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Tiere: Der Traum vom eigenen Pferd – so wird er wahr

PFERDE: HALTUNG  

Der Traum vom eigenen Pferd – so wird er wahr

20.05.2008, 17:27 Uhr | ug

Tiere: So fühlen sich Pferde wohl: Mit einem tierischen Freund draußen auf der Weide. (Foto: imago)So fühlen sich Pferde wohl: Mit einem tierischen Freund draußen auf der Weide. (Foto: imago)„Ein eigenes Pferd – das wär’s!“ Nicht nur viele junge Mädchen träumen davon, sondern auch im Erwachsenenalter ist das ein großer Wunsch von Pferdebegeisterten. Und nicht wenige erfüllen ihn sich: Knapp eine Millionen Pferde und Ponys gibt es in Deutschland – früher als Nutztiere gebraucht, werden sie heute in der Freizeit geliebt. Damit die Tiere wirklich artgerecht leben und sich zu echten Freizeit- und Sportpartnern entwickeln können, muss man jedoch ihre Bedürfnisse genau kennen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Haltung von Pferden und Ponys besonders achten sollten.

Nie länger als acht Stunden ohne Futter

Pferde sind Pflanzenfresser - bis zu 18 Stunden pro Tag futtern sie. Zwischendurch legen sie kleinere Pausen ein, in denen sie dösen, sogar im Stehen schlafen, oder Fellpflege betreiben. Pferdehalter sollten besonders darauf achten, dass ihre tierischen Lieblinge nie länger als acht Stunden ohne Futter auskommen müssen. Der Grund: Ihre Darmflora ist darauf ausgerichtet, stets neue Nahrung zum Verdauen zu erhalten. Ist dies nicht gewährleistet, kommt es hier mitunter zu Störungen des empfindlichen Verdauungssystems.

Bunter Mix zum Mampfen

Grundsätzlich sollten die Tiere drei Kilogramm pro Tag an Heu und Stroh bekommen. Diese so genannten Raufuttermittel regen durch ihre langen Fasern die Kautätigkeit, den Speichelfluss sowie die Magensaftproduktion an – und fördern so die Verträglichkeit der Kraftfutterrationen wie Hafer oder Pellets. Die benötigte Kraftfutterdosis richtet sich nach Gewicht, Leistungspensum und Rasse des Pferdes. Da die getrockneten Gräser nur wenige Mineralien und Vitamine enthalten, benötigen Pferde zusätzlich so genanntes Saftfutter. Frisches Grün wie Gras, Klee oder Luzerne enthalten viel Eisen, Möhren reichlich Karotin. Um den Pferdemagen zu schützen sollten die Tiere keine zu großen Kraftfutterzugaben pro Mahlzeit und niemals verdorbenes, muffig riechendes, blähendes Futter wie frisches Brot bekommen. Zudem kann ein Mangel an Raufutter dazu führen, dass sich die Zähne nicht richtig abnutzen. „Die Folge sind herausstehende Kanten an der Oberkieferaußenseite und an der Unterkieferinnenseite“, warnt der Deutsche Tierschutzbund. Schlimmstenfalls kommt es dadurch zu schmerzhaften Verletzungen an der Zunge und Maulschleimhaut. Wie beim Futter, gilt auch fürs Trinken: Wasser sollte ständig zur Verfügung stehen. "30 bis 50 Liter beträgt der durchschnittliche Wasserbedarf eines Pferdes pro Tag", empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund.

Regelmäßig bewegen

Zudem sollten zukünftige Halter vor allem beachten, dass Pferde Herdentiere sind. In der Gruppe fanden sie schon früher Schutz vor Feinden – und noch heute auch ihr seelisches Gleichgewicht. Daher brauchen sie auch unter Menschenobhut den Kontakt zu Artgenossen, die stets in Sicht-, Geruchs- oder Hörweite stehen sollten. Regelmäßige Bewegung und Beschäftigung der Tiere sind laut dem Deutschen Tierschutzbund zudem die Grundvoraussetzungen, damit sich die Tiere artgerecht entwickeln können und wohl fühlen. Der Deutsche Tierschutzbund rät: „Mehrere Stunden pro Tag sollten die Tiere daher Auslauf in der Gruppe erhalten“.

Leiden in der Box

Das Problem: Für den Reiter bedeutet dies mitunter mehr Zeitaufwand, zum Beispiel wenn das Tier erst von der Koppel statt aus der Box geholt werden muss. Doch Tierschützer warnen: „Boxenpferde leiden unter enormem Bewegungsmangel“. Stehen die Pferde den ganzen Tag über im Stall, sind die Tiere einem hohen Stressfaktor ausgesetzt, viele zeigen dann Verhaltungsstörungen wie Koppen oder Weben. Zudem kommt es nicht selten zu Verspannungen. Auch schädigt schlechte Luft in geschlossenen Boxenställen die Lungen der Pferde. Die Folge: „Die Tiere leiden häufig an Heustaballergie und Dämpfigkeit“, so der Deutsche Tierschutzbund.

Frische Luft mit Freunden schnuppern

„Bei der Einzelhaltung werden die pferdespezifischen Bedürfnisse noch am ehesten in der Box mit Paddock befriedigt“, raten die Tierschützer. Hier kann das Pferd zwischen Box und Auslauf wählen und zudem mit dem Nachbarpferd Kontakt aufnehmen. Doch zwischendurch sollte das Pferd immer wieder auf die Weide dürfen. Am besten geeignet ist für die Tiere ohnehin die Gruppenhaltung. Ob ganzjährig auf der Weide oder einer Gruppenbox mit Auslauf – damit es nicht zu Störungen zwischen ranghöheren und -niederen Tieren kommt, gilt es folgendes zu beachten: 

Fünf Tipps Pferde in der Gruppe halten 

Wiese ist nicht gleich Weide

Auch der Auslauf sollte bewusst gewählt werden: "Ein ausgewachsenes Pferd von 500 Kilogramm benötigt während der Vegetationszeit je nach Qualität der Weidefläche zwischen 25 und 50 Hektar", so die Tierexperten. Am besten eignen sich Weiden mit gemischten Pflanzen und halmreichen Gräsern. Damit die Tiere stets gutes Frischfutter vorfinden, muss auch Zeit für die Pflege der Weidefläche eingeplant werden. Das Nachmähen nicht gefressener Pflanzen, Walzen und Neusäen sowie das regelmäßige Einsammeln des Pferdemists steht dabei regelmäßig an. Letzteres ist besonders wichtig für die Gesundheit der Tiere: "Es verhindert die Durchwurmung der Weide mit Magen-Darm-Würmern", so der Deutsche Tierschutzbund. Die Einzäunung des Auslaufs kann Tier und Mensch zudem unnötig in Gefahr bringen. „Sie muss stabil, ausbruchsicher, gut sichtbar und Respekt einflößend sein“, so die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz. Spitze Winkel, Stacheldraht, Knotengitter und Engpässe sollten man hingegen vermeiden. 

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