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Stand der Gleichberechtigung - Frauentag: Mehrheit der Deutschen für gesetzlichen Feiertag

Stand der Gleichberechtigung  

Frauentag: Mehrheit der Deutschen für gesetzlichen Feiertag

08.03.2019, 08:27 Uhr | Uta Winkhaus, dpa

Stand der Gleichberechtigung - Frauentag: Mehrheit der Deutschen für gesetzlichen Feiertag. Demonstration zum Internationalen Frauentag auf dem Hamburger Rathausmarkt. (Quelle: dpa)

Demonstration zum Internationalen Frauentag auf dem Hamburger Rathausmarkt. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Arbeitsfrei am Internationalen Frauentag? Dieser Idee können viele Bürger etwas abgewinnen. Dabei gibt es zum Feiern eigentlich wenig Grund, blickt man auf den Stand der Gleichberechtigung. Die CDU-Chefin findet den Frauenanteil in ihrer Partei sogar peinlich.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger ist dafür, den Internationalen Frauentag am 8. März nach dem Vorbild Berlins zum gesetzlichen Feiertag zu erklären. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Danach würden 54 Prozent der Befragten gern dem Beispiel Berlins folgen, 34 Prozent sprachen sich dagegen aus. In der Hauptstadt ist der Frauentag an diesem Freitag zum ersten Mal Feiertag, als erstes Bundesland überhaupt hat das rot-rot-grün regierte Berlin diesen arbeitsfreien Tag eingeführt. Damit hat auch die Bundesregierung mit ihren Ministerien und anderen Behörden quasi "geschlossen", während der komplette Rest Deutschlands arbeitet. Das hat es so noch nie gegeben.

"Wie kein anderes Datum steht der 8. März für den langen Weg hin zur Gleichstellung der Geschlechter", erklärt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dazu. Für Politik und Gesellschaft gelte es, weiter für Gleichstellung und die Rechte der Frauen zu kämpfen. Hier sei viel erreicht worden, aber: "Es bleiben viele brennende Aufgaben." In der Hauptstadt werden am Nachmittag mehrere tausend Menschen zu einer Demonstration zum Frauentag erwartet.

Gleichstellung von Frauen im Fokus

Am Internationalen Frauentag fordern weltweit zahlreiche Organisationen die volle soziale, wirtschaftliche, kulturelle und politische Gleichstellung von Frauen. Sexismus, Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, seit langer Zeit der geringste Frauenanteil im Bundestag: Der Weg zur Gleichberechtigung ist in vielen Teilen der Gesellschaft auch mehr als 100 Jahre nach dem ersten Frauentag noch weit.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer findet den Frauenanteil in ihrer Partei sogar "peinlich". Die CDU werde Wahlen nur gewinnen und als Volkspartei überleben, "wenn wir mit starken Frauen, ihren Ideen und Lebenswirklichkeiten für Ämter, Gremien und Parlamenten antreten", schreibt sie in einem Gastbeitrag für die "Passauer Neue Presse".

"Peinlich" geringer Frauenanteil

Kramp-Karrenbauer kündigt an, einer ihrer persönlichen Schwerpunkte als Parteivorsitzende werde es sein, "verstärkt Frauen für die Politik zu gewinnen und das Quorum in unserer Partei konsequenter umzusetzen". Der Frauenanteil in den Parlamenten und den Parteien – "gerade auch in der CDU" – sei "für eine repräsentative Demokratie und für uns als Volkspartei peinlich".

Aus Sicht der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner ist es an der Zeit, dass Deutschland auch ein weibliches Staatsoberhaupt bekommt. "Dass es in all den Jahren noch keine Frau als Bundespräsidentin in Deutschland gegeben hat, finde ich befremdlich. Es wird Zeit für ein Stück Normalität auch im höchsten Amt", sagt die Agrarministerin "Focus online".



Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) bekräftigt das Ziel der Koalition, mehr Frauen in Spitzenposition zu befördern. "Wir dürfen bei der Gleichberechtigung nicht lockerlassen", sagt sie dem RND. Die Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte großer Unternehmen sei ein Meilenstein gewesen. "Diesen Weg gehen wir konsequent weiter", so Barley. "Wir werden besonders diejenigen Unternehmen ins Auge fassen, die sich weiterhin zum Ziel setzen, keine Frauen in Führungspositionen zu berücksichtigen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa


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