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Pflegefall im Lebensabend: Das steht Ihnen zur Verfügung

Pflegefall im Lebensabend: Das steht Ihnen zur Verfügung

22.11.2012, 14:35 Uhr | fb (CF)

Viele Menschen haben Angst, den Lebensabend als Pflegefall zu verbringen. Nicht immer lässt sich dieses Schicksal vermeiden, umso besser ist es dann, wenn Sie im Ernstfall gut darauf vorbereitet sind. Wer eine private Pflegeversicherung abgeschlossen hat, erhält zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen weitere Unterstützung. Die Höhe der Zahlungen ist davon abhängig, in welche Pflegestufe der Patient eingeordnet wird.

Der Lebensabend als Pflegefall

Ob unvorhergesehener Unfall oder altersbedingter Abbau der physischen und psychischen Leistungen – wird ein Mensch zum Pflegefall wird, ist er in vielen Lebensbereichen auf fremde Hilfe angewiesen. In solchen Fällen ist es gut, Menschen um sich zu haben, die sich liebevoll um einen kümmern. Laut dem Senioren Ratgeber der "Apotheken Umschau" gilt derjenige als Pflegefall, "der über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten nicht in der Lage ist, tägliche Verrichtungen alleine auszuführen und deshalb bei Körperpflege, Ernährung und Mobilität auf fremde Hilfe angewiesen ist". (Betreuung älterer Menschen: Verschiedene Möglichkeiten)

Doch nicht immer haben Angehörige die nötige Zeit oder die Kenntnisse für die notwendige Pflege. Finanzielle Unterstützung leisten gesetzliche und private Pflegeversicherungen. Um die Höhe der nötigen Zuwendungen festzustellen, ermitteln Gutachter des Medizinischen Diensts des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS) die Pflegestufe des Patienten. (Pflegestufe beantragen und Leistungen beziehen)

Pflegestufe I für erheblich pflegebedürftige

Die Pflegestufe I bekommt ein Pflegefall dann zugesprochen, wenn er zweimal täglich maximal 90 Minuten Hilfe beispielsweise bei der Morgentoilette oder anderen Aufgaben wie der Nahrungszubereitung benötigt. Dabei muss mehr als die Hälfte der Zeit auf die Grundpflege entfallen. Dazu zählt beispielsweise das Verabreichen von Medikamenten oder ein Verbandswechsel. Hinzu kommt, dass mindestens zweimal wöchentlich Hilfe bei der Versorgung im Haushalt wie Einkäufe notwendig ist.

Die Höhe der finanziellen Hilfe am Lebensabend hängt davon ab, wer diese Leistungen erbringt. Eine monatliche Pflegesachleistung von 253 Euro steht dem Pflegefall dann zu, wenn Angehörige oder Bekannte die nötigen Leistungen erbringen. Sollte eine professionelle Pflegekraft ins Haus kommen, steuert die gesetzliche Pflegeversicherung bis zu 450 Euro hinzu. Bei einer Pflege in einem Heim kann es einen Zuschuss von bis zu 1.023 Euro geben. Wie viel hingegen die private Pflegeversicherung beisteuert, ist neben der Pflegestufe von der eingezahlten Beitragshöhe und den vertraglichen Konditionen abhängig.

Zuhause.de: Mio. Deutschen droht Altersheim – zu wenig barrierefreier Wohnraum

Pflegestufen II und III: Wer hat Anspruch darauf?

Pflegebedürftige der Stufe II erhalten in derselben Abstufung wie Pflegestufe I maximal 440 Euro, 1.100 Euro oder bei stationärer Pflege 1.279 Euro. Voraussetzung ist, dass der der MDS den Aufwand für die tägliche Pflege auf mindestens 180 beziffert, wovon wiederum mindestens die Hälfte auf die Grundpflege fallen muss. Zweimal täglich muss Bedarf nach Hilfe im Haushalt, mehrmals die Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung bestehen.

Ab Pflegestufe III erhalten Betroffene bis zu 700 Euro. Für die professionelle Pflege daheim werden 1.550 Euro bezahlt. In besonders schweren Fällen kann der Betrag aber noch auf 1.918 Euro im Monat angehoben werden. Dieser Satz gilt auch für eine Pflege in einer stationären Einrichtung. Der Pflegeaufwand nach dem Gutachten des MDS in dieser Stufe durchschnittlich fünf Stunden am Tag. Der Pflegefall ist hier außerdem 24 Stunden hilfebedürftig und entsprechend auch bei der Haushaltsführung auf fremde Hilfe angewiesen.

Wenn eine Pflegebedürftigkeit am Lebensabend oder auch schon in früheren Lebensphasen abzusehen ist, haben Sie bei der gesetzlichen Kranken- oder Pflegekasse einen Anspruch auf Beratung. Hier können Sie alle Fragen erörtern, die Ihnen wichtig sind. So zum Beispiel die eine anteilige Inanspruchnahme der verschiedenen Pflegeformen durch Angehörige und professionelle Pflegedienste. Zusätzliche Infos bietet auch das Bundesministerium für Gesundheit. (Lebensabend: Welche Versicherungen sind sinnvoll?)

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