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Zeckenimpfung schützt Hunde vor Borreliose

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Zeckenimpfung schützt Hunde vor Borreliose

05.03.2008, 12:21 Uhr | ug/ag

Ein kleiner Pieks erspart Vierbeinern viel Leid. (Foto: Imago)Ein kleiner Pieks erspart Vierbeinern viel Leid. (Foto: Imago)Wenn im Frühling die Natur endlich aus ihrem Winterschlaf erwacht, tummeln sich im Unterholz auch wieder Zecken. Ihr Biss kann für Hunde sehr gefährlich werden, da sie Krankheiten wie die Lyme-Borreliose übertragen. Eine Impfung kann die Vierbeiner schützen. Bei der Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Krankheit, die durch Zecken übertragen wird. In manchen Gebieten Deutschlands sind bis zu 40 Prozent der Zecken mit Borrelien infiziert. Beim Gassigehen sind Hunde daher stark gefährdet, dass sich die Bakterien auch auf sie übertragen. Während des Saugaktes sondert die Zecke nämlich Speichel ab, der die krankmachenden Erreger enthält.

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Fehlende Frühsymptome machen Diagnose schwer

"Eine klinisch festgestellte Lyme-Borreliose zieht eine vierwöchige Therapie mit Antibiotika nach sich. In der Regel reagieren die tierischen Patienten auf die Behandlung sehr gut. Dennoch kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass trotz Therapie eventuelle Rückfälle und Spätfolgen wie beispielsweise schmerzhafte Arthritis auftreten", erklärt Dr. Reinhard Straubinger von der Universität Leipzig. Während man die Borreliose beim Menschen relativ früh anhand der so genannten Wanderröte, eines kreisförmigen roten Ringes um die Stelle des Zeckenstichs, diagnostizieren kann, fehlt in der Regel dieses Frühsymptom beim Hund. Erst Fieber oder allgemeine Appetit- und Lustlosigkeit lassen auf eine mögliche Infektion schließen. Später können dann Schwellungen der Gelenke verbunden mit Lahmheiten auftreten, die auf eine Borrelioseinfektion hinweisen. Gut zu wissen, dass es anders als beim Menschen eine Lyme-Borreliose-Impfung gibt, die den Hund schützt. Die Lyme-Borreliose-Impfung beim Hund ist eine vorbeugende Maßnahme, die dem Hund langwierige Schmerzen und Leiden ersparen kann.

Schon Welpen können geimpft werden

Wird ein Hund zum ersten Mal geimpft so stehen zwei Spritzen im Abstand von drei bis fünf Wochen an. Nach weiteren vier bis sechs Monaten erfolgt innerhalb der sogenannten Herbstimpfung eine Auffrischung. Mit dieser Herbstimpfung kann eine verlängerte Schutzwirkung im ersten Impfjahr erzielt werden, um der länger gewordenen Zeckensaison in den letzten Jahren entgegenwirken zu können. Eine weitere Impfung nach weiteren vier bis sechs Monaten im Frühjahr des nächsten Jahres rundet die Immunisierung der ersten zwölf Monate ab. Daran schließen sich dann jährliche Wiederholungen am besten immer vor Beginn der Zeckensaison an. Die Lyme-Borreliose-Impfung kann bereits Welpen ab einem Alter von zwölf Wochen verabreicht werden und ist so gut verträglich, dass selbst trächtige Tiere geimpft werden können.

Viele Tierbesitzer sind Impfmuffel

Dass Schutzimpfungen Hunden und anderen Vierbeinern viel Leid ersparen können, ist vielen Tierbesitzern noch immer nicht bewusst. Nur jede dritte Katze und nur die Hälfte aller Hunde in Deutschland sind ausreichend geschützt, warnt der Tierärzteverband. Viele Halter wissen einfach nicht, dass sich ihre Haustiere, beim Gassi-Gehen und sogar in der Wohnung mit Infektionskrankheiten wie Tollwut, Staupe oder Katzenseuche und -schnupfen infizieren können. Und bringen so ihre Tiere unnötig in Gefahr: Oftmals können Infektionskrankheiten tödlich enden. "Tollwut, Staupe, Ansteckende Leberentzündung, Parvovirose und Leptospirose sind schwere, zum Teil tödlich verlaufende Erkrankungen“, warnt der Tierärzteverband. Daher sollten Hunde gegen diese Infektionskrankheiten geimpft werden. Katzenliebhabern rät Astrid Behr, Sprecherin des Tierärzteverbandes: „Sie sollten gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, Freigänger auch gegen Tollwut geschützt werden.“ Der kleine Pieks besitzt eine große Wirkung: „Erkranken Tiere ohne Schutz an Katzenschnupfen treten schwere Schluckbeschwerden und Entzündungen der Augen auf, so dass das Tier nicht mehr behandelt werden kann. An Katzenseuche sterben vor allem Jungtiere sehr schnell“, erklärt die Expertin.

Stubenhocker nicht vergessen

Ein weit verbreiteter Irrtum unter Tierbesitzern: Leben Haustiere wie Kaninchen oder einige Katzen nur in der Wohnung, besteht keine Ansteckungsgefahr. Wie gefährlich dieser Irrglauben werden kann, zeigt ein Beispiel: "Gerade im letzten Jahr hatten wir in Deutschland eine Riesewelle an Myxomatose. Die Kaninchen verenden elendig daran. Sind sie einmal erkrankt, kann der Tierarzt nichts mehr dagegen unternehmen." Die Seuche wird von Wildkaninchen auf die Haustiere übertragen. Doch auch ohne Direktkontakt können sie leicht mit der tödlichen Seuche infizieren. Der Hauptüberträger sind die Hausfliegen. Auch über Futter wie Heu, Stroh oder frisch gepflücktes Gras werden die Erreger übertragen. Besitzer von Kaninchen sollten sie daher unbedingt gegen Myxomatose und auch gegen Chinaseuche schützen lassen. "Die Impfsaison beginnt im Frühjahr", sagt Behr.

Risiken und Kosten

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Impfungen für Ihr Tier sinnvoll sind. „Auch moderne Impfstoffe können im Einzelfall Reaktionen an der Injektionsstelle oder Impfschäden hervorrufen“, so die Bundestierärztekammer. Ob das tierische Familienmitglied überhaupt impftauglich ist und wie viel der Besuch beim Tierarzt kostet, entscheidet der Mediziner vor Ort. „Zunächst muss vor jeder Impfung eine Allgemeinuntersuchung durchgeführt werden, bei der der Tierarzt prüft, ob das Tier gesund ist und somit geimpft werden darf“, sagt Behr. „Ein geschwächtes Immunsystem, falsche Ernährung, Arzneimittel, Stress oder Erkrankungen können die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen“, so die Bundestierärztekammer. Daher ist die Untersuchung vorab notwendig, um Risiken so gering wie möglich zu halten. Sie kostet gemäß der Gebührenordnung für Tierärzte bei Hunden 10,74 Euro, bei Katzen 7,67 Euro. Dazu kommen 3,58 Euro für das Impfen selbst und 3,07 Euro für den anschließenden Eintrag im Impfpass des Tieres. Die Kosten für den Impfstoff selbst, sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, das sich unter anderem die Zusammensetzung immer wieder ändert. Somit müssen Tierhalter diesen Kostenpunkt und die Mehrwertsteuer zu den Grundkosten addieren.

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