sagt Heimtierexpertin Martina Schnell von der Tierschutzstiftung "Vier Pfoten". Wer sich ein Kaninchen als Familienzuwachs wünscht, sollte vorab einiges überlegen und für sich klären. Wir haben eine Checkliste und Expertentipps für die Anschaffung zusammengestellt. Das sollten Sie vorab beachten.

Nicht streicheln und spielen

Etwa eine Million Kaninchen leben als Freunde von Kindern in unseren Haushalten, so die Schätzungen des Bundesverbandes für Tierschutz. Nicht selten verlieren die Kleinen jedoch nach kurzer Zeit das Interesse oder stressen die Tiere mit Streicheleinheiten: Für Kleinkinder sind sie daher nicht geeignet! Eltern größerer Kinder sollten diesen vorab deutlich machen, dass Kaninchen nicht als Spielzeug oder lebendiger Puppenersatz dienen: "Die Tiere mögen es nicht, wenn man sie hochhebt oder gar herumträgt", warnt die Expertin. Auch auf Streicheleinheiten und Kuschelattacken reagieren die Tiere mit Knabbern oder Beißen. Wer ihnen dagegen beispielsweise eine Möhre aus der Hand zum Füttern reicht, gewöhnt die Tiere langsam an den Kontakt zu Menschen - ohne sie zu verängstigen.

Wer passt zu Mümmel?

Was viele Eltern oder künftige Tierbesitzer nicht beachten: „Kaninchen brauchen als soziale Tiere unbedingt Kontakt mit Artgenossen“, so die Tierexpertin. Daher sollten Kaninchen nie als Einzeltiere angeschafft werden. Wer sich für ein Männchen und Weibchen entscheidet, muss das Männchen kastrieren lassen. Auch zwei gleich geschlechtliche Tiere sollten unfruchtbar gemacht werden. "Sonst kommt es zu teils heftigen Rammeleien um die Rangordnung", warnt Schnell. "Geschwisterkinder oder Tiere, die von klein auf zusammen leben, bilden meist harmonische Paare." Eignen sich auch Meerschweinchen als Gefährten für Kaninchen? Ein weit verbreiteter Irrglauben! "Das sollte nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei extrem großen Gehegen, der Fall sein", sagt Schnell. Denn Kaninchen sind Meerschweinchen schon körperlich überlegen, spielen meist ruppiger und kommunizieren anders, so dass eine artgerechte Haltung für beide Tiere nicht möglich ist.

Käfig nur als Notlösung

Auch für genügend Auslauf sollte vorab gesorgt werden. „Die Tiere müssen sich ausreichend bewegen können - in einem abwechslungsreich gestalteten Lebensraum“, sagt die Expertin. "Ein Außengehege wäre optimal". Mindestens sechs Quadratmeter sollte das Gehege messen. Kaninchenhalter sollten vor dem Aufstellen darauf achten, dass es auch unter der Erde so tief gebaut ist, dass die Haustiere nicht abhauen oder Feinde wie Marder und Füchse leichte Beute haben. Damit sich die Tiere wohl fühlen, sollte der Käfig einen Fress-, Ruhe- und Aufenthaltsbereich sowie Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeiten bieten. „Handelsübliche Käfige sind viel zu klein, nicht artgerecht und werden teilweise mit gesundheitsschädigendem Zubehör angeboten, “ warnt die Heimtierexpertin (Die richtige Käfigeinrichtung für Ihr Kaninchen).

Gefahrenquellen-Check

"Wer keinen Garten oder Balkon hat, kann den Tieren auch einen kleinen Raum in Wohnung oder Haus zur Verfügung stellen", sagt Schnell. Doch laufen die Tiere in Zimmern frei herum, sollten sie ständig unter Beobachtung stehen oder der Auslauf muss vorab frei von Gefahren sein. Denn ob Stromkabel, Tapeten, Holz oder Gardinen: "Kaninchen knabbern gerne alles an", so die Expertin. Das kann nicht nur teuer, sondern auch für das Tier gefährlich werden - wenn es beispielsweise scharfkantige Teile verschluckt. Natürliche Materialien wie Rinden sind hingegen ungefährliche Leckerbissen zum Nagen. Auch im Garten sollten die Tiere nicht unbeaufsichtigt umherhoppeln. Sie buddeln schnell Löcher, verschwinden vom Grundstück auf die Straße oder knabbern an giftigen Sträuchern oder Bäumen wie Eiben. Beides kann zur tödlichen Gefahr werden.

Gesundheitsplan ohne Fast-Food-Futter

Dass das regelmäßige Reinigen des Käfigs zur artgerechten Haltung gehört, sollte auch jungen Tierhaltern von vorneherein klar sein. Besuche beim Tierarzt kosten zusätzlich Zeit und Geld: Jungtiere müssen kastriert werden, alle Tiere jährlich zur Impfungen gegen Myxomatose und Chinaseuche. Auch wenn die Kaninchen nur in der Wohnung gehalten werden, können sie sich leicht mit der tödlichen Krankheit infizieren. Hauptüberträger sind die Hausfliegen. Zudem steht das Schneiden der Zähne und Krallen regelmäßig auf dem Gesundheitsplan.

Und nicht zu vergessen: Körnerstangen, Joghurtdrops oder ähnliche Snacks aus der Zoohandlung gehören nicht in den Futternapf. Sie enthalten viel Stärke und Zucker, können den Darm schädigen und machen die Tiere auf Dauer dick und krank. Frisches Grün wie Löwenzahn, Möhren oder Rinden von Obstbäumen ist dagegen gesund und preisgünstig. „Heu ist ohnehin das A und O, es sollte Kaninchen den ganzen Tag über zur freien Verfügung stehen“, so Expertin Schnell. Gutes Heu erkennt man daran, dass es staubfrei ist, nicht riecht oder gar schimmelt.

Nur bei Experten kaufen

Wer sich nach gründlicher Überlegung für ein Kaninchen entscheidet, dem rät die Expertin: „Kaufen Sie die Tiere bitte nicht in Zoohandlungen oder beim Züchter. Jungtiere werden oft viel zu früh von der Mutter getrennt, um jung in den Verkauf zu gehen, auch fehlt häufig eine fachliche Beratung." Skeptisch sollten Sie sein, wenn die Kaninchen nicht genug Platz haben, das Gehege dreckig ist und verdorbene Futterreste herumliegen.

Zudem weisen die Tiere häufig Krankheiten auf, die erst einige Zeit nach dem Kauf auftreten. Um dem vorzubeugen, können sie den sogenannten "Flucht-Test" durchführen. Wenn Sie nach dem Tier greifen, um es zu fangen, sollte das Kaninchen rasch in eine Ecke flüchten. Ein krankes Tier bleibt oftmals apathisch und ruhig sitzen, wie der Industrieverband Heimtierbedarf erklärt. Ein gesundes Kaninchen kommt wenig später wieder hervor, ist neugierig und munter. 

Die bessere Alternative zum Kauf von Kaninchen sind Tierheime. Hier beraten Experten direkt vor Ort. Die Vorteile: Gemeinsam lebende Tiere werden nicht getrennt abgegeben und die Pfleger vermitteln teilweise bereits geimpfte und kastrierte Kaninchen. Achten Sie immer darauf, dass die Tiere klare Augen, ein glänzendes Fell, einen sauberen Po und eine trockene Nase haben. 

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