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Umfrage: Deutschland ist kein Land für Kinder

Umfrage  

Bürger glauben: Deutschland ist kein Land für Kinder

16.09.2013, 13:08 Uhr | t-online.de

Umfrage: Deutschland ist kein Land für Kinder. Deutschland kein Land für Kinder? Viele Bürger sind genau dieser Ansicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Deutschland kein Land für Kinder? Viele Bürger sind genau dieser Ansicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Geburtenrate ist chronisch niedrig, die Bürger werden durchschnittlich immer älter. Liegt es vielleicht einfach daran, dass Deutschland nicht kinderfreundlich ist? Immer wieder legen Umfragen diesen Schluss nahe. Eine repräsentative Befragung des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau", für die 2067 Frauen und Männer ab 14 Jahren - darunter 449 Personen mit minderjährigen Kindern - befragt wurden, schlägt nun in die gleiche Kerbe.

Ist Deutschland ein kinderfreundliches Land? "Ja", meinen laut der von der GfK Marktforschung Nürnberg durchgeführten Untersuchung nur knapp vier von zehn (39,7 Prozent) Bundesbürgern. Von den befragten Eltern mit minderjährigen Kindern sagt dies lediglich ein Drittel (34,5 Prozent).

Kein Land für Kinder - das sind die Gründe

Ein Problem sehen viele der Befragten in der Kinderbetreuung: Fast zwei Drittel (64,7 Prozent) sind davon überzeugt, dass es in Deutschland mehr Kinder gäbe, wenn die Betreuungsmöglichkeiten in "unserem Land" besser wären. Bei den Frauen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren sind sogar 81,6 Prozent dieser Meinung. Weiter glaubt nicht einmal die Hälfte aller Befragten (46,7 Prozent) daran, dass sich für Mütter in Deutschland Kind und Beruf gut miteinander vereinbaren lassen.

Falsche Selbstwahrnehmung der Deutschen?

Doch ist Deutschland wirklich dermaßen kinderfeindlich? Ellen Hilf, stellvertretende Direktorin der Sozialforschungsstelle Dortmund, sieht das differenziert. Sie führt an, dass anders als in manch anderem Staat, in Deutschland jedes Kind ein Anrecht auf kostenlose medizinische Versorgung hat. Zudem biete bei allem Verbesserungsbedarf das deutsche Bildungssystem allen Schülern die Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen, ohne dafür Schulgeld bezahlen zu müssen. Als weiteres Beispiel nennt Hilf die häusliche Erziehung: Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wird hierzulande weitestgehend auf Gewalt als Erziehungsmittel verzichtet.

Entspricht die Selbstwahrnehmung von Deutschland als kinderfeindlichem Land also nicht der Realität? Hier schränkt Hilf ein: Natürlich gebe es auch strukturelle Kinderfeindlichkeit in Deutschland, gesteht die Expertin ein. So sei fast ein Drittel der Kinder heute arm, die Kinderarmut nehme zu und das Erwerbssystem sei alles andere als kinderfreundlich: Arbeitslosigkeit, unsichere Beschäftigung und familienunfreundliche Arbeitszeiten machen es jungen Leuten schwer, ihren Kinderwunsch zu realisieren und Familie zu leben.

Es geht nicht nur um Politik

Aber die Kinderfreundlichkeit eines Landes definiert sich nicht allein über Politik und soziale Situationen. Es sind auch all die kleinen Barrieren im täglichen Leben mit Familie und Kind, die schnell den Eindruck vermitteln, dass ein Land kinderfeindlich ist. Im Alltag begegnen Eltern zahlreiche Hürden, Gedankenlosigkeiten und Feindseligkeiten, die das Leben als Familie so schwer machen. Wir haben uns in unserer Umgebung umgeschaut und sind dabei auf diese kinderfeindlichen Punkte gestoßen:

- Auto-Raserei im Wohngebiet

- Bierflaschen und Glassplitter auf dem Spielplatz

- Fehlende Krippenplätze

- Keine Betreuung für Schulkinder

- Schlechte Bezahlung für ErzieherInnen

- Kaputte Aufzüge und Rolltreppen auf Bahnhöfen

- Nachbarn, die spielende Kinder als lästige Lärmquelle sehen

- Fehlende Rückzugsräume zum Stillen und Wickeln

- Kaputte Schulgebäude, kein Geld für Sanierung

- Barrieren, Stufen, zugeparkte Gehwege

- Konsumterror

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