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Tierversicherung: Braucht man eine Krankenversicherung fürs Haustier?

Hund, Katze und Co.  

Braucht man eine Krankenversicherung fürs Haustier?

21.02.2011, 11:57 Uhr | tze

Tierversicherung: Braucht man eine Krankenversicherung fürs Haustier?. Tierversicherungen: Auch ein kleiner Hund kann hohe Tierarztkosten verursachen. (Foto: imago)

Tierversicherungen: Auch ein kleiner Hund kann hohe Tierarztkosten verursachen. (Foto: imago)

Ein Besuch beim Tierarzt kann richtig ins Geld gehen. Für eine Operation beim Hund können beispielsweise 1000 bis 2000 Euro fällig werden - eine Summe, die nur wenige Tierhalter locker aus dem Portemonnaie ziehen können. Ist eine Krankenversicherung die Lösung? Inzwischen kann man für Hunde, Katzen und Pferde Vollversicherungen oder OP-Versicherungen abschließen. Doch lohnt sich das wirklich? Verbraucherschützer sind skeptisch. Was Tierhalter abwägen sollten und wo Kostenfallen lauern.

Wo bei Tierkrankenversichungen Kostenfallen lauern

Tierhalter haben die Wahl zwischen Vollversicherungen für Unfälle und Behandlungen oder OP-Kostenversicherungen. Vollversicherung bedeutet jedoch nicht, dass alle Kosten erstattet werden. Ausgenommen sind meistens Standardbehandlungen wie Kastration, beziehungsweise Sterilisation, Impfungen, Entwurmungen und Vorbeugebehandlungen. Der Jahresbeitrag kann nach Alter und Rasse variieren. Manche Versicherungen erstatten ambulante und stationäre Kosten nur zu 80 Prozent oder bis zu einem Maximalbetrag pro Behandlung oder pro Jahr. Hinzu kommt: Fast alle Anbieter übernehmen nur den einfachen oder zweifachen Gebührensatz der Tierarztbehandlung - doch je nach Schwierigkeitsgrad, Zeitaufwand oder Einsatzzeit kann der Tierarzt auch den dreifachen Satz abrechnen. Dann muss der Tierhalter einen Teil der Kosten selbst tragen.

Lebenserwartung des Tieres berücksichtigen

Eine Gesundheitsversicherung für Katzen wird beispielsweise für 25 Euro pro Monat angeboten. Das macht 300 Euro im Jahr und insgesamt 4500 Euro, wenn die Katze 15 Jahre alt wird. Eine vergleichbare Versicherung für Hunde kostet zwischen 30 und 50 Euro - das sind bis zu 600 Euro im Jahr und bis zu 9000 Euro bei 15 Jahren Lebenszeit. Allerdings ist die Vertragslaufzeit häufig auf zehn Jahre begrenzt. Doch wie Menschen werden auch Tiere mit steigendem Alter öfter krank - somit verursachen ältere Tiere auch höhere Tierarztkosten, die der Tierhalter dann wieder selbst zahlen muss.

Welche Behandlungen nicht bezahlt werden

Die Versicherer können vorab ein tierärztliches Gutachten über den Gesundheitszustand des Tieres verlangen. Meistens ist eine Klausel enthalten, die Behandlungskosten für Krankheiten ausschließt, die bereits bei Vertragsabschluss bestanden haben. Daher lohnt es sich nicht, für ein krankes Tier mit absehbaren Folgebehandlungen eine Kranken- oder OP-Kostenversicherung abzuschließen. Das Alter des Tieres spielt auch eine Rolle. Manche Versicherungen nehmen zwar Tiere in jedem Alter für eine OP-Kostenversicherung auf, erstatten aber ab einem bestimmten Alter - oft ab fünf Jahren - nicht mehr 100 Prozent der Kosten. Von einer OP-Kostenversicherung ausgenommen sind Sterilisation und Kastration, häufig auch Zahnoperationen. Manche Anbieter schließen auch Behandlung von angeborenen oder rassetypischen Erkrankungsbildern wie Hüftgelenksdysplasie aus. Doch gerade solche Schäden können langwierige und teure Tierarztbehandlungen nach sich ziehen.

Je höher die Arztkosten, desto eher lohnt eine Versicherung

Generell gilt die Faustregel: Je höher die jährlichen Tierarztkosten, desto eher lohnt sich eine Kranken- oder Operationsversicherung. Für Pferdebesitzer kann sich die Krankenversicherung rechnen, wenn Jahressummen über 750 Euro zusammenkommen. Falls ein Pferd beispielsweise eine langwierige Lahmheit entwickelt, sind solche Summen durchaus möglich.

Verbraucherschützer: Besser Geld für Tierarztkosten zurücklegen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kommt in einer aktuellen Betrachtung jedoch zu dem Schluss "eine Krankenversicherung für Tiere lohnt sich meist nicht." Es rechne sich eher, "gelegentliche Behandlungen aus eigener Tasche zu zahlen." Die Stiftung Warentest rät, genau abzuwägen, ob eine Tierkrankenversicherung wirklich sinnvoll ist. Der Rat: "Legen Sie selbst Geld beseite und lassen Sie es verzinsen."

Unverzichtbar ist die Haftpflichtversicherung für Pferde und Hunde

Dringend anzuraten ist dagegen eine Hundehalterhaftpflicht- beziehungsweise Pferdehalterhaftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn der Hund oder das Pferd etwas beschädigen oder Menschen verletzen. Gar nicht so unwahrscheinlich ist das Horrorszenario, dass ein entlaufener Hund oder ein Pferd einen Verkehrsunfall mit hohem Sachschaden verursacht und schlimmstenfalls auch Menschen verletzt oder getötet werden. Für solche Kosten kommt die private Haftplichtversicherung nicht auf, und sie können den Tierbesitzer in den finanziellen Ruin treiben. Die Versicherungssumme sollte mindestens drei Millionen Euro für Personen und Sachschäden betragen.

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