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Eisbär "Knut": Waren drei Eisbärdamen zu viel für "Knut"?

Waren drei Eisbärdamen zu viel für "Knut"?

21.03.2011, 17:02 Uhr | dpa

Eisbär "Knut": Waren drei Eisbärdamen zu viel für "Knut"?. Der Eisbär Knut (r) und seine Gefährtin Giovanna: Nach seinem Tod ist eine Debatte um die Tierhaltung im Berliner Zoo entbrannt. (Foto: dpa)

Der Eisbär Knut (r) und seine Gefährtin Giovanna: Nach seinem Tod ist eine Debatte um die Tierhaltung im Berliner Zoo entbrannt. (Foto: dpa)

Die Trauer um Eisbär "Knut" hält unvermindert an. Auch am Montag versammelten sich am nun leeren Gehege des am Samstag plötzlich gestorbenen Publikumslieblings Hunderte von Menschen. Doch neben aller Trauer ist zudem eine Debatte über die Tierhaltung in Zoologischen Gärten entbrannt. Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz wies Vorwürfe zurück, die Gruppenhaltung mit drei Bärendamen sei zu viel für ihn gewesen. Es sei völlig klar, dass "Knut" "nicht in einer Stresssituation gestorben ist".

Mobbing durch drei Eisbärdamen

Einige Trauernde im Netz erheben schwere Vorwürfe gegen die Zooleitung, weil diese "Knut" mit drei Bärendamen in einem Gehege gehalten habe, in dem er von den Bärinnen gemobbt worden sei. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, sagte, der Zoo habe "Knut" "aus Zuchtehrgeiz" gemeinsam mit seinen Artgenossinnen untergebracht. Für Eisbären, die eigentlich Einzelgänger seien, sei dies "purer Stress".

Zoo verteidigt gemeinsame Haltung

Blaszkiewitz verteidigte die umstrittene Maßnahme des Zoos, Knut mit den Eisbärinnen zusammenzubringen. "Vorher haben alle geweint, dass "Knut" lange allein lebte", sagte Blaszkiewitz. Mit der Gruppenhaltung habe der Zoo der Kritik entgegenwirken und "Knut" Beschäftigung verschaffen wollen. Blaszkiewitz widersprach der von vielen Zoo-Besuchern wiederholt geäußerten Kritik, "Knut" sei von dem Damen-Trio ständig gemobbt und isoliert worden. "Nur anfangs, längst haben sie sich gegenseitig gejagt und auch miteinander gespielt, auch am Todestag."

Tierschutzbeauftragter: Eisbären sind Einzelgänger

Dem entgegnete der Berliner Tierschutzbeauftragte Lüdcke, dass diese Haltung "nicht artgerecht" sei. Die Tiere seien "eindeutig reine Einzelgänger". Gemeinschaft und Geselligkeit suchten sie nur in der Paarungszeit. "Nur dann können sie sich riechen, nur dann stimmt die Chemie." Die Haltung in Zoos führe zwangsläufig zu Stress bei den Tieren.

Inzest und Stress als Todesursache?

Der Nürtinger Tierrechtler Frank Albrecht bekräftigte seine Forderung nach dem Ende der Eisbären-Präsentation. Er sehe einen möglichen Zusammenhang "zwischen Inzest, Erbkrankheit und Stress". Es sei äußerst bedenklich, dass mehrere Nachkommen von "Knuts" Vater "Lars" nicht lange überlebten. Ein Geschwistertier von Eisbärin Lisa, "Knuts" Oma, sei 1975 ebenfalls im Alter von vier Jahren nach Störungen des Gleichgewichts und einem Anfall im Wasser ertrunken.

Zoo-Chef: Vorwürfe sind "alles Unsinn"

"Knut"-Vater "Lars" habe im Zoo Wuppertal kürzlich eine Erkrankung nur knapp überlebt. Lars sei durch Inzest gezeugt worden. Albrecht beschuldigte beide Berliner Zoos im Westteil der Stadt und in Friedrichsfelde. Dort sei Inzucht "mittlerweile fast schon Alltag". Berlins Zoo-Chef Blaszkiewitz lehnte Stellungnahmen zu den Erklärungen von Albrecht, Peta und des Tierschutzbundes grundsätzlich ab. "Das sind ausgewiesene Feinde der Zoo-Haltung. Was da kommt, ist alles Unsinn", sagte er.

Wird "Knut" ausgestopft?

Zu den zahlreichen Anfragen der "Knut"-Fans, was nun mit dem Körper geschehen solle, gab Zoo-Direktor Blaszkiewitz bekannt, dass das Berliner Naturkundemuseum Interesse angemeldet habe. Der Präparator sei bei der Sektion dabei. Der Zoo-Chef sagte, er könne sich vorstellen, dass der präparierte "Knut" wie einst das Elefantenbaby Kiri im Naturkundemuseum Tierfreunden gezeigt werde. Möglich sei auch, am Eisbärengehege im Zoologischen Garten zum Gedenken eine kleine Skulptur von "Knut" aufzustellen, "vielleicht, wie 'Knut' als Baby war", sagte Blaszkiewitz.

Todesursache noch nicht geklärt

Eisbär "Knut" war am Samstagnachmittag ohne vorherige Anzeichen einer Krankheit zusammengezuckt, ins Wasser gestürzt und gestorben. Am Montag begann in einem Institut der Freien Universität in Berlin-Düppel die Analyse des Tierkadavers. Die Todesursache steht bislang noch nicht fest. Eine Meldung von "Bild.de", wonach "Knut" ertrunken sei, bestätigte eine Zoosprecherin auf Anfrage nicht. Dem Zoo lägen noch keine endgültigen verlässlichen Ergebnisse der Untersuchung vor.

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