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Kindheitsarmut – viele schaffen als Erwachsene den Ausstieg

Langzeituntersuchung seit 1999  

Kindheitsarmut – viele schaffen als Erwachsene den Ausstieg

06.11.2019, 15:44 Uhr | dpa

Kindheitsarmut – viele schaffen als Erwachsene den Ausstieg. Ein Junge hält einen Teddy: In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamts von 2018 ungefähr 13 Millionen Kinder und Jugendliche. (Quelle: Getty Images/FatCamera)

Ein Junge hält einen Teddy: In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamts von 2018 ungefähr 13 Millionen Kinder und Jugendliche. (Quelle: FatCamera/Getty Images)

In ärmeren Verhältnissen aufzuwachsen ist schwer. Erwachsene schaffen laut einer Studie trotzdem oft den Absprung. Dennoch begünstigen einige Risikofaktoren eine finanzielle Benachteiligung.

Zwischen Armut in der Kindheit und Armut im Erwachsenenalter gibt es nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Zusammenhänge. Allerdings schaffen laut des Verbands viele Menschen im jungen Erwachsenenalter auch den Sprung aus der Armut heraus. 

Die Awo stellte dazu eine nicht repräsentative Langzeituntersuchung vor. Der Verband hatte im Jahr 1999 die Lebensverhältnisse von knapp 900 sechsjährigen Kindern eigener Kindertageseinrichtungen untersucht und 2018 erneut 205 der damaligen Studienteilnehmer als junge Erwachsene befragt.

Durchschnittlich zwei Drittel schaffen den Ausstieg

Von den rund 230 im Jahr 1999 als arm eingestuften Kindern konnten bei der Wiederholungsbefragung im vergangenen Jahr 41 Personen erneut erreicht werden. Jeder Dritte davon war immer noch arm, besonders häufig betroffen waren diejenigen, die im jungen Erwachsenenalter eine Familie gegründet hatten. Zwei Drittel der damals armen Kinder hatten allerdings den Ausstieg aus der Armut geschafft. Das gelingt nach Angaben der Awo vor allem mit dem Beginn der ökonomischen Selbstständigkeit nach der Volljährigkeit.

"Kinderarmut übersetzt sich nicht automatisch in Armut im jungen Erwachsenenalter", teilt der Verband anlässlich der Vorstellung der Studie mit. "Inner- und außerfamiliäre Unterstützungsstrukturen und -ressourcen, die entlang des Lebensverlaufs in Kindheit und Jugend bereitgestellt werden, sind entscheidend, um Armutsverläufe zu durchbrechen."

Verband fordert Präventionsprogramme

Die Awo forderte eine Sozialpolitik, die sich auf "nachhaltige Armutsprävention" konzentrieren und sich nicht auf nachträgliche Bekämpfung von Armutsfolgen beschränken solle. Wiederholt wurde in diesem Zusammenhang auch die Forderung nach einer Kindergrundsicherung, in der alle staatlichen Leistungen für Kinder unbürokratisch zusammengefasst werden.
 

 

In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamts von 2018 ungefähr 13 Millionen Kinder und Jugendliche. Rund 15 Prozent – also zwei Millionen davon – sind von Armut bedroht. Sozialverbände sprechen von bis zu drei Millionen. Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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