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Wanzen: Nach den Bettwanzen machen sich in den USA "sting bugs" breit

Wanzen  

Kein Insektizid hilft gegen "Stinkewanzen"

11.10.2010, 08:24 Uhr | AFP

Wanzen: Nach den Bettwanzen machen sich in den USA "sting bugs" breit. Wanzen: Die marmorierte Baumwanze stinkt und befällt Obstbäume. (Foto: AFP)

Wanzen: Die marmorierte Baumwanze stinkt und befällt Obstbäume. (Foto: AFP)

Sie ist gepanzert, mit Tarnfarben ausgerüstet und extrem mobil. Zur Verteidigung setzt sie eine faulig riechende Flüssigkeit ein. Gerade erst hat ihre deutlich kleinere Verwandte, die Bettwanzen, New York und andere US-Großstädte erobert. Jetzt fällt die Marmorierte Baumwanze über die ländlichen Gebiete der Atlantikküste her, frisst sich durch Obstgärten, Maisfelder, Gemüsebeete - und stinkt dabei auch noch zum Himmel: "Stink bugs", wie man sie in den USA nennt, machen den "bed bugs" den Titel der Plage des Jahres streitig.


Wanzen fallen über Obstgärten her

Den Schaden haben vor allem die Landwirte. Obstbauern in Pennsylvania, Maryland und New Jersey berichten über Ernteausfälle insbesondere bei Äpfeln und Pfirsichen. "Wir schätzen den Schaden auf mindestens 25 Prozent", sagt Mark O'Neill vom Pennsylvania Farm Bureau in Camp Hill. Doch auch Vorstadtbewohner klagen über die braun-beige gemusterten Krabbler, die über ihre Gärten herfallen und sich trotz gut anderthalb Zentimetern Länge noch durch schmalste Ritzen in die Häuser zwängen.


"Stink bugs" ruinieren Wein

"Das sind richtige kleine Panzer", sagt Robert Black, ein Obstfarmer aus Thurmont in Maryland. Die Stinkwanzen haben ein Fünftel seiner Ernte auf dem Gewissen. "Selbst frisch geschlüpfte Jungtiere klettern auf die höchsten Bäume. Wie die sprinten, das ist olympiareif!" Der Winzer Gary Mount aus Princeton in New Jersey hat Stinkwanzen in seinen Trauben gefunden und fürchtet nun um seinen Wein: "Wenn nur zehn ,stink bugs' pro Kiste in der Kelter landen, ist der Geschmack ruiniert."


Wanzen sondern stinkendes Sekret ab, wenn sie sich bedroht fühlen

Mit den ersten kühlen Nächten zieht es die Stinkwanzen derzeit zum Überwintern ins Warme. Zu Dutzenden, manchmal Hunderten sitzen sie an Fenstern und Hauswänden. Sie purzeln aus Wischmops und Vorhängen, kriechen aus Rockfalten und Hosentaschen. "Lassen wir die Fenster auf, schaffen es trotz Fliegengittern immer fünf, sechs 'stink bugs' in die Wohnung", klagt Petra Spies, Studentin aus Princeton mit einem Apartment am Waldrand. "Und wenn man die erschlägt, muss man gleich wieder lüften." Wegen ihres Panzers sind die Wanzen gar nicht so leicht kleinzukriegen, und ihr stinkendes Sekret sondern sie schon ab, wenn sie sich bedroht fühlen. Doch die Substanz ist nicht giftig, und auch sonst sind die Tiere für Menschen ungefährlich. Selbst die von ihnen angefressenen Äpfel, Paprika oder Tomaten sind durchaus noch essbar. Nur kaufen mag sie keiner mehr.


Kein Insektizid und kein natürlicher Feind kommt den Wanzen bisher bei

Das liegt auch daran, dass sie sozusagen illegal eingewandert sind: Die ersten kamen vor zehn bis 15 Jahren wohl als blinde Passagiere auf Containerschiffen aus Ostasien. Dort ernährt sich eine Wespenart von den Eiern der Stinkwanzen, so dass sie sich in Japan oder China nicht übermäßig vermehren. Ob diese Wespen zur Bekämpfung der Plage auch in den USA taugen könnten, wird jetzt von Wissenschaftlern geprüft - doch das braucht Zeit.


Die US-Forscher experimentieren vor allem mit Pheromonen - Botenstoffen, mit denen die Tiere Artgenossen anlocken. Mit künstlichen Pheromonen könnte man Fallen bestücken. Das würde die Umwelt weniger belasten als ein starkes Insektengift. Denn auch in den USA setzen Landwirte zunehmend auf natürliche Schädlingsbekämpfung. Inzwischen sind die "stink bugs" in fast 30 US-Bundesstaaten aufgetaucht, darunter Kalifornien und Oregon. "Sie fahren gern per Anhalter, klettern auf Lastwagen, Pkws oder Bahnwaggons", sagt Lynette Yang, Entomologin bei der Schädlingsbekämpfungsfirma Cooper Pest Solutions in Lawrenceville, New Jersey.

Stinkewanzen auch in Deutschland

Schon 2009 wuchs die Stinkwanzen-Population um rund 60 Prozent. "Auch 2010 gehen wir von einem enormen Zuwachs aus", sagt Yang. "Wir sind aber zuversichtlich, dass wir bald ein Gegenmittel finden." Europas Landwirte sollten die Daumen drücken. Denn auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern wurden bereits Stinkwanzen gesichtet.

Zuhause.de: Fiese Bettwanzen – erkennen, vorbeugen und bekämpfen

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