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Kugelspinnen: Auffällig bunte Spinnenfamilie

Spinnen  

Kugelspinnen: Auffällig bunte Spinnenfamilie

18.09.2013, 12:31 Uhr | is (CF)

Zur Familie der Kugelspinnen, auch Haubennetzspinnen oder Theridiiae genannt, gehören gut 2.200 Arten in 96 Gattungen. Bekannteste Vertreterin der Spinnenart ist die im Süden der USA und im Mittelmeerraum verbreitete Schwarze Witwe.

Kugelspinnen: Typische Merkmale

So groß die Familie der Kugelspinnen auch ist: Es gibt einige Erkennungsmerkmale, anhand derer sich diese Art von anderen Spinnen in Deutschland unterscheidet. Die Weibchen werden gerade mal drei bis sechs Millimeter groß, die Männchen bleiben sogar noch kleiner. Der Vorderkörper der Kugelspinnen ist meist bräunlich-orange gefärbt. Der rundliche Hinterleib hingegen weist ein interessantes Muster auf: Auf braunem Grund zeichnen sich weiße und gelbe Linien sowie bunte, meist dreieckige Flecken ab. Die seitlichen Markierungen weisen keine einheitliche Form auf. 

Fast weltweite Verbreitung der Spinnenart

Experten vermuten den Ursprung der Spinnenart in Eurasien. Mittlerweile ist sie nahezu auf der ganzen Welt verbreitet. Sie lebt vorwiegend an geschützten Stellen, entweder unter Steinen in der Natur und in altem Mauerwerk oder in menschlichen Behausungen. Wer die Spinnen loswerden will, sollte regelmäßig Staub wischen und die Netze entfernen – vor allem in dunklen Ecken und unzugänglichen Spalten.

Kugelspinnen weben ihre haubenförmigen Gespinste am liebsten an der Spitze von kleinen Pflanzen, in dunklen Ecken und unter Heizkörpern. Ihr Netz besteht aus zahlreichen, unregelmäßig gespannten, klebrigen Spinnfäden. Fliegen, Ameisen, Käfer und andere Spinnenarten, die sich darin verfangen, tötet die Kugelspinne durch Injektion eines Nervengifts. Für den Menschen ist ein Biss ungefährlich.

Fortpflanzung und Brutpflege ungewöhnlich

Das Paarungsverhalten der bekanntesten Art, der Schwarzen Witwe, ist vergleichsweise ungewöhnlich. Nicht nur, dass das Weibchen – wie bei anderen Spinnenarten auch – das Männchen nach der Paarung häufig auffrisst: Wie Lenka Sentenska und Stano Pekar von der Masaryk University in der Tschechischen Republik in einem Bericht im Fachmagazin "Behavioral Ecology and Sociobiology" veröffentlicht haben, sind auch die Männchen zu Kannibalismus fähig – allerdings nur, wenn es sich um ein älteres Weibchen handelt. Die Forscher vermuten, dass die Männchen so eine Art Selektion vornehmen, die offenbar genauso radikal wie die der weiblichen Kugelspinnen ist.

Auch die Art der Brutpflege ist im Vergleich zu anderen Spinnenarten ungewöhnlich. Ab Mitte Juli trägt das Weibchen einen Eierkokon mit sich herum. Seinen Nachwuchs ernährt es mit vorverdauter, flüssiger Nahrung von Mund zu Mund. Dank der außergewöhnlich intensiven Fütterung verdoppeln die Jungtiere bereits am ersten Lebenstag ihr Gewicht. Nach der ersten Häutung fressen die kleinen Kugelspinnen Insekten, die ihre Mutter für sie gefangen und getötet hat. Stirbt die Mutter, wird sie selbst zum Futter für ihre Kinder. Anschließend verlassen die Spinnen das Nest.

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