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Marienkäferplage: Was tun Gegen die Invasion?

Insekten  

Asiatischer Marienkäfer: Kampf gegen die Plage

18.10.2016, 10:52 Uhr | CM

Marienkäferplage: Was tun Gegen die Invasion?. Der asiatische Marienkäfer versammelt sich in warmen Herbstmonaten gerne an Hauswänden. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Der asiatische Marienkäfer versammelt sich in warmen Herbstmonaten gerne an Hauswänden. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Es ist ein seltsamer Anblick: Ausgerechnet im Oktober und November krabbelt es überall in rot und schwarz. Marienkäfer sammeln sich plötzlich in solchen Mengen, dass es beinahe schon eine Plage ist. Doch was steckt hinter den Massenansammlungen der Insekten?

Eingewanderte Marienkäfer als Marienkäferplage?

Auslöser für die Plagen in den Herbstmonaten ist der sogenannte asiatische Marienkäfer, auch bekannt unter dem Namen Harlekinkäfer. Die Tierchen gehören zur Familie der Marienkäfer und stammen aus dem östlichen Asien, vorwiegend aus China, Japan, Korea und der Mongolei. Im Gegensatz zu seinem europäischen Verwandten ist der asiatische Marienkäfer mit sechs bis sieben Millimeter etwas breiter.

Am deutlichsten lassen sich die beiden Marienkäferarten an Hand ihres Panzers unterscheiden. Die europäische Art ist hellrot bis dunkelrot. Der asiatische Marienkäfer kann hellgelb bis dunkelrot sein. Der Harlekinkäfer besitzt deutlich mehr schwarze Punkte und fühlt sich der asiatische Marienkäfer bedroht, sondert er einen unangenehmen Geruch ab.

Asia-Käfer als Schädlingsbekämpfer

Der Marienkäfer aus Fernost ernährt sich sowohl von Schild- als auch von Blattläusen. Außerdem frisst er schneller als die hiesigen Arten, so Insektenforscher Julian Heiermann vom Naturschutzbund. Aus diesem Grund wird der Käfer zur natürlichen Schädlingskontrolle in Gewächshäusern sowie auf Obst- und Weinanbaugebieten verwendet.

Der asiatische Marienkäfer wurde 1916 erstmalig in den USA zu diesem Zweck eingesetzt. In den 1950ern kam er in europäischen Ländern zum Einsatz. Zu einer Plage wurde der „Falsche Marienkäfer“ erst zum Ende des Jahrtausends, als die Population nicht mehr kontrolliert werden konnte. 2001 wurde ein erstes freilebendes Exemplar in Belgien gesichtet. Anschließend verbreitete sich der asiatische Marienkäfer in Teilen Frankreichs sowie in Süd-Großbritannien.

Schadwirkung vom asiatischen Marienkäfer

Der asiatische Marienkäfer ist in erster Linie ein nützlicher Schädlingsbekämpfer, kann aber auch zum Problem werden. In Weinanbaugebieten können die Tierchen erhebliche ökonomische Schäden anrichten. Zum einen fressen die „Falschen Marienkäfer“ Weintrauben an und sorgen so für einen Ertragsverlust.

Zum anderen nutzen die Harlekinkäfer den austretenden Saft reifer Weintrauben als Zuckerquelle. Besonders betroffen sind die Sorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Riesling, so das Online-Portal „Schädlingskunde“.

Massenhaftes Auftreten an Häuserwänden

In Deutschland hat sich der Käfer aus Fernost ebenfalls etabliert. In den vergangenen Jahren traten die asiatischen Marienkäfer massenweise in warmen Herbstmonaten auf, bevorzugt an Hauswänden und vereinzelt in Wohnungen. Doch warum hauptsächlich der „Falsche Marienkäfer“?

Die einheimischen Marienkäfer sind Einzelgänger und suchen sich zum Überwintern einen Platz in der Natur. Bevorzugt werden Plätze mit Laub oder unter Baumrinden. Dagegen tritt der Asia-Käfer zumeist in großen Schwärmen auf. In seiner Heimat in Asien überwintern die Tierchen vorwiegend in Höhlen und Felswänden. Letztere haben für die "Falschen Marienkäfer" offensichtlich eine große Ähnlichkeit mit Hauswänden. Aus diesem Grund versammeln sich Hunderte bis Tausende Käfer an sonnigen Tagen an den Wänden.

Der asiatische Marienkäfer unterscheidet sich deutlich von seinen europäischen Verwandten. (Quelle: imago images/blickwinkeln)Der asiatische Marienkäfer unterscheidet sich deutlich von seinen europäischen Verwandten. (Quelle: blickwinkeln/imago images)

Über Spalten und Ritzen gelangen die asiatischen Marienkäfer sogar in die Wohnungen. Hier bleiben Sie und suchen sich kein Versteck mehr, da sie bereits ein warmes Winterquartier gefunden haben. In der Regel verhungern die Tierchen aber, da sie keine Nahrung mehr finden.

Dem asiatischen Marienkäfer vorbeugen

Damit die Plagegeister gar nicht erst in die Wohnung kommen, sollten Sie vorbeugend handeln:

  • Legen Sie Vanillestangen oder Lorbeerblätter auf die Fensterbank.
  • Kontrollieren Sie Ihre Wände und Fenster auf Risse und Spalten. Falls Sie welche finden, am besten sofort abdichten.
  • Der beste Schutz ist das Anbringen eines Insektenschutz- oder Fliegengitters.

Hat es sich der asiatische Marienkäfer schon in der Wohnung gemütlich gemacht, greifen Sie am besten zu Handfeger und Schaufel. Aber vorsichtig: Fühlt sich der Käfer bedroht, sondert er einen extrem unangenehmen Geruch ab und hinterlässt gelbe Flecken auf Möbeln und Polstern. Deshalb die Käfer vorsichtig auf die Schaufel kehren und dafür einen Besen mit sehr weichen Borsten nutzen.

Bei einer größeren Anzahl nehmen Sie lieber den Staubsauger. Verwenden Sie einen frischen Staubsaugerbeutel und saugen auf niedrigster Stufe. Anschließend können Sie die Tierchen lebend in der freien Natur aussetzen.

Keine Gefahr für den Menschen

Um den asiatischen Marienkäfer loszuwerden, können Sie biologische Mittel wie Sprays verwenden. Bei dieser Methode werden die Tiere nicht getötet, sondern lediglich vertrieben. Helfen all diese Mittel nicht, greifen Sie auf Kontaktinsektizide zurück, um den „Falschen Marienkäfer“ zu bekämpfen.

Allerdings stellen die asiatischen Marienkäfer für den Menschen keine Gefahr dar und sollten deshalb nicht getötet werden. Wenn Sie die Käfer ins Freie setzen, werden sie einen angemessenen Platz zum Überwintern finden. Sobald die richtig kalten Nächte beginnen, wird die Marienkäferplage ein Ende haben.

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