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Mit Hund und Katze zur Akupunktur

Tiermedizin  

Mit Hund und Katze zur Akupunktur

13.08.2009, 09:51 Uhr | afp/mou

Tiermedizin: Akupunktur wird auch in der Tiermedizin immer häufiger eingesetzt. (Foto: imago)Akupunktur wird auch in der Tiermedizin immer häufiger eingesetzt. (Foto: imago)In den USA herrscht in der Tiermedizin ein regelrechter Boom bei den alternativen Heilmethoden für Tiere. Auch in Deutschland wächst das Interesse, und immer mehr Tierärzte lassen sich in Akupunktur fortbilden und praktizieren Traditionelle chinesische Medizin (TCM). Besonders Hunde und Pferde, aber auch Katzen und Kaninchen, finden durch Akupunktur Schmerzlinderung. Behandelt werden Krankheiten wie Epilepsie, Rückenschmerzen oder Leiden durch Züchtungsfehler.

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Besonders für betagte Tiere ein Segen

Das Alter lastet schwer auf Alexa: 13 Jahre ist sie alt, für eine Katze ist das viel. Zuletzt lahmte sie immer mehr und die Kräfte schwanden - bis sie zu Jordan Kocen in Behandlung kam. Ohne Widerstand lässt sich die Katze vom Tierarzt Akupunkturnadeln in den pelzigen Rücken stechen, sie scheint die Prozedur sogar zu genießen. Kocen betreibt in Fairfax nahe Washington eine Praxis und hat sich auf die alternative Behandlung von Tieren konzentriert: Akupunktur, chinesische Kräuter und Homöopathie.

Gleiches Prinzip bei Mensch und Tier

"Die Nadeln sind dieselben wie für Menschen", sagt Kocen. Überhaupt gebe es aus Sicht des Therapeuten nur wenige Unterschiede zwischen Mensch und Tier. Seine Nadeln steckt Kocen deshalb in jene Körperpunkte, die er auch bei Menschen anvisieren würde. Sie sollen helfen gegen Rückenschmerzen, Arthritis und neurologische Beschwerden. Alexas Besitzerin Joan Ferguson freut sich über die Fortschritte. Nach vier Wochen Akupunktur gehe es ihrer geliebten Katze schon viel besser.

Hunde kommen oft mit Epilepsie

Kocen hat mittlerweile 1500 vierbeinige Patienten. "Akupunktur wird immer mehr akzeptiert", meint er. Der Tiermediziner wendet seine Therapien auch bei schweren chronischen Erkrankungen an. Zu seinen Stammpatienten zählt Lexus, ein elfjähriger Bernhardinerhund, der seit vielen Jahren unter epileptischen Anfällen leidet. Seit vier Jahren wird der Hund regelmäßig akupunktiert, zusätzlich zu den Medikamenten gegen Epilepsie. "Seit Beginn der Behandlung hat er sich wirklich verändert", sagt Besitzerin Sally Rapp.

Akupunktur bei deutschen Tiermedizinern

Auch in Deutschland ist die Naturmedizin inzwischen nicht nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Tierheilkunde angekommen. Viele Tierärzte, die aus der klassischen Schulmedizin kommen, lassen sich in Akupunktur ausbilden und verbinden beides miteinander. So auch Veterinärmedizinerin Dr. Natascha Keunecke: „Die Tiere werden zunächst schulmedizinisch untersucht. So sollte ein Pferd mit einer starken Lahmheit vor der ersten Akupunkturbehandlung zuerst geröntgt werden, um zum Beispiel einen Knochenbruch auszuschließen.“

Pferde und Hunde als Akupunktur-Patienten

In der tierärztlichen Alltagspraxis sind es vor allem Pferde, Hunde und in zunehmendem Maße auch Katzen, die erfolgreich mit Akupunktur behandelt werden. „Pferde reagieren am besten“, bestätigt Keunecke. Hier sind meist „reiterliche Probleme“ zu behandeln, etwa Rückenschmerzen oder Verspannungen, aber auch Asthma oder Magenprobleme. Bei Hunden seien es Schmerzen durch Züchtungsfehler wie Hüftdysplasie oder ein Bandscheibenvorfall, die durch die Behandlung mit den Nadeln gelindert werden.

Dauer und Kosten der tierischen Akupunktur-Behandlung

Die Anzahl der Behandlungen hängt in erster Linie von der Art der Beschwerden ab. „Bei akuten Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall braucht man etwa eine bis fünf Anwendungen. Hat das Tier chronische Beschwerden wie viele sehr alte Hunde oder Katzen, empfehle ich je nach Befinden alle drei Wochen eine Akupunkturbehandlung“, meint Dr. Keunecke. Eine Anwendung für Hund und Katze kostet circa 60 bis 80 Euro, für Pferde ungefähr 85 bis 100 Euro.

Wachsender Trend in Deutschland

Tierärztin Keunecke ist sich sicher, dass Naturheilverfahren und Akupunktur in Deutschland immer mehr genutzt werden. „Die Gesellschaft für ganzheitliche Tiermedizin (GGTM) verzeichnet einen ständigen Zuwachs an Tierärzten mit Zusatzausbildungen in alternativen Heilmethoden“, meint sie. Und es sei auch sinnvoll, auf Verfahren wie Akupunktur zu setzen, denn bei dieser Behandlung kann man oft auf den Einsatz von teuren Medikamenten verzichten.

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