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Kranke Haustiere: Tierhalter scheuen keine Kosten

Teure Therapien für Tiere  

Für Bellos Wohlbefinden scheuen Tierhalter keine Kosten

29.09.2015, 13:22 Uhr | Laura Lewandowski, dpa

Kranke Haustiere: Tierhalter scheuen keine Kosten. Die heilende Spritze für den Hund - immer mehr Tierhalten sind bereit, für die Behandlung ihres Vierbeiners tief in die Tasche zu greifen. (Quelle: dpa/tmn)

Die heilende Spritze für den Hund - immer mehr Tierhalten sind bereit, für die Behandlung ihres Vierbeiners tief in die Tasche zu greifen. (Quelle: dpa/tmn)

Wenn Haustiere krank werden, kann die Behandlung richtig ins Geld gehen. So kommen bei einer Operation am Hund schnell mal 1000 bis 2000 Euro zusammen. Um die Vierbeiner zu heilen, setzen Tiermediziner alle Hebel in Bewegung. Der Erfolg hilft dem Tier, lässt aber auch beim Tierarzt die Kassen klingeln.

Neue Krankheitsbilder erfordern neue Behandlungsmethoden. Und die kosten Geld. Dabei ließen sich viele Zivilisationskrankheiten bei Hund und Katze auch durch Vorbeugung vermeiden.

Überfütterung fördert Diabetes und Gelenkerkrankungen

Ähnlich wie bei Menschen sorgt der medizinische Fortschritt auch bei den Tieren für eine höhere Lebenserwartung. Diabetes, Nieren- und Gelenkerkrankungen sind nur einige der Leiden, mit denen sie zu kämpfen haben, sagt Sabine Schüller, Geschäftsführerin Bundesverband für Tiergesundheit. Schuld daran seien in vielen Fällen aber vor allem die Besitzer selbst, "weil Hund und Katze häufig zu viel gefüttert werden". Doch gebe es für die Vierbeiner auch gute Nachrichten: "Die emotionale Bindung ist viel stärker als noch vor 20 Jahren."

Massagen, Reizstromtherapie und Akupunktur

Davon hat auch "Quicki" profitiert. Vor etwa einem Jahr schien das Schicksal der Schäferhündin besiegelt. Halb gelähmt lag das Tier im Zwinger. Die Glieder zu schwach, um den Körper zu tragen. Dass sie inzwischen fast die Alte ist, hat "Quicki" ihrer Besitzerin Gudrun Reinke zu verdanken: Mit Massagen, Reizstromtherapie und Akupunktur brachte sie die Hündin wieder auf die Beine.

Mehrere hundert Euro blätterte die Rentnerin aus dem hessischen Heusenstamm dafür schon auf den Tisch - aber "die grenzenlose Liebe" ist der früheren Ärztin jeden Cent wert, wie sie erzählt.

Tierärzte machten Jahresumsatz von zwei Millarden Euro

An der Gesundheit ihrer Lieblinge sparen die Tierbesitzer am wenigsten. Wie viel Herrchen und Frauchen ausgeben, zeigt eine Studie der Universität Göttingen aus dem vergangenem Jahr: Allein Tierärzte machten 2013 mit der Behandlung von Heimtieren einen Jahresumsatz von etwa zwei Milliarden Euro.

Rund 500 Millionen Euro wurde durch den Verkauf von Medikamenten erzielt. Am meisten investierten Besitzer in Hunde, auf Platz zwei liegen Katzen, gefolgt von Kleintieren, Vögeln und Reptilien - und davon gibt es in Deutschland genug.

Zahl der tierischen Patienten steigt

Ein weiterer Grund, warum das Geschäft mit der Luxus-Tiermedizin rund läuft, ist die Zahl der potenziellen Patienten. Nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf leben derzeit etwa 28 Millionen Heimtiere in Deutschland. Darunter zwölf Millionen Katzen und sieben Millionen Hunde. Tendenz steigend. Sind diese krank, gibt es Pillen, Tröpfchen oder Injektionen.

Und die stellen Ärzte in der Regel nicht selbst her, sondern Pharmafirmen. Fast 90 Prozent der Hundehalter gehen laut der Universitätsstudie regelmäßig mindestens einmal pro Jahr mit ihrem Hund zum Tierarzt.

Pharmafirmen profitieren

Während die risikoreiche Forschung an komplizierten Medikamenten für Menschen im Normalfall deutlich mehr Gewinn abwirft, überzeugt die Tiermedizin mit anderen Argumenten: "Auf dem Markt gibt es nur wenige 'große Player'", sagt Odile Rundquist, Analystin bei Helvea und Branchenexpertin. Unternehmen, die sich einen Namen gemacht haben, profitierten von der starken Markenbindung. Als Beispiel nennt sie die Pharmafirmen Sanofi oder Bayer. Auch die Tierliebe halte das Geschäft stabil, sagt Rundquist.

Ein Beispiel dafür ist der US-Hersteller Zoetis, der auch zu den "Großen" zählt. Auf seiner Internetseite bewirbt er Mittelchen gegen Reiseübelkeit für Hunde bis hin zu Krebsmedikamenten für Katzen. Allein 2014 verdiente das Pharma-Unternehmen rund 583 Millionen Euro.

Tieren zu helfen, macht glücklich

Abseits der Geschäfte zählt am Ende aber vor allem: Solang es dem Tier nutzt, ist es sinnvoll, sagt Hundebesitzerin Reinke. "Es ist ein großes Glücksgefühl für uns, dass wir einem Lebewesen so helfen konnten." Und der Blick, mit dem Hündin "Quicki" ihr Frauchen nach einem Jahr Therapie anschaut, ist für die 72-Jährige ohnehin unbezahlbar.

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