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Borkenkäfer bekämpfen: Erkennung und Vorgehen

Fliegender Schädling  

Borkenkäfer bekämpfen: Erkennung und Vorgehen

27.07.2016, 15:34 Uhr | tl (CF)

Borkenkäfer bekämpfen: Erkennung und Vorgehen. Ein großer Borkenkäfer in Aktion. Er vermehrt sich rasant in abgestorbenen Bäumen. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Ein großer Borkenkäfer in Aktion. Er vermehrt sich rasant in abgestorbenen Bäumen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Der Borkenkäfer fügt der Forstwirtschaft regelmäßig großen Schaden zu. Doch wie kommt es dazu? Und wie lässt sich der Borkenkäfer bekämpfen? Mehr dazu erfahren Sie im Folgenden.

Steckbrief des Borkenkäfers in Stichpunkten

  • Der Borkenkäfer gehört zu den Rüsselkäfern und ist vor allem in Fichtenwäldern zu finden. Sein wissenschaftlicher Name lautet Scolytinae. 
  • Er ist an seinem kurzen zylindrischen Körper zu erkennen und erreicht eine Größe von einem bis neun Millimetern. Sein braun-schwarzer Körper ist nicht selten gepunktet. Der Rüsselkäfer besitzt zudem halbkugelige Flügel und bewegt sich sowohl krabbelnd als auch fliegend fort. 
  • Von den weltweit 6.000 Arten sind in Europa nur 120 verbreitet. Die Bekanntesten und auch Gefährlichsten unter ihnen sind der Kupferstecher und der Buchdrucker, die beide Fichten befallen. Besonders Letzterer gilt als gefährlich.
  • Feinde des Borkenkäfers sind unter anderem Räuber wie der Jagdkäfer, Schlupfwesten und Spechte.

Kranker Baum wird als Wirt genutzt

Borkenkäfer wählen während der Flugzeit im April in der Regel kranke oder beschädigte Bäume aus, um sich dort zu paaren und ihre Eier abzulegen. Als Nahrung dient der Larve der Bast der Fichte, also das lebende Gewebe unter der Borke der Bäume. Da der Borkenkäfer nur vorgeschädigte Bäume befällt, gehört er zu den sogenannten Sekundärschädlingen. Ein befallener Baum lockt dann schnell über Lockstoffe weitere Borkenkäfer an, was eine Massenvermehrung auslösen kann.

Anschließend können auch gesunde Bäume als Brutort und Nahrung dienen und absterben. Darum gehört der Borkenkäfer zu den sogenannten Primärschädlingen, welche im Gegensatz zu Sekundärschädlingen auch gesunde Wirtspflanzen befallen. Im Zuge der Besiedlung kann der Käfer auch Pilzkrankheiten auf seinen Wirt übertragen. Schließlich gehen die Bäume aufgrund unterbrochener Wasser- und Nährstoffversorgung ein und sterben am Borkenkäferbefall, was der Forstwirtschaft großen Schaden zufügen kann.

So erkennen Sie Borkenkäferbefall

Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass ein Baum unter einem Borkenkäferbefall leidet. Leider zeigen sich diese aber meist erst, wenn ein Eingreifen zu spät ist, denn der Käfer verrichtet sein Werk versteckt unter der Rinde. Doch wer genau hinsieht, kann den Befall an braunem Bohrmehl an Rinde und Fuß des Baumstamms erkennen. Es wird beim Einbohren des Käfers und dem Schaffen seines Gangsystems freigesetzt. In diesem Stadium lässt sich der Borkenkäfer noch bekämpfen, wenn schnell gehandelt wird.

Auch können Harztropfen am Stamm ein Hinweis auf den unwillkommenen Gast sein. Diesen sondert die Fichte ab, um den Schädling zurückzudrängen. Wenn die Rinde locker sitzt und schon größere Stücke der Rinde abfallen, ist der Baum leider nicht mehr zu retten. Im weiteren Verlauf verfärbt sich die Rinde und der Baum verliert grüne Nadeln. Beim Befall mit dem Buchdrucker sind diese Anzeichen deutlicher zu sehen als beim Kupferstecher. Ein Befall durch den Kupferstecher ist erst nach einigen Monaten an einer braunen Verfärbung der Krone zu erkennen.

Borkenkäfer bekämpfen: Vorsorge und schnelles Einschreiten

Wer den Borkenkäfer bekämpfen möchte, sollte vor allem die Baumbestände regelmäßig beobachten und kontrollieren. Kranke Bäume und Material, das der Käfer zur Brut nutzen könnte, sollten beseitigt werden. In der Forstwirtschaft gehört hierzu vor allem, dass abgeschlagenes Holz in Nasslagern zwischengelagert wird, wo die Beregnung des Holzes den Borkenkäfer am Eindringen hindert. Der Aufbau von Mischbeständen aus Nadelhölzern und Laubbäumen ist ebenfalls zu empfehlen, da diese mehr Schutz gegen Holzschäden durch Wind und Schnee bieten. Schäden am Holz sind immer ein Risikofaktor in Bezug auf den Befall durch Schädlinge.

Wird der Befall früh genug entdeckt, lässt sich der Borkenkäfer nach Angaben des Landratsamtes Pirna bekämpfen, indem die befallenen Bäume entrindet werden. Die Rinde wird anschließend verbrannt. Alternativ behandeln Förster die Rinde mit Insektiziden. Darüber hinaus werden gegen Buchdrucker und Kupferstecher auch Fallen mit Lockstoffen eingesetzt. Ein sogenannter Fangbaum oder Fangholzhaufen fern der restlichen gefährdeten Baumpopulation kann ebenso bei der Bekämpfung helfen.

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