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Jugendämter: 17.000 Fälle akuter Kindeswohlgefährdung

Jugendämter schreiten ein  

17.000 Fälle akuter Kindeswohlgefährdung in Deutschland

14.08.2014, 15:13 Uhr | AFP, dpa

Jugendämter: 17.000 Fälle akuter Kindeswohlgefährdung. Mehrere Tausend Kinder in Deutschland werden vernachlässigt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mehrere Tausend Kinder in Deutschland werden vernachlässigt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Deutsche Jugendämter haben in Familien im vergangenen Jahr 17.000 akut gefährdete Kinder gefunden. In weiteren 21.000 Fällen stellten sie eine latente Gefährdung fest.

Im Vergleich zum Vorjahr hätten sich diese Zahlen nicht verändert, berichtete das Statistische Bundesamt. Um 8,5 Prozent gestiegen sei jedoch die Zahl der Überprüfungsverfahren zur Einschätzung des Kindeswohls. Rund 116.000 solcher Verfahren gab es 2013.
Auch wenn meist keine Gefährdung festgestellt wurde, entschieden sich die Ämter in etwa der Hälfte aller von ihnen untersuchten Fälle dafür, den Familien Hilfs- oder Unterstützungsangebote zu machen.

Vernachlässigung ist häufigster Grund für das Einschreiten

In etwa zwei Drittel der Fälle von akuter oder latenter Kindeswohlgefährdung (65 Prozent) waren Anzeichen für Vernachlässigung der Grund für die Einstufung der Ämter. In 26 Prozent ging das Urteil auf den Verdacht psychischer, bei 23 Prozent auf Anzeichen körperlicher Misshandlung zurück. Fünf Prozent resultierten der Statistik zufolge aus Hinweisen auf sexuelle Gewalt.

Wann müssen Jugendämter reagieren?

Jugendämter nehmen eine Gefährdungseinschätzung vor, wenn sie gewichtige Anhaltspunkte für mögliche Risiken für Minderjährige haben. Laut der Statistik, die seit 2012 erfasst wird, kamen die auslösenden Hinweise unter anderem von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten, Nachbarn, Bekannten, Schulen oder Kindergärten oder gingen anonym ein.

Das Einschreiten von Jugendämtern bei Kindeswohlgefährdung erfolgt auf Grundlage genau definierter rechtlicher Bedingungen. Ein solcher Fall liegt demnach vor, wenn erhebliche Schädigungen des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls von Kindern eingetreten sind oder mit großer Sicherheit eintreten werden. Eine weitere Bedingung ist, dass die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten die Lage nicht ändern können. Dann schreiten die Behörden ein.

Wann das Familiengericht eingreift

Für das Wohlergehen von Kindern sind laut Verfassung grundsätzlich die Eltern verantwortlich. Das Elternrecht ist aber von den Grundrechten des Kindes wie Menschenwürde, Leben, körperliche Unversehrtheit und Bewegungsfreiheit begrenzt. Manche Eltern sind mit ihrer Aufgabe so überfordert, dass ihrem Kind erhebliche Schäden oder sogar der Tod drohen.

Nehmen die Eltern öffentliche Hilfen nicht an, kann das Familiengericht eingeschaltet werden. Im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es: "Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind."

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