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Dieser Hund arbeitet im Altersheim

Therapiehunde  

Dieser Hund arbeitet im Altersheim

11.02.2009, 16:15 Uhr | bri/dpa

Hunde helfen Alzheimer-Patienten. (Foto: dpa)Der Hund "Felix" in einem Frankfurter Altersheim. (Foto: dpa) Auf den ersten Blick ist "Valentin" ein ganz gewöhnlicher Hund. Der Retriever tobt durch eines der Wohnzimmer im Frankfurter Seniorendomizil Sunrise und genießt die Balgerei (Planen Sie rechtzeitig, wie Sie im Alter leben wollen). Erst als er gestreichelt wird, ahnt man, dass es sich bei Valentin um einen besonderen Vertreter seiner Art handelt: Sofort wird er ganz ruhig und gelassen und schmiegt sich eng an die Beine der streichelnden Frau - obwohl er sie nicht kennt. Denn "Valentin" ist der ein Alzheimer-Therapiehund. Er soll die Demenzkranken im Heim wieder ein Stück ins Leben zurückholen.

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Retriever mit Einfühlungsvermögen

Seine Trainerin Tatjana Kreidler erklärt: "Als Therapiehund für demenzkranke Menschen ist Valentin extrem sanft und sensibel. Er ist einfühlsam und geduldig und übt auf die Patienten, die manchmal sehr unberechenbar agieren können, keinen Druck aus. Er akzeptiert sie so, wie sie sind."

Alzheimer-Hunde gibt's bereits in den USA

Seit einigen Monaten ist der vierjährige Valentin im Sunrise Domizil im Einsatz. In dem Haus leben sowohl Senioren, die noch relativ fit sind, ihren Alltag daheim allein aber nicht mehr meistern können. Es gibt aber auch Demenzpatienten, die eine intensive Pflege brauchen. "Mit Alzheimer-Hunden bin ich in den USA in Berührung gekommen. Im Jahr 2005 fing ich mit Recherchen an und fragte mich, wer einen solchen Hund überhaupt ausbilden könnte", berichtet Sunrise-Direktor Jochen Jung. So stieß er auf Diplom-Sozialpädagogin Tatjana Kreidler und ihren Verein "Vita", der Assistenzhunde für körperlich behinderte Menschen ausbildet. "Assistenzhunde müssen eine besondere Basis haben, sensibel sein und auf die Bedürfnisse des Menschen reagieren", sagt Kreidler mit ruhiger, fast leiser Stimme. Man ahnt, dass sich diese Ruhe auf die von ihr sensibilisierten Hunde überträgt. Valentin zeichne sich vor allem durch seinen Sanftmut und seine Geduld aus.

Patienten sprechen wieder

Wie andere Assistenzhunde auch muss Valentin nach seiner dreijährigen Ausbildung Türen öffnen, Gegenstände aufheben, bringen und abgeben können. Zudem aber muss er auch eine besondere Bindung zu den Demenzkranken aufbauen, Gefühlsregungen und Gesten einschätzen und dabei immer Ruhe bewahren. "Es kann auch Ablehnung vom Patienten kommen, aber Valentin will das Eis brechen und den Schlüssel zu dem Menschen finden", sagt Sunrise-Marketing-Chefin Sandra Venohr. So habe ein Patient nach zwei Wochen des Schweigens durch Valentin wieder zu sprechen begonnen. Jochen Jung ergänzt: "Ein anderer Patient, der früher selbst Hunde hatte, war bei den ersten Begegnungen eher grob zu Valentin. Der aber ist immer wieder zum Patienten gekommen und hat ihn schließlich geknackt." Dennoch werde Valentin niemandem aufgezwungen.

Valentin kümmert sich um sieben Senioren

Sieben Demenzpatienten des Frankfurter Domizils besucht der Retriever, dessen Ausbildung rund 25 000 Euro gekostet hat, regelmäßig. Seine speziell geschulte Bezugsperson Constanze Beier nimmt Valentin, ganz wie einen eigenen Hund, abends mit nach Hause und bringt ihn morgens, nach dem ersten Spaziergang des Tages, wieder mit. Von einzelnen Bezugsbetreuern wird er dann abgeholt und zu deren Patienten mitgenommen. In der Mittagspause darf Valentin sich ausruhen - oder auch ganz Hund sein. Ebenso wie abends, wenn Beier einen Feierabendspaziergang mit ihrem Schützling macht. "In der Freizeit findet aber auch Training statt, damit das, was Valentin gelernt hat, präsent bleibt", sagt Beier.

Alzheimer-Hunde bleiben immer gelassen

Auch wenn die Sunrise-Senioren eigene Haustiere mitbringen dürfen, so verfügt laut Sandra Venohr nur Valentin über die Eigenschaften für einen sicheren Umgang mit Demenzpatienten: "Der liebste Hund kann überreagieren, wenn ein Patient, selbst sein Herrchen oder Frauchen, aggressiv wird." Trainerin Kreidler räumt aber ein: "Auf seinen Besitzer kann ein Hund generell eine positive Wirkung haben. Bei anderen Bewohnern aber schafft das nur Valentin."

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