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Vermisste Kinder: 2000 Kinder in Deutschland werden vermisst

Getötet oder weggelaufen? 2000 Kinder in Deutschland vermisst

25.05.2012, 09:41 Uhr | Sebastian Engel, dapd, dpa, dapd

Vermisste Kinder: 2000 Kinder in Deutschland werden vermisst. Vermisste Kinder: das Schicksal von rund 2000 Kindern in Deutschland ist ungeklärt. (Quelle: dapd)

Zuletzt auf dem Spielplatz gesehen und seitdem vermisst - das Schicksal von rund 2000 Kindern in Deutschland ist ungeklärt. (Quelle: dapd)

Das Verschwinden des kleinen Etan Patz jährt sich am 25. Mai zum dreiunddreißigsten Mal. Die New Yorker Polizei verkündet nun die Festnahme eines geständigen Mannes - und kann damit wohl ein jahrzehntealtes Rätsel lösen. Sein Fall lenkte die Aufmerksamkeit überhaupt erst auf die Problematik der vermissten Kinder. Der Tag von Etans Verschwinden, der 25. Mai, wurde zum Gedenktag für vermisste Kinder. Auch in Deutschland gelten rund 2000 Kinder als dauerhaft vermisst. Wo Eltern in dieser Situation Hilfe finden.

Initiative Vermisste Kinder unterstützt Eltern

In Deutschland kümmert sich seit 2003 die Initiative Vermisste Kinder um dieses Anliegen. "Unser Ziel ist es, Eltern bei der Suche zu unterstützen", sagt Mitbegründer Carl Bruhns der Nachrichtenagentur dapd. Dabei verfolgt die Organisation einen multimedialen Ansatz. Zum einen verbreitet sie auf ihrer Facebook-Seite (www.facebook.com/deutschlandfindeteuch) Suchmeldungen mit Fotos verschwundener Kinder. Auf diesem Weg könnten binnen einer halben Stunde eine halbe Million Menschen erreicht werden, erklärt Bruhns. Eine eigens entwickelte Handy-Applikation nutzen zudem etwa 80.000 Bürger. Ferner schaltet die Initiative Suchmeldungen bundesweit auf Infoscreens etwa an Bahnhöfen oder Flughäfen. Kernstück bleibt aber die Hotline 116000, unter der sich Betroffene kostenlos Rat einholen können.

Luftballons steigen mit Fotos vermisster Kinder auf

Über diese Maßnahmen will die 1997 gegründete Initiative am 25. Mai auf einer zentralen Veranstaltung in Hamburg informieren. Rund 100 Luftballons mit Bildern seit langem vermisster Kinder werden losgeschickt, und Kerzen für jedes von ihnen angezündet. Musical-Darsteller formen zugleich das Symbol der Organisation - ein Vergissmeinnicht.

Den jährlichen Gedenktag gibt es seit 1983. Die Idee für ihn wird dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan zugeschrieben. Das Datum erinnert an dem am 25. Mai 1979 verschwundenen, damals sechsjährigen, Etan Patz. Die Bundespolizei FBI und die New Yorker Polizei haben erst vor kurzem eine neue Spur gefunden und konnten so seinen Mörder finden.

Knapp 2.000 Minderjährige werden in Deutschland vermisst

In Deutschland werden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) derzeit 5507 Menschen vermisst. Darunter seien zum Stichtag 1. April 1946 Minderjährige gewesen, davon 558 Kinder bis 13 Jahre, sagte eine BKA-Sprecherin. Bruhns hält diese Zahl lediglich für eine Momentaufnahme. Im Verlauf eines Jahres registriert die Polizei rund 50.000 Kinder und Jugendliche als vermisst. Die meisten von ihnen nähmen wegen Schwierigkeiten in der Schule oder aus Abenteuerlust Reißaus, erklärt Bruhns. Beliebte Ziele seien Großstädte wie Hamburg oder Berlin - Orte, in denen Suchmaßnahmen rasch Erfolge zeigten. Etwa 98 Prozent der Kinder seien binnen zwei Wochen wieder zu Hause. Lediglich zwei Prozent blieben länger verschwunden, sagt Bruhns.

Zu den ungeklärten Fällen gehört laut Bruhns der Fall der Georgine Krüger. Die Berliner Schülerin verschwand vor knapp fünf Jahren auf dem Heimweg rund 200 Meter vor ihrem Elternhaus spurlos. Unlängst eingegangene Hinweise, wonach das Mädchen im Kieler Rotlichtmilieu zu finden sei, bestätigten sich jedoch zunächst nicht. Dennoch gebe so etwas immer wieder Hoffnung, sagt Bruhns.

Wenn Väter ihre Kinder ins Ausland verschleppen

Das Bundeskriminalamt weist darauf hin, dass es sich bei einem großen Teil der vermissten Kinder bis 13 Jahre um unbegleitete Flüchtlingskinder und sogenannte Kindesentziehungen handelt. Das heißt, Väter ohne Sorgerecht nehmen ihr Kind ins Ausland mit und verweigern Kontakt zu den Müttern.

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